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Nach tragischem Tod eines Kindes: Film soll Erziehern Tipps zu Aufsichtspflichten geben

POTSDAM. Vor vier Jahren brach die kleine Lilly im Eis ein und starb – ein tragisches Unglück bei einem Kita-Ausflug. Zum Glück ein Einzelfall, doch die Verantwortung von Erziehern ist groß – und Fragen zu ihren Pflichten gibt es reichlich. Ein Film soll nun Tipps geben.

Wie weit geht die Aufsichtspflicht von Erziehern in den Kitas? Praktische Tipps will das Brandenburger Jugendministerium den knapp 18.000 Erziehern im Land mit Hilfe einer DVD geben. «Es gibt immer wieder Unsicherheiten bei dem Thema, die an uns herangetragen werden», sagte ein Ministeriumssprecher. Darum erhalte jede der landesweit rund 1.850 Kitas im Land einen Film des früheren Richters und Fachautors Prof. Simon Hundmeyer. Dieser gebe in mehr als 30 Filmclips konkrete Antworten zur Aufsichtspflicht.

Der Versand der 70-minütigen DVD beginnt laut Ministerium in dieser Woche und erfolgt über die Jugendämter. Die Aktion koste etwa 29.000 Euro, sagte der Sprecher. Ein Exemplar will Jugendminister Günter Baaske (SPD) am Donnerstag in Michendorf (Potsdam-Mittelmark) persönlich übergeben. «Der Film macht deutlich, dass sich ein verantwortungsvoller Umgang mit der Aufsichtspflicht und eine Pädagogik, die dem Kind ermöglicht, seinem angeborenen Entdeckerdrang nachzugehen, nicht ausschließen», so der Ministeriumssprecher.

Einen konkreten Anlass für die Aktion gibt es laut Ministerium nicht – aber tragische Fälle in der Vergangenheit. Vor allem der Tod der kleinen Lilly vor vier Jahren ist Vielen präsent: Das zweijährige Mädchen war bei einem Ausflug Ende 2010 mit einer Freundin in einen eiskalten Tümpel gefallen und starb später an den Folgen des Unglücks. Das andere Kind überlebte.

Die beiden verantwortlichen Erzieherinnen wurden 2013 in zweiter Instanz zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die Stadt Eberswalde muss nach einem Urteil vom vergangenen Sommer als Trägerin der Kita die ärztlichen Behandlungskosten von rund 63.500 Euro zahlen. dpa

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