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Flüchtlingskinder: Hessen stellt mehr Lehrer für Deutsch-Unterricht ab

WIESBADEN. Um Flüchtlingskindern rasch Deutsch beizubringen, hat das Land Hessen mehr Lehrer abgestellt. 350 Lehrkräfte würden derzeit im Deutsch-Intensivunterricht eingesetzt, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in Wiesbaden. «Wir haben im Moment allein 283 Intensivklassen in Hessen.» In diesen Klassen lernen die Neuankömmlinge nur Deutsch, um schnell fit für den regulären Unterricht zu werden.

Reicht die Zahl der Seiteneinsteiger nicht für die Bildung einer Intensivklasse aus, werden dem Ministerium zufolge vor allem im ländlichen Bereich Intensivkurse eingerichtet. Wenn die Kinder in Regelklassen wechseln, besuchen viele von ihnen weiter Deutsch-Förderkurse. 7390 Seiteneinsteiger mit unzureichenden Deutschkenntnissen würden derzeit auf diese beiden Arten betreut, sagte Lorz.

Insgesamt umfasse die Deutschförderung 1070 Stellen. Der Bereich sei gerade wegen der Flüchtlinge und der verstärkten Zuwanderung für dieses Schuljahr noch einmal um 50 Stellen aufgestockt worden. Aber auch die Vorlaufkurse für mehr als 9000 Vorschulkinder mit mangelhaften Sprachkenntnissen oder Kurse «Deutsch am PC» gehören zu diesem Bereich. Insgesamt investiere das Land rund 60 Millionen Euro pro Jahr in die Deutschförderung, sagte Lorz.

Auf die Ankunft von Flüchtlingskindern müsse die Schulverwaltung jeweils sehr kurzfristig reagieren, sagte der Minister. «Wir planen ja normalerweise immer mindestens für ein Schuljahr im Voraus.» Nun werde der Personaleinsatz und die Einrichtung von Intensivklassen alle zwei Monate angepasst.

Wenn Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Städte oder Gemeinden überwiesen werden, sollen schulpflichtige Kinder möglichst schnell zur Schule gehen. Die Lehrergewerkschaft GEW hat kritisiert, dass die Wartezeit auf einen Sprachkurs oft zu lang sei. Lorz sah dabei keine Probleme: «Normalerweise rechnen wir das in Wochen.»

Die Lehrkräfte für die Sprachförderung werden unter dem vorhandenen Personal gesucht und weiterqualifiziert. «Lehrer mit anderen Fächern können sich für Deutsch als Zweitsprache fortbilden», sagte Lorz. dpa

Zum Bericht: “Der alltägliche Wahnsinnn” – Deutschunterricht für Flüchtlingskinder

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