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Neue Uni-Präsidentin Wolff: Fixierung aufs Studium ist fatal

FRANKFURT/MAIN. Nicht jeder muss studieren – diese Auffassung vertritt die neue Präsidentin der Frankfurter Goethe-Universität. Am Montag (5. Januar) beginnt ihre erste Arbeitswoche als Präsidentin der Hochschule. Birgitta Wolff, frühere Schulministerin von Sachsen-Anhalt (CDU), folgt Werner Müller-Esterl, der aus Altersgründen ausschied.

Birgitta Wolff

Sachsen-Anhalts Ex-Wirtschafts- und Wissenschaftsministerin Birgitta Wolff. Foto: RudolfSimon / Wikimedia Commons (CC-BY-3.0)

Es gebe heute einen starken Druck auf junge Menschen, einem bestimmten Ausbildungsideal zu folgen: Nach dem Abi direkt zur Uni, Auslandssemester, Abschluss in der Regelstudienzeit, sagte Wolff der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Das sei aber nicht unbedingt das Beste für die Gesellschaft und entspreche auch nicht den Bedürfnissen jedes Einzelnen.

«Das Diskreditieren handwerklicher und gewerblicher Ausbildungswege ist völlig inakzeptabel», betonte die Präsidentin. «Die Vorstellung der OECD, Bildungsaufstieg sei nur mit einem Studium zu erreichen, halte ich für grundfalsch. Damit werden alle Kinder von Akademikern, die sich für eine Ausbildung entscheiden, automatisch zu Bildungsabsteigern abgestempelt.» In den vergangenen Jahren habe man so viele junge Menschen wie möglich an die Unis gelockt. «Eine Folge sind exorbitante Abbrecherquoten.»

Hochschulen müssten bei der Studienberatung nicht nur versuchen, den Bewerbern den richtigen Studiengang zu empfehlen, sondern auch Alternativen zur Uni aufzeigen. «Wir brauchen nicht möglichst viele Studenten – wir müssen die finden, die am besten zu uns passen.» dpa

Zum Bericht: Trotz Studenten-Schwemme – OECD kritisiert Deutschland für zu wenige Akademiker

Ein Kommentar

  1. mehrnachdenken

    Erfreulich klare Worte in einer Zeit, in der viele alle jungen Leute am liebsten auf der Uni sehen würden.

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