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Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung: „Inklusion muss in allen Bereichen umgesetzt werden“

DORTMUND. „Die UN-Behindertenrechtskonvention hat 50 Artikel. Nur ein einziger – Artikel 24 – beschäftigt sich mit dem Bereich Schule. Das zeigt, dass Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist“, sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung in Nordrhein-Westfalen, anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember.

Überfordert Inklusion die Lehrer? Junger Mann mit Down-Syndrom. Foto: fabnie / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung müsse in allen Gesellschaftsbereichen das Ziel sein – nicht nur in Schulen, so VBE-Vorsitzender Beckmann. Foto: fabnie / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Inklusion müsse Menschen mit Behinderungen durchgängig begleiten. Sie sei nicht nur auf die Schule beschränkt. Wenn aber das Land der Inklusion schon im Bildungsbereich die Ressourcen versage, werde sie sie am Ende auch gesamtgesellschaftlich vor die Wand fahren. „Kinder im Kindergarten und später in der Schule dürfen nicht im Regen stehengelassen werden. Sie müssen so gefördert werden, wie ihre Talente es erfordern.“

Dafür müssen Land und Bund jedoch die entsprechenden Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen, fordert Beckmann. „Das Kooperationsverbot im schulischen Bereich zwischen Bund und Ländern muss fallen. Länder dürfen mit der Mammutaufgabe Inklusion nicht alleingelassen werden.“ Unter den jetzt herrschenden Bedingungen sei Inklusion nicht zu stemmen: „Wir brauchen deutlich mehr Sonderpädagogen, die die Regelschullehrkräfte bei ihrer Arbeit unterstützen. Außerdem müssen inklusiv unterrichtende Schulen in ein multiprofessionelles Netzwerk eingebunden sein, das bei drängenden Fragen und Problemen herangezogen werden kann.“

Es sei außerdem ein Offenbarungseid, dass die diesjährige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, fünf Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention feststellt, die Lehreraus- und -fortbildung müsse auf die Herausforderung Inklusion reagieren. „Sowohl die Nachqualifizierung als auch die Ausweitung der Studienplätze zum Sonderpädagogen kommen zu spät.“ Ihrem selbstgesteckten Motto „Kein Kind zurücklassen“ werde die Landesregierung so nicht gerecht.

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