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Hamburg investiert stattliche 400 Millionen Euro in seine Schulbauten

HAMBURG. Lange Zeit sind die Hamburger Schulbauten vernachlässigt worden. Dann kamen Neuerungen: Stadtteilschulen, Ganztagsunterricht und Inklusion. Die Folge: Es muss viel gebaut werden. Er habe mit einem «beispiellosen Programm» reagiert, sagt Schulsenator Rabe.

Der Hamburger Senat hat in diesem Jahr fast 400 Millionen Euro für die Sanierung und den Neubau von Schulgebäuden ausgegeben. In den nächsten beiden Jahren soll dieser Betrag noch überschritten werden, so dass sich die Investitionen von 2011 bis 2016 auf zwei Milliarden Euro summieren würden, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag. «Das ist eine gewaltige Summe.» 2011 sei der Sanierungsbedarf an den 3000 Schulgebäuden der Hansestadt auf drei Milliarden Euro geschätzt worden. Die erforderlichen Neubauten sollten eine weitere Milliarde kosten.

Hintergrund der «Schulbauoffensive» waren die jahrzehntelange Vernachlässigung der Gebäude und die Schulreform, deren Kern die Zusammenlegung von rund 100 Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu 59 Stadtteilschulen war. Auch der Ausbau der Ganztagsangebote und das gemeinsame Lernen von behinderten mit nicht-behinderten Kindern (Inklusion) machten Umbauten erforderlich.

Schwerpunkte des Bauprogramms waren in der zu Ende gehenden Regierungsperiode die Schulkantinen und die Sporthallen. Für 146 Millionen Euro seien 148 neue Essensräume errichtet worden. Rabe sprach von einem «beispiellosen Ausbauprogramm». In Sporthallen flossen 94 Millionen Euro. 54 Hallen wurden saniert, 5 durch Neubauten ersetzt und 7 zusätzlich gebaut. Zur Modernisierung der Berufsbildenden Schulen schloss der Senat 2012 eine Öffentlich-Private-Partnerschaft mit der Projektgesellschaft Heos Berufsschulen Hamburg GmbH ab. Der Vertrag hat ein Bauvolumen von 300 Millionen Euro, wovon 96 Millionen schon in 2014 umgesetzt wurden.

Der Unterhalt der Schulgebäude soll künftig günstiger werden. Zum einen würden die Energiekosten sinken. Zum anderen würden alte, nicht sanierungsfähige Gebäude aus den 1970er Jahren abgerissen. Damals hatte Hamburg noch wesentlich mehr Schüler als heute, wie Rabe sagte. Bei der Überprüfung aller Schulgebäude erhielten 480 Bauten die Note 5 oder 6 und sind damit nicht sanierungsfähig. Das Schulbaurahmenprogramm sieht vor, dass künftig pro Klasse 84 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen, Fachräume nicht eingerechnet. «Das sind Zustände, die man in den jetzigen Hamburger Schulen lange suchen muss», sagte der Senator.

Der Geschäftsführer von SBH Schulbau Hamburg, Ewald Rowohlt, wies auf die hohe architektonische Qualität der neuen Projekte hin. Es werde in Absprache mit den Schulen völlig individuell gebaut. «Sie finden keine zwei gleichen Schulgebäude in den letzten Jahren.» Rowohlt hob etwa die Grund- und Stadtteilschule Wilhelmsburg hervor, die architektonisch nach dem Motiv einer Schiffswerft gestaltet werden solle. Vier Bauten erhielten die Auszeichnung «Bauwerk des Jahres» vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg. Die denkmalschutzgerechte Sanierung des Gymnasiums Alstertal gewann 2012 einen Fassadenwettbewerb. dpa

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