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VDR tadelt schlechte Arbeitsbedingungen: immer neue Aufgaben ohne Entlastung

MÜNSTER. Auf seiner Bundesvorstandssitzung in Münster, Nordrhein-Westfalen, übte der Verband Deutscher Realschullehrer nach eigenen Angaben scharfe Kritik an der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte an den Schulen zahlreicher Bundesländer. Der VDR-Vorsitzende Jürgen Böhm äußerte sich während der Veranstaltung gegenüber der Presse: „Kultusministerien und -behörden bürden Kolleginnen und Kollegen immer neue Aufgaben auf, ohne hinreichende Unterstützungssysteme vorzuhalten oder an anderer Stelle ausreichende Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen.“

Die schöne neue Computerwelt - ist in den Schulen offenbar noch nicht angekommen. Illustration: Gerd Altmann / pixelio.de

Auch der medientechnische Wandel in der Didaktik und Methodik fordere Lehrer zusätzlich, so der VDR. Illustration: Gerd Altmann / pixelio.de

Dies gelte für die Mammutaufgabe der Inklusion, den rasanten medientechnischen Wandel in der Didaktik und Methodik der Unterrichtsfächer, die Individualisierung von Lernangeboten und für die weiterentwickelten Formen der Beurteilung und Bewertung schulischer Leistungen gleichermaßen. „Bildungspolitisch Verantwortliche zeigten, sobald sie exekutive Verantwortung übernähmen, keinerlei Hemmungen, neue Aufgaben ohne ausreichende Rücksichtnahme auf die Rahmenbedingungen in den Schulen ungebremst an die Kolleginnen und Kollegen weiterzuleiten“, schreibt der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) in seiner Pressemitteilung.

Böhm deutete in Münster den bundesweit zu beobachtenden Unmut in den Lehrerkollegien als ernst zu nehmendes Zeichen, dass Belastungsgrenzen endgültig erreicht und teilweise bereits überschritten worden seien. Von Münster gehe die Warnung aus, dass gerade den Schularten der mittleren Bildungsabschlüsse und den differenzierten Bildungsgängen durch Gedankenlosigkeit und Praxisferne bei der Implementierung immer neuer sogenannter Reformen mit häufig ungewissen Folgen schwerer Schaden zugefügt wird. „Aktuelle Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg untermauern diesen bedenklichen bundesweiten Trend“, so der VDR. Gesellschaft und Wirtschaft seien zwingend darauf angewiesen, dass die vom Verband vertretenen differenzierten Schulformen mit dem Kernstück der Realschulbildung junge Menschen in eine berufliche Ausbildung oder weiterführende Schulen entließen, die den dort zu erfüllenden Anforderungen einschränkungslos gewachsen seien. Der VDR-Vorsitzende Böhm forderte abschließend: „An allen Schulen müssen bundesweit den Lehrkräften dieselben Chancen und Bedingungen eingeräumt werden, wie sie oft für die politisch gewünschten integrativen Systeme künstlich geschaffen werden!“

Zum Beitrag: VDR-Bundesvorsitzender Böhm: Das Abitur löst nicht alle Probleme 

Titelbild: Crashmaster/Flickr CC BY-NC 2.0)

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