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Wanka: Befristete Anstellung junger Wissenschaftler eindämmen

BERLIN. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka will gegen die schlechten Arbeitsbedingungen vieler Nachwuchswissenschaftler vorgehen. Die Möglichkeit, Forschern befristete Verträge zu geben, werde «teilweise ausgenutzt», sagte die CDU-Politikerin der «Süddeutschen Zeitung». «Es ist indiskutabel, dass mehr als die Hälfte der Wissenschaftler bei ihrem ersten Vertrag kürzer als ein Jahr beschäftigt werden.»

Will sich für junge Wissenschaftler einsetzen: Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. (Foto: AxelHH/Wikimedia CC BY 3.0): Johanna Wanka. Foto: Axel Hindemith / Wikimedia Commons

Will sich für junge Wissenschaftler einsetzen: Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. (Foto: AxelHH/Wikimedia CC BY 3.0): Johanna Wanka. Foto: Axel Hindemith / Wikimedia Commons

Bei Doktorarbeiten müsse sich die Vertragsdauer daran orientieren, wie viel Zeit für eine Promotion normalerweise nötig sei. Wanka: «Das wird selten unter drei Jahren gehen.» Die Ministerin kündigte an, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zu überarbeiten.

Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte in der vergangenen Woche Alarm geschlagen. Ihr stellvertretender Vorsitzender Andreas Keller geht davon aus, dass unterhalb der Professoren-Ebene 90 Prozent der Angestellten nur befristete Verträge haben – insgesamt seien bis zu 200.000 Beschäftigte im Hochschulsektor und bei außeruniversitären Forschungseinrichtungen betroffen. Mehr als die Hälfte der Zeitverträge hat laut GEW eine Laufzeit von unter einem Jahr.

Auch Union und SPD im Bundestag wollen das Gesetz in diesem Jahr novellieren, um Missbrauch künftig einzuschränken.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi begrüßte Wankas Aussagen. «Daueraufgaben dürfen grundsätzlich nicht über befristete Verträge erledigt werden», sagte Bundesvorstandsmitglied Petra Gerstenkorn am Montag. Sie widersprach zugleich der Darstellung der Ministerin, die Befristungsmöglichkeiten würden nur teilweise ausgenutzt. «Sie werden systematisch ausgenutzt, das zeigen alle Zahlen.» dpa

Zum Bericht: „Wissenschaftsprekariat“

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