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VBE: Lehrermangel darf nicht zu einer Entprofessionalisierung führen

STUTTGART. Der Unterrichtsausfall an Schulen sei nach wie vor ein Thema. Darauf verweist der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung. Die Listen für mögliche Krankheitsvertretungen seien abgegrast. Der „freie Markt“ halte keine Pädagogen mehr vor, die in Notfällen kurzfristig an Schulen einspringen könnten.

Mit sechs Prozent Unterrichtsausfall kalkuliert das schleswig-holsteinische Schulminsterium für das kommende Schuljahr. Foto: hpeguk / flickr (CC BY 2.0)

Unterrichtsausfall ist in Baden-Württemberg laut VBE ein Dauerthema. Für Krankheitsvertretungen gebe es zu wenig Lehrkräfte. Foto: hpeguk / flickr (CC BY 2.0)

Aus Sicht des Verbands habe das Land zu viele gut ausgebildete Lehrer zu Schuljahresbeginn durch Nichteinstellung verprellt und sie in andere Bundesländer oder Berufszweige ziehen lassen. Die Not an den Schulen sei groß. Das sei auch an dem Aufruf zu erkennen, der auf der Startseite der Homepage eines staatlichen Schulamtes zu lesen sei. Dort heiße es nach Angaben des Verbands Bildung und Erziehung (VBE): „Das Staatliche Schulamt sucht für das laufende Schuljahr 2014/15 ab sofort Lehrkräfte für Krankheitsvertretungen an Grundschulen, Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Sonderschulen. Sie haben das zweite Staatsexamen absolviert und sind bisher nicht in den Landesdienst eingestellt? Sie sind bereit, einen befristeten Arbeitsvertrag im Angestelltenverhältnis anzunehmen? Dann setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Im persönlichen Gespräch informieren wir Sie gerne über konkrete Angebote.“ Deutlicher könne ein amtlicher Hilferuf nicht sein, so der Verband.

Der VBE verstehe den zunehmenden Unmut der Eltern über den zu großen Unterrichtsausfall an den Schulen. Er kritisiert, „dass wegen der aus finanziellen Gründen zu Schuljahresbeginn zu knapp bemessenen ‚Lehrerfeuerwehr‘ für Krankheitsvertretungen jetzt immer mehr Pädagogen zu zusätzlichen Unterrichtsstunden herangezogen werden und bisweilen sogar zwei Klassen gleichzeitig betreuen müssen“. Das gehe auch eindeutig zu Lasten der Schüler. „Motoren, die ständig Volllast gefahren oder immer wieder überdreht werden, geraten schneller ins Stottern und verschleißen vorzeitig“, warnt der baden-württembergische VBE-Sprecher. Wenn Lehrer immer wieder zusätzlich für kranke Kollegen einspringen müssten, würden diese Pädagogen auf Dauer zu stark belastet. Ständige Mehrarbeit, weil Lehrer fehlen, sei keine Dauerlösung. Für die Schulen sei da ein unguter Prozess in Gang gesetzt worden. Trotz des Lehrkräftemangels an den Schulen wendet sich der VBE nach eigenen Angaben aber in aller Deutlichkeit gegen jegliche Entprofessionalisierung des Lehrerberufs. „Nicht jeder darf auf Schüler losgelassen werden, bloß weil er selber lesen, rechnen und schreiben kann.“

Zum Beitrag: Deutscher Lehrerverband: Vier Ursachen des Lehrermangels

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