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1.500 Demonstranten – für und wider sexuelle Vielfalt

STUTTGART. Zum sechsten Mal demonstrierten in Stuttgart die Bildungsplangegner. Rund 1.000 Menschen protestierten gegen „Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder“. Rund 500 Gegendemonstranten versammelten sich ebenfalls in der Landeshauptstadt.

Knapp 1000 Menschen haben in Stuttgart gegen den Bildungsplan der Landesregierung und ein Konzept für die Gleichstellung von Homosexuellen mit Heterosexuellen protestiert. Auf Transparenten mit Aufschriften wie «Ehe und Familie vor» machten sie am Samstag deutlich, dass für sie allein die traditionelle Familie eine gute Familie ist. Homosexualität wird von vielen abgelehnt. Zu einer Gegenveranstaltung kamen laut Polizei etwa 500 Menschen. Sie sprachen sich unter anderem gegen Homophobie und für die Akzeptanz vielfältiger Partnerschaften aus. Die Polizei war mit mehreren hundert Beamten im Einsatz, um Ausschreitungen zu verhindern.

Das Bild zeigt eine Szene aus einer Demonstration am 19. Oktober 2014 in Stuttgart. Foto: Demo für Alle / flickr (CC BY-SA 2.0)

Das Bild zeigt eine Szene aus einer Demonstration am 19. Oktober 2014 in Stuttgart. Foto: Demo für Alle / flickr (CC BY-SA 2.0)

Zu den befürchteten Ausschreitungen kam es nicht, obwohl immer wieder Gegendemonstranten aus dem linksradikalen Spektrum versucht hätten, den Demonstrationszug zu provozieren, teilte die Polizei am Sonntag mit. Wegen der aufgeheizten Stimmung sicherten Hunderte Beamte die Abschlusskundgebung. „Ansonsten ist es ruhiggeblieben“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“. Bei einigen Gegendemonstranten hätten die Beamten Vermummungsmaterial, ein Pfefferspray und ein Taschenmesser gefunden. Einem Teilnehmer sei vorgeworfen worden, einen Beamten beleidigt zu haben. Die Betroffenen seien des Platzes verwiesen und angezeigt worden.

Nach dem Bildungskonzept der Landesregierung sollen Schüler lernen, sexuelle, ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt zu akzeptieren. Die Gegner des Plans kritisieren, das sensible Thema Sexualität überfordere die Kinder. Das Bündnis «Stuttgart ist und bleibt bunt» wirft ihnen dagegen vor, sie betrieben Ausgrenzung und wollten «sinnvolle Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit» verhindern. Der Bildungsplan soll von 2016 an gelten.

Anfang Januar war bekanntgeworden, das Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) mit einem Aktionsplan die Gleichstellung von Homosexuellen mit Heterosexuellen im Land voranbringen möchte. Ziel ist es, Benachteiligungen abzubauen. Das Papier soll noch vor dem Sommer ins Kabinett eingebracht werden. Für erste Maßnahmen stünden in diesem und im kommenden Jahr insgesamt eine Million Euro bereit. News4teachers / mit Material der dpa

zum Bericht: Sexuelle Vielfalt im Unterricht: Stuttgart erwartet neue Bildungsplan-Proteste

17 Kommentare

  1. Marianne Brändle

    Der Bericht ist höchst tendenziös verfasst.

    Die offenkundigste Passage: „Zum sechsten Mal protestieren die Gegner des Bildungsplans. Polizisten fanden bei einigen Demonstranten Vermummungsmaterial, Pfefferspray und ein Taschenmesser, das beschlagnahmt wurde.“
    Es sollte beim Leser der Eindruck erweckt werden, dass die Provokationen von den Demonstranten gegen den „Aktionsplan der Landesregierung für Akzeptanz sexueller Vielfalt“ ausgingen. Genau das Gegenteil war der Fall. Die Polizei hatte Mühe, agressive Antifa-Gruppen unter Kontrolle zu halten.

