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GEW: „Landesrechnungshof hat Bildung nicht im Blick“

KIEL. „Wer nur auf seinen Taschenrechner schaut, kann logischerweise die wirklichen Probleme Schleswig-Holsteins nicht erkennen. Ausgaben für Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen sind im Zweifel bessere Investitionen in die Zukunft unseres Landes als Programme zum Stopfen von Schlaglöchern in Landestraßen“, sagt Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mit Blick auf die Ausführungen des Landesrechnungshofs zum Landeshaushalt 2015.

Rechnen mit dem Taschenrechner - Von 2003 bis 2007 testete das Ministerium in 30 Pilotschulen den Einsatz grafikfähiger Rechner. Ab dem kommenden Schuljahr sollen sie zur Pflicht werden. Foto: GG-Berlin/pixelio.de

Der Landesrechnungshof konzentriert sich laut dem GEW-Landesvorsitzenden Heidn zu sehr auf seine Rechnungen und verkennt dabei die „wirklichen Probleme Schleswig Holsteins“. Foto: GG-Berlin/pixelio.de

„Realität ist: Schleswig-Holstein gibt viel zu wenig Geld für Bildung aus.“ In den Kitas seien die Gruppen viel zu groß. In den Schulen fehlten Stellen für die vorgesehenen Unterrichtsstunden und die Inklusion. An den Hochschulen müssten sich Studierende um Sitzplätze in Seminaren und Vorlesungen balgen. „So sieht es aus in unserem Land. Und da mokiert sich der Landesrechnungshof über zu hohe Ausgaben für Bildung!“

Kritik verdiene die Landesregierung zwar auch für diesen Haushalt, aber mehr noch für ihre unverständliche Zurückhaltung auf der Bundesebene, wenn es darum gehe, mit anderen Bundesländern für eine auskömmliche Bildungsfinanzierung zu sorgen, kritisiert der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Außerdem ist ihr das Eintreten für die Schuldenbremse anzukreiden, die sich immer mehr zur Bildungsbremse entwickelt.“

Nach Angaben der Bildungsgewerkschaft verharre Schleswig-Holstein bei den Schulausgaben seit vielen Jahren auf dem letzten Platz. Die GEW bezieht sich auf das Statistische Jahrbuch des Statistischen Bundesamtes 2014. Demnach gab das Land 2011, wie auch Nordrhein-Westfalen, je Schüler öffentlicher Schulen 5200 Euro aus. Gleiches gilt für das Jahr 2010. Damals investierte NRW allerdings mit 5000 Euro pro Kopf noch weniger. 2011 lag das Land Thüringen mit 7800 Euro pro Schüler an der Spitze. Bei den Hochschulen, ohne medizinische Einrichtungen beziehungsweise Gesundheitswissenschaften an Universitäten und ohne Verwaltungsfachhochschulen, beliefen sich die Ausgaben 2011 auf 5100 Euro pro Student in Schleswig-Holstein sowie in Berlin und Brandenburg. Spitzenreiter Niedersachsen lag bei 7500 Euro pro Kopf.

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