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VDR fordert individuelle Bildungsangebote statt „leistungsfeindliche Vereinheitlichung“

MÜNCHEN. Der Vorsitzende des Verbands Deutscher Realschullehrer fordert vor der Eröffnung der Bildungsmesse „didacta in Hannover am Dienstag, 24. Februar, ein klares Bekenntnis zu differenzierten und am Kind orientierten Bildungsangeboten sowie die Abkehr von Einheitsschulphantasien und einseitiger Akademisierungswut.

Jürgen Böhm ist Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer. Foto: eads/Digitales Bildungsnetz Bayern

VDR-Bundesvorsitzender Jürgen Böhm fordert eine Abkehr von der Akademisierungswut. Foto: eads/Digitales Bildungsnetz Bayern

„Moderne Bildung bedeutet heute, unsere Kinder und Jugendlichen auf die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Dabei hilft es nicht, höchste formale Schulabschlüsse mit dem Füllhorn auszuschütten und die Leistungsanforderungen immer weiter nach unten zu schrauben. Wichtig ist, dass Jugendliche entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit gefördert werden und Übergänge in die berufliche Ausbildung oder an die Hochschulen eröffnet werden, die den jungen Menschen klare Perspektiven eröffnen“, so Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR).

Die im VDR zusammengeschlossenen Landesverbände fordern eigenen Angaben zufolge seit Jahren eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Bildungsinhalten, eine Abkehr von politisch motivierten Schulstrukturveränderungen und der zunehmenden Tendenz der leistungsfeindlichen Vereinheitlichung von Bildungsstrukturen in den Bundesländern. Dabei müsse der einzelne Schüler mehr in den Mittelpunkt gerückt werden und Inhalte in den Schulen Eingang finden, die die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen abbilden. Verbraucherbildung, Digitalisierung und der Umgang mit neuen sozialen Netzwerken gehörten ebenso in die Schulen wie Lesen, Schreiben, Rechnen und Werteerziehung.

„Die erfolgreiche und hochdifferenzierte Bildung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell, um das man uns in der Welt beneidet“, sagt Böhm. „Das Geheimnis des aktuellen wirtschaftlichen Erfolges besteht auch darin, dass die berufliche und die akademische Bildung in unserem Land gleichberechtig nebeneinander standen und weiter stehen müssen. Wer die Vielfalt der Bildungskarrieren und der Berufswege in unserem Land zerstört, wer leistungsfeindliche Einheitsschulen kreieren möchte, der gefährdet die Zukunft unseres Landes und unserer Kinder.“

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Titelbild: RUBIN; Marion Nelle

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