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brlv-Chef Böhm: Quoten sagen nichts über Qualität

MÜNCHEN. Von „Ignoranz, die kaum noch zu übertreffen ist“, spricht der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, in Bezug auf die neuesten Bildungsberichte der OECD. Darin kritisiert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Deutschland für seine geringe Akademisierungsrate. Im internationalen Vergleich drohe die Bundesrepublik, nach den Aussagen der OECD abgehängt zu werden.

„Die OECD hat nach wie vor nicht begriffen, welche Potenzen im differenzierten Schulsystem und der Beruflichen Bildung stecken. Was zählt, ist nicht die Zahl der Hochschulabsolventen, sondern die Qualität unserer vielfältigen und hochspeziellen Ausbildungswege“, so Böhm. „Die Realschulen als starke Säule des bayerischen Schulwesens bilden für die Heranwachsenden die beste Basis für ein erfolgreiches und glückliches Berufsleben. Jugendliche werden hier individuell in ihren Begabungen gefördert und können sowohl eine qualitativ hochwertige duale Berufsausbildung als auch den Weg hin zum Hochschulstudium beschreiten.“

Beide Wege, der akademische und der berufliche, müssten gleichwertig nebeneinander stehen, um eine erfolgreiche Volkswirtschaft organisieren zu können. „Den Beweis dafür liefert die OECD selbst!“ Damit verweist der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv) auf ein weiteres Studienergebnis der Organisation: In kaum einem anderen OECD-Land ist die Arbeitslosigkeit unter jungen Arbeitnehmern so gering wie in Deutschland.

„Über das einzigartige System der dualen Ausbildung bilden wir Fachkräfte aus, die nicht nur in der Theorie fit sind, sondern auch praktisches Know-how mitbringen. Gerade zum aktuellen Zeitpunkt, wo wir auf einen Mangel an qualifizierten Fachkräften in Industrie, Handwerk und Dienstleistung zusteuern, sind diese dualen Ausbildungswege besonders wertvoll. Andere Länder, die heute eine enorme Jugendarbeitslosigkeit aufweisen, beneiden uns dafür! Von der OECD werden wir uns unser erfolgreiches Bildungssystem mit einer starken Realschule nicht schlechtreden lassen.“

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