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TV-Tipp: Erschossener deutscher Austauschschüler in den USA – RTL begleitet die Familie zum Prozess

KÖLN. Die Nachricht löste international eine Welle der Entrüstung und des Mitgefühls aus. Am 27. April 2014, kurz nach Mitternacht, wurde in Missoula im US-Bundesstaat Montana der 17jährige Austauschschüler Diren Dede aus Hamburg in einer Garage erschossen. Diren war zuvor unerlaubt in die Garage eingedrungen. Der Schütze Markus Kaarma fühlte sich von dem Eindringling bedroht und feuerte vier Schüsse in der angeblich dunklen Garage ab, die den Schüler in die Stirn, den Oberkopf und den linken Arm trafen. Noch in der Nacht erlag Diren Dede im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte inzwischen irritierende Details. Stand der Schütze unter Drogen? Handelte es sich womöglich um eine geplante Tat? Am 1. Dezember beginnt der Strafprozess gegen Markus Kaarma, der sich wegen vorsätzlicher Tötung verantworten muss. RTL begleitet exklusiv Mutter Gülcin (46) und Vater Celal (46) zum Prozessauftakt vor Ort in den USA.

Der Fall des deutschen Austauschschülers Diren Dede wirft kurz vor Prozessbeginn viele Fragen auf. Die Staatsanwaltschaft äußerte den Verdacht, dass der 29jährige Schütze Markus Kaarma nicht aus Notwehr handelte, sondern mit dem Gewehr womöglich auf der Lauer lag. Kurz zuvor habe er gegenüber Zeugen geprahlt: „Ich werde ernsthaft ein paar Kids töten“, nachdem bereits zwei Mal kurz zuvor in seine Garage eingebrochen worden war.

Droht in Niedersachsen eine juristische Hängepartie um die Kosten der Inklusion? Foto: I. Rasche / pixelio.de

Die Reise in die USA war  eine ohne Rückkehr für den Hamburger Austauschschüler. Jetzt steht der Todesschütze vor Gericht.  Foto: I. Rasche / pixelio.de

All das konnte der Austauschschüler aus Hamburg nicht ahnen, als er sich vermutlich einer in der Gegend damals beliebten Mutprobe unter Jugendlichen, dem „Garage Hopping“, stellte und damit den Alarm auslöste. Kaarma beteuert derweil seine Unschuld, er habe lediglich für die Sicherheit seiner Familie sorgen wollen. Er und seine Ehefrau berufen sich dabei auf Montanas umstrittene „Castle-Doctrine“, ein Gesetz, das seit 2009 das Töten eines Eindringlings im Fall einer Bedrohung erlaubt. Fragwürdig bleibt jedoch, warum er dem Eindringling den Fluchtweg versperrte, als er die Schüsse abfeuerte und warum er als Köder für Einbrecher angeblich eine Handtasche mit Kreditkarte in die Garage legte?

Mutter Gülcin Dede zu ihren Erwartungen an den Prozess: „Meine Erwartung ist einfach, dass er seine gerechte Strafe bekommt. Weil ich möchte nicht, dass so etwas anderen Familien passiert, wenn die Kinder eine Auslandsreise machen möchten.“

Vater Celal Dede vertraut dabei auf die Gerichtsbarkeit vor Ort: „Ich glaube dass die Staatsanwaltschaft ihr Bestes gibt. Die arbeiten sehr gut an diesem Fall. Die sind genauso interessiert an einer gerechten Strafe, wie jeder andere Mensch. Ich hoffe, er versteht, was er gemacht hat. Er hat einen Menschen getötet, der sehr wertvoll war. Genauso wie sein Sohn. Er hat ja auch Kinder. Amerikanische Kinder, deutsche Kinder, türkische Kinder – Kinder sind Kinder.

Zu der Motivation vor Ort dabei zu sein äußert sich der Vater wie folgt: „Wir wollen präsent sein als Eltern, wir wollen zeigen, dass Diren kein Waisenkind ist. Er hat Eltern und eine Familie. Das diese Familie, diese Menschen, die ihm das angetan haben, sehen, dass die eine Familie kaputt gemacht haben. Ein Leben lang. Die sollen das fühlen, die sollen das sehen. Wenn wir da nicht wären, dann wäre es glaube ich für die ein bisschen einfacher. Sie sollen uns sehen, sie sollen uns in die Augen gucken und sich in unsere Lage versetzen, wie es uns geht, nachdem, was sie gemacht haben. Nur weil Diren in eine fremde Garage reingegangen ist, ist es kein Grund einen Menschen zu töten.“

Erfahren hatte die Familie vom Tod des Sohnes per Anruf von seinem Handy. Schwester Esra (19): „Ich hatte ihm auch an dem Morgen geschrieben und die (Behörden) hatten auch öfters angerufen. Wir sind aber nicht dran gegangen, weil es eine fremde Nummer war. Dann hab ich ihm geschrieben und gefragt: ‚Machst du einen Klingelstreich? Hör mal auf. Wir kriegen langsam Angst.‘ Beim vierten Mal oder so bin ich dann ans Telefon gegangen und dann wurde uns diese schreckliche Nachricht mitgeteilt.“

Dankbar ist die Familie für die viele Anteilnahme, die sie seit dem Unglück erfährt. Schwester Basak (22): „Es ist schon schön mitzubekommen, dass wir nicht alleine da stehen. Das ist auch eine Art von Unterstützung, um vielleicht ein bisschen Moral aufzubauen. Es tut einem auch wiederum weh, dass viele Leute an uns denken und auch mit uns leiden. Aber es ist für uns eine gute Hilfe, eine gute Unterstützung, wenn wir solche Briefe lesen, die halt auch im positivem Sinne unseren Bruder darstellen.“

Eine erste Berichterstattung erfolgt am Samstag, 29.11., 19:05 Uhr in „Explosiv Weekend“. Ab Montag werden auch „Guten Morgen Deutschland“, „Punkt 12“, „Explosiv“, „Extra“ sowie die RTL-Newsformate „RTL Aktuell“ und das „Nachtjournal“ berichten. nin

2 Kommentare

  1. wollen die eltern dabei sein weil rtl zahlt oder wollte rtl nur die ohnehin geplante reise begleiten ?!?

  2. Aha – vom „Garage hopping“ hat man in den ersten Meldungen gar nicht berichtet. Warum eigentlich nicht – das ist doch eigentlich eine wesentliche Information, um den Vorgang zu begreifen!
    Was würde man eigentlich dem Autofahrer vorwerfen, wenn ein Jugendlicher beim „Autobahn-Hopping“ (über die Autobahn rennen als Mutprobe) stürbe?
    Natürlich sind da wesentliche Punkte anders …

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