    Als Beobachterin des Geschehens möchte ich die genannten Teilnehmerzahlen in Frage stellen.
    Es waren meiner Einschätzung nach über 2000 Menschen (darunter auch Kinder) gegen den Gender – Aktionsplan der Landesregierung und ca. 200 Antifa-Protestanten. Der Polizeibericht, der von knapp 1000 Teilnehmern spricht, wurde um 16.00 Uhr verfasst, zu dieser Zeit hat der Demonstrationszug noch nicht begonnen.

  2. mehrnachdenken

    „Zum sechsten Mal protestieren die Gegner des Bildungsplans. Polizisten fanden bei einigen Demonstranten Vermummungsmaterial, Pfefferspray und ein Taschenmesser, das beschlagnahmt wurde. Die Betroffenen wurde des Platzes verwiesen und angezeigt.“

    Hat jemand nähere Infos über die Demo? Die dpa berichtete schon einmal ziemlich einseitig und verzerrt.

  3. Dass die dpa nicht nur hier Tatsachen “ einseitig und verzerrt“ darstellt, ist bekannt. Sie bringt nicht „Nachrichten“ als rein sachliche Information, wie ihr Name suggeriert, sondern färbt sie ein durch teilweises Verschweigen und Bewerten der Dinge.
    Vielleicht hilft Ihnen dieser Artikel aus den „Stuttgarter Nachrichten“ etwas weiter. Ihm kann entnommen werden, dass die Polizei Probleme mit den Gegendemonstranten hatte.

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.bildungsplan-gegner-in-stuttgart-polizei-muss-demonstration-sichern.6a37ee0c-a3d1-4ab6-9045-9fcab8ce3dc6.html

    • mehrnachdenken

      Vielen Dank für den Bericht in den „Stuttgarter Nachrichten“.
      Danach gab es tatsächlich Probleme mit den Gegendemonstranten und nicht mit den Demonstranten.
      Wie kann eine Nachrichtenagentur nur so plump Tatsachen verfälschen?

      Infos von der dpa sind mit größter Vorsicht zu behandeln. Das ist auch schon mal in diesem Forum angesprochen worden. Deshalb hielte ich es geradezu für eine Pflicht der Redaktion von n4t, externe Berichte oder Beiträge auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

      • @mehrnachdenken: Hier noch ein Artikel zur Demo. Am Ende gibt es einen Video-Link zu einer weiteren Rede von Frau Kelle. Thema: „Was kommt, wenn Familie geht?“ Die Rede ist relativ lang (ca. 90 Min.), aber wieder unterhaltsam und nachdenklich stimmend.

        http://www.kath.net/news/49899

      • Zitat: „Moderner Journalismus: Unheilvolle Mixtur von Nachrichten und Ansichten“

        © Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto

  4. Die Kritik an dem ursprünglichen Beitrag ist berechtigt. Es wurde der Eindruck erweckt, Bildungsplangegner hätten die Polizei provozieren wollen – das ist falsch. Wir haben die entsprechende Passage in dem Beitrag korrigiert.

    Lieber mehrnachdenken,

    wir sind eine kleine Redaktion und bieten Ihnen unseren Service gratis an. Wir bezahlen – wie viele andere Medien in Deutschland auch – für die Zulierfung der dpa und haben nicht die Kapazitäten, deren Meldungen im Detail zu überprüfen. Sonst bräuchten wir sie ja gar nicht, sondern würden unsere Nachrichten gleich komplett selbst produzieren. Nur: Sie als Leser müssten dafür tief in die Tasche greifen. Wir müssten nämlich einen Korrespondenten nach Stuttgart schicken, der sich dort umschaut und mit der Polizei und allen anderen Beteiligten spricht – und ähnlich so jeden Tag verfahren, weil wir ja jeden Tag neu berichten. Aus unserer Sicht ist das allerdings nicht notwendig. Die Meldungen der dpa sind in der Regel überaus zuverlässig, aber