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Durchbruch im Klassenfahrten-Streit? Niedersachsens Grüne fordern Kostenbefreiung

Der Streit um ausgesetzte Klassenfahrten an einigen Gymnasien in Niedersachsen könnte nach Ansicht der Grünen durch eine Übernahme der Reisekosten für die Lehrer gelöst werden. «Für engagierte Lehrer dürfen Klassenfahrten kein privates Zuschussgeschäft sein», sagte Grünen-Landeschef Jan Haude. Aus diesem Grund habe der Landesvorstand der Grünen beschlossen, die bisherigen Regelungen auf den Prüfstand zu stellen.

Klassenfahrten sind pädagogisch wertvoll - und für Lehrer oft Zusatzarbeit. Foto: gostockholmgoeteborg / (CC BY-NC-SA 2.0)

Klassenfahrten sind pädagogisch wertvoll – und für Lehrer Zusatzarbeit. Foto: gostockholmgoeteborg / (CC BY-NC-SA 2.0)

Wegen rechtlicher Bedenken sehen diese unter anderem vor, dass Lehrer die Unterkunft und die Verpflegung bei Klassenfahrten selbst zahlen müssen. «Diese Situation wird zu Recht kritisiert und muss dringend angegangen werden», heißt es in dem Beschluss. Klassenfahrten hätten für das Schulleben eine elementare Bedeutung. Haude: «Daher gilt es, endlich zeitnah eine gemeinsame Lösung zu finden, um den Klassenfahrtenboykott an den Gymnasien zu beenden.»

Die Grünen sind der kleinere Koalitionspartner in der SPD-geführten Landesregierung. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt ist von der SPD. Hintergrund für die Weigerung einiger Lehrer, mit ihren Schülern auf früher übliche Klassenfahrten zu gehen, ist die von SPD und Grünen beschlossene Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Lehrer an Gymnasien zum Beginn des laufenden Schuljahres. Statt 23,5 müssen sie inzwischen 24,5 Stunden pro Woche unterrichten. dpa

 

3 Kommentare

  1. … das ist ja wohl auch der Hammer: anderswo – auch für die Damen und Herren Kultusminister – gibt es für Dienstreisen fette Spesensätze, und die Lehrer sollen für ihre 24Stunden-Dienste mit oft undisziplinierten Halbwüchsigen in bescheidenen Unterkünften auch noch Geld bezahlen. Einfach unglaublich!

    • Das sehe ich ähnlich. In NRW sind die (endlich) abrechenbaren Tagessätze natürlich geringer als die in der freien Wirtschaft …

      Das mit den 24h-Diensten stimmt allerdings nicht. Nach einem Gerichtsurteil wollte ein Lehrer Schmerzensgeld für eine wie er meinte Verletzung während des Dienstes, die er sich während einer Klassenfahrt Abends in der Dusche zugezogen hat. Die Richter wiesen die Klage — für alle Lehrer glücklicherweise — ab, denn andernfalls hätten Lehrer tatsächlich 24h-Dienste, die mit der Aufsichtspflicht während der Abend- und Nachtstunden nicht vereinbar gewesen wäre.

      (Quelle war mal ein Cornelsen-Newsletter, Link gerade nicht zur Hand)

  2. … und dürfen dann das Dankeschön eines Blumenstraußes noch nicht einmal annehmen, wenn es ein solches Danke überhaupt gibt.

    Ganz ehrlich:
    Es geht gar nicht um die Kostenerstattung. Natürlich muss das übernommen werden, aber die Aussetzung der Klassenfahrten entstand aus anderen Beweggründen:
    Es geht darum, dass die LuL am Gym 1 Stunde zusätzlich unterrichten müssen, dass die Altersteilzeit-Regelung verschlechtert wurde … und dass die angeblichen Verbesserungen Augenwischerei sind.

    Da hilft es auch nicht, wenn der kleine Koalitionspartner nun versucht, das Thema zu verschieben und auf die Kostenerstattung ausweicht. Es zeigt doch, dass die Äußerungen der Lehrkräfte nicht wahrgenommen und nicht ernsthaft bedacht werden.

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