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Ausgezeichnet: Das sind Deutschlands beste Lehrerinnen und Lehrer (und Katja Riemann)

BERLIN. Die Gewinner der diesjährigen Auflage des bundesweiten Wettbewerbs „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ stehen fest. Insgesamt 15 Lehrerinnen und Lehrer sowie sechs Pädagogen-Teams aus neun Bundesländern wurden heute in Berlin für ihr herausragendes pädagogisches Engagement ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte durch die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), die Kultusminister der siegreichen Bundesländer – und Katja Riemann. Die Schauspielerin (sie spielt die Schulleiterin Gudrun Gerster in der Komödie „Fack ju Göhte“) hielt die Laudatio in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“. Fast 3.500 Schüler und Lehrkräfte hatten sich in diesem Jahr an dem Wettbewerb beteiligt, der seit 2009 jährlich von der Vodafone Stiftung Deutschland und dem Deutschen Philologenverband initiiert wird.

Gruppenbild mit Dame: Katja Riemann (Mitte) und die Gewinner des Deutschen Lehrerpreises. Foto: Deutscher Lehrerpreis

Gruppenbild mit Dame: Katja Riemann (Mitte) und die Gewinner des Deutschen Lehrerpreises. Foto: Deutscher Lehrerpreis

In der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“, einer von zwei Wettbewerbskategorien, haben Schüler der diesjährigen Abschlussklassen besonders engagierte Lehrkräfte nominiert. Dabei gingen die meisten Preise in dieser Kategorie mit vier Auszeichnungen nach Baden-Württemberg (Martina Braun, Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried; Jochen Herkert, Nicolaus-Kistner Gymnasium Mosbach; Ole Kersten, Berufliches Schulzentrum Waldkirch; Daniela Rommel, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Metzingen) und Nordrhein-Westfalen (Ludmar Gunst, Marienschule Bielefeld; Felix Nattermann, Gymnasium am Geroweiher Mönchengladbach; Tatjana Trampenau, Montanus-Realschule Leverkusen; Werner Völlering, Gymnasium Nottuln). Zweimal konnte die Jury engagierte Pädagogen aus Rheinland-Pfalz (Jens F. Heidrich, Frauenlob-Gymnasium Mainz; Dr. Fee-Isabelle Rautert, Friedrich-Spee-Gymnasium Trier) auszeichnen. Je ein Preisträger in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“ kommt in diesem Jahr aus Bayern (Michaela Bauer, Dr.-Karl-Grünewald-Realschule Bad Königshofen), Berlin (Robert Heinrich, Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium), Niedersachsen (Philipp Ostermann, Schillerschule Hannover), Sachsen (Michael Schwenker, Landesgymnasium St. Afra Meißen) und Schleswig-Holstein (Tobias Führmann, Gemeinschaftsschule Am Himmelsbarg Moorrege).

In der zweiten Kategorie des Wettbewerbs, „Lehrer: Unterricht innovativ“, hatten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Lehrer-Teams aus ganz Deutschland eine Vielzahl innovativer, fächerübergreifender Unterrichtsprojekte eingereicht. Die Jury zeichnete das Pädagogen-Team Thomas Kunemann, Roland Luschkowski und Projektleiter Dieter Maucher von der Mali-Gemeinschaftsschule Biberach mit dem 1. Preis in dieser Kategorie für ihr Projekt „Stockwerk-Greenbox-Filmstudio“ aus. Das „Stockwerksmodell“ besteht darin, dass für einige Klassen die herkömmliche Klassenstruktur aufgelöst und das Unterrichtsgeschehen räumlich und personell auf das gesamte Stockwerk ausgedehnt ist. Die drei pädagogischen Säulen des Stockwerksunterrichts sind die veränderte Raumstruktur, in Kernstunden parallel organisierter Unterricht und der Teamgedanke zwischen Lehrkräften und Schülern. Die Kernstunden ermöglichen unter Aufhebung der Klassenverbände niveau-orientierte Lernangebote, Coachings und individuelle Lernbegleitung, was durch den Wochenplan ausgewiesen und im Lerntagebuch dokumentiert wird.

Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, betonte mit Blick auf die ausgezeichneten Unterrichtsprojekte den hohen Stellenwert von Team-Arbeit im heutigen Schulbetrieb: „Wir sind daran interessiert, dass die Möglichkeiten einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit von Lehrerteams für die qualitative Weiterentwicklung von Schule stärker genutzt werden. Teamarbeit schafft Synergieeffekte, fördert die Kooperationsbereitschaft in Lehrerkollegien und eröffnet Schülern unterschiedliche fachliche Zugänge zu den Unterrichtsgegenständen.“

Der zweite Preis in dieser Kategorie ging an ein siebenköpfiges Team (Karin Broll, Thomas Gerl, Rainer Hoff, Projektleiter Ernst Hollweck, Rainer Kling, Christiane Markreiter, Kristina Reicheneder) vom Ludwig-Thoma-Gymnasium in Prien/Bayern für ihre „Mission2Mars“. In diesem Unterrichtsprojekt beschäftigen sich die Schüler/innen anhand der Planung einer Marsmission während eines ganzen Schuljahres fächerübergreifend mit Problemstellungen, die auch für die Erde große Bedeutung haben wie Energieversorgung und Recycling. Kernfächer sind Biologie, Chemie und Physik, über diese werden Bezüge zu weiteren Fächern erstellt.

Zur Bedeutung des Wettbewerbs sagt Dr. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland: „Der ‘Deutsche Lehrerpreis’ ist Ausdruck der Anerkennung für Lehrerinnen und Lehrer in unserem Land. Die tägliche Arbeit von Lehrern verdient hohen Respekt und Wertschätzung. Ihre Motivation, Innovationsfreude und Kompetenz ermöglichen den Kindern und Jugendlichen ein erfolgreiches und möglichst selbstständiges Lernen in unseren Schulen. Ihr Einsatz und ihre Leidenschaft sind aus dem Leben des einzelnen Schülers und der Gesellschaft nicht wegzudenken.“

Der dritte Preis ging an vier Pädagogen (Frank Fabinger, Manuela Hauswald, Grit Spicher, Projekleiterin Kathrin Woyde) der Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Familienpflege, Halle/Saale für das Projekt „100 Herzen gegen Schmerzen“. Berufsfachschüler/innen engagierten sich für Brustkrebspatientinnen – angeregt durch einen Fernsehbeitrag entstand die Idee, selbst Herzkissen herzustellen. Die Auszubildenden informierten sich über Brustkrebs, luden Betroffene zu Gesprächsrunden ein, erkannten den Bedarf an den Kissen, deren besondere Form zur Linderung der physischen und psychischen Schmerzen nach der Operation beiträgt. Die Jugendlichen nähten, verpackten und verschenkten bisher weit mehr als 200 Kissen an Patientinnen in Halle und Oulu/Finnland.

Darüber hinaus zeichnete die Jury noch drei weitere innovative Unterrichtskonzepte aus. Jeweils ein Sonderpreis wurde nach Bayern an die Staatliche Realschule Gauting (Peter Eckert, Projektleiter Tobias Schnitter, Martin Schwartz, Rosmarie Wegmann) für das Projekt „PadUcation@RSG“, nach Baden-Württemberg an das Landesgymnasium für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd (Projektleiter Robert Bauer, Maximilian Röhricht, Thomas Schäfer) für das Projekt „Unternehmen Wirtschaft“ und nach Sachsen an die Leipzig International School e.V. (Inge Sauermann, Projektleiterin Dr. Susanne Katharina Schleif, Cornelia Werndl) für das Projekt „Von Langnasen und Negerküssen – Stufenübergreifende Unterrichtseinheit zu Rassismen in der (deutschen) Sprache“ vergeben.

Das Ziel der Initiatoren des Wettbewerbs „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ ist es, die positiven Leistungen von Lehrern und Schülern stärker zu würdigen und deutlicher in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Über die Preisträger entscheidet eine hochrangig besetzte Wettbewerbs-Jury. Dieser gehören an: Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus; Vera Reiß, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz; Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer der Cornelsen Schulverlage; Prof. Dr. Olaf Köller, Geschäftsführender Direktor des IPN, Universität Kiel; Prof. Dr. Kathrin Fussangel, Professorin für Empirische Schulforschung an der Bergischen Universität Wuppertal; Prof. Dr. Jürgen Baumert, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin; Martin Spiewak, Mitglied der Redaktion Wissen der Wochenzeitung DIE ZEIT; Yasemin Cec, Landesvorsitzende der schülerInnenkammer hamburg. Darüber hinaus vertreten Prof. Susanne Porsche, Mitglied des Beirats der Vodafone Stiftung Deutschland, Dr. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland, und Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, die Initiatoren des Wettbewerbs in der Jury.

Die Bewerbung für die Wettbewerbsrunde 2015 ist ab sofort wieder hier möglich.

