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Streiche mit Stinkbomben waren gestern – heute bringen Schüler Pfefferspray zum Einsatz

HAMBURG. Unguter Trend unter Schülern: Gleich an drei Schulen – von Hamburg über das nordrhein-westfälische Ochtrup bis hin zum niedersächsischen Clausthal-Zellerfeld – ist in den vergangenen Tagen Pfefferspray zum Einsatz gekommen. Dutzende von Schülern und Lehrern mussten mit Augenreizungen und Atembeschwerden ins Krankenhaus.  

Kommt immer öfter in Schulen zum Einsatz: Pfefferspray; Foto: de:Benutzer:Repat/Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Kommt immer öfter in Schulen zum Einsatz: Pfefferspray; Foto: de:Benutzer:Repat/Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Dienstagabend, 9. Dezember: Mit Pfefferspray verletzt ein Unbekannter bei einer Weihnachtsfeier in einer Schule in Hamburg-Wilhelmsburg mehrere Schüler. 15 Kinder und Jugendliche klagen über Augenreizungen und Atembeschwerden, fünf von ihnen kommen ins Krankenhaus. Wer das Pfefferspray versprüht hat, ist zunächst unklar. Polizei und Feuerwehr sind mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.

Dienstagmorgen, 9. Dezember: Mit Pfefferspray löst ein Schüler in einer Hauptschule in Ochtrup (Kreis Steinfurt) einen Großeinsatz des Rettungsdienstes aus. 44 Jugendliche müssen mit gereizten Schleimhäuten behandelt werden, zwölf von ihnen kommen zur Beobachtung ins Krankenhaus. Insgesamt sind sechs Notärzte und mehr als 60 Einsatzkräfte an der Schule. Auch ein Rettungshubschrauber ist im Einsatz. Der jugendliche Schüler soll mit dem Pfefferspray laut Polizei nicht absichtlich auf seine Mitschüler gezielt haben. Viele Schüler seien in die Wolke hineingelaufen. Die Schule wird komplett geräumt und von der Feuerwehr belüftet. Die Polizei ermittelt gegen den Jugendlichen wegen des Verdachts auf Körperverletzung.

Montag, 24. November: Durch Pfefferspray werden in einer Schule in Clausthal-Zellerfeld 29 Menschen verletzt. Alle leiden unter Atemwegsbeschwerden und Augenreizungen, sieben Menschen werden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Ein Schüler habe im Keller des Gebäudes das Spray in die Luft gesprüht, heißt es. Anschließend habe sich das Gemisch schnell in allen drei Stockwerken der Schule verbreitet. Das Gebäude wird umgehend evakuiert und in der Turnhalle eine Sammelstelle eingerichtet. Hier werden  die Schüler versorgt und später ihren Eltern übergeben. Die Schule fällt für den Rest des Tages aus.

Offenbar zielen manche Pfefferspray-Anbieter auf Jugendliche. Screenshot: News4teachers

Offenbar zielen manche Pfefferspray-Anbieter auf Jugendliche. Screenshot: News4teachers

Pfefferspray wird in Deutschland als Abwehrmittel gegen Tiere verkauft. Eine Anwendung gegenüber Menschen ist nur in Fällen von Notwehr erlaubt. Es wird von der Polizei bei Ausschreitungen eingesetzt. Der Wirkstoff Oleoresin Capsicum führt unmittelbar zu einer Schwellung der Schleimhäute und, damit verbunden, zum Schließen der Augenlider für ungefähr fünf bis zehn Minuten. Einatmen von Pfefferspray führt zu Husten und Atemnot. Pfefferspray – für das mitunter offenbar gezielt unter Jugendlichen geworben wird – ist von Versandhändlern schon ab 2,95 Euro zu bekommen. News4teachers / mit Material der dpa

 

2 Kommentare

  1. Die Landesregierungen könnten durch Erlässe oder notfalls Gesetze sofortige harte Strafen für solche Massen-Körperverletzungen möglich machen. Wenn aber nichts Schlimmeres als eine pädagogische Maßnahme droht, warum nicht mal sprühen??

    • Totschlag ist auch gesetzlich unter Strafe gestellt. findet er deshalb nicht mehr statt?
      Der Missbrauch von Feuerlösch- oder Alarmierungseinrichtungen ist strafbewehrt, kommt jetzt ja auch nicht mehr vor. Nee, is klar – die Länderregierungen müssen das auf dem erlasswege unterbinden. Ganz großes Kino:) lol

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