 

5 Kommentare

  1. Da sehen wir sie also wieder, die besten Lehrkräfte Deutschlands. Ja, ich gratuliere den Damen und Herren ganz herzlich zu ihrer Auszeichnung, frage mich aber im gleichen Moment, warum gerade SIE und nicht SIE oder ER? Sind es tatsächlich die Besten? Gäbe es nicht viele weitere Lehrkräfte, die so einen Preis verdient hätten? Ich gönne den Geehrten ihren Preis, aber hat da „Kommissar Zufall“ nicht auch ein wenig am Glücksrad gedreht?
    Da gibt es vielleicht die sehr engagierte Kollegin X im Ort Y, die sich noch viel mehr für ihre Schüler einsetzt als einige Preisträger, aber sie hat halt das Pech, nicht von ihren Schüler nominiert worden zu sein.

    Halten wir also ganz nüchtern fest: Mein Glückwunsch gilt den Preisträgern, aber bei einer Beteiligung von knapp 3500 Schülern und Lehrern an dem Wettberwerb kann nun bei aller Liebe nicht von einem repräsentativen Ergebnis gesprochen werden.

    Wir müssen auch genau hinsehen, welche Unterrichtskonzepte bspw. geehrt wurden. Persönlich halte ich einiges überhaupt nicht für innovativ, und sie werden unsere Bildungsmisere auch nicht verbessern, eher noch verschlimmern.

    In der Rückschau von vielen Jahrzehnten tauchen Lehrkräfte vor meinem geistigen Auge auf, die mit ihrem damaligen Unterricht niemals auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätten, für so einen Preis nominiert zu werden. Heute würden sie garantiert mit Pauken und Trompeten durch jedes Staatsexamen fliegen.

    Ja, der Unterricht war recht lehrerzentriert und dennoch abwechslungsreich und spannend. Da gab es doch tatsächlich noch lebendige Unterrichtsgespräche! Diese Lehrkräfte brauchten keine Arbeitsblätter; ihnen genügte die Tafel, um äußerst anschauliche Tafelbilder zu entwickeln und die wichtigsten Unterrichtsergebnisse darauf festzuhalten. Was Wunder, uns wurde ausreichend Zeit gegeben, den Tafelanschrieb fein säuberlich in unsere Hefte zu übertragen.
    Das Wichtigste kommt aber zum Schluss: Im Gegensatz zu heute beherrschten wir am Ende der vierten Klasse unsere Kulturtechniken. Wir konnten bspw. freie Aufsätze und vollständige Sätze schreiben.

    Wie sagte Altbundeskanzler Kohl noch: „Wichtig ist, was am Ende heraus kommt!

    • Ich denke auch, dass die wahren Champions im Lehrerberuf in der Regel keine Auszeichnung erfahren, weil sie nicht im Scheinwerferlicht von Programmerfüllung stehen, sondern intern nach bestem Wissen, Gewissen und Engagement ihre Arbeit tun.
      Sie sind für mich die sog. „hidden champions“, die vorzügliche Arbeit leisten und sich nicht einem schulstrategischen oder -methodischen Lobbyismus andienen, der dann für ihre Auszeichnung sorgt.

  2. „stockwerkunterricht“.Was ist denn das für ein Quatsch? Hat diese Vereinzelung von Beliebigkeitsaktivismus etwas mit Lernqualität zu tun? Ich dachte immer, die liegt in der Reflexion von Fragestellungen und Sachverhalten.

    • „Dieses Konzept überzeuge, heißt es bei der Jury des Deutschen Lehrerpreises.“
      «Geringe Fehlzeiten, ein freundlicher Umgangston und sehr gute Ergebnisse machen die Mali-Gemeinschaftsschule zum kreativen Lern- und Lebensort.»

      Sehr gute Ergebnisse? Glauben kann ich viel, aber nur eindeutige Beweise überzeugen mich.

  3. Ja, ich glaube, dass es da draußen noch viel mehr Helden gibt, die eine Auszeichnung verdient hätten. Und doch freue ich mich darüber, dass ich zu den Preisträgern gehören durfte. Nicht nur ich, viele andere Lehrerinnen und Lehrer auch, lieben ihren Beruf und bringen sich mit Leib und Seele ein. Es freut mich, dass man mal ein so schönes Feedback von seinen (ehemaligen) Schülern erhält.
    Bzgl. des Stockwerkunterrichts – Ich habe mich am Abend mit den doch sehr engagierten Kollegen ausgetauscht, die diesen „erfunden“ und realisiert haben. Mich freut es, dass sie einen Weg gefunden haben, viele Probleme und Herausforderungen, die Schule so mit sich bringt, zu meistern. Ob das nun der Weg schlecht hin sein muss, dass behaupten weder sie noch sonst wer. Ich höre mir gerne links und rechts möglichst kreative Ideen zum Unterrichten an und versuche so immer wieder etwas für die eigene Schule mitzunehmen.
    In diesem Sinne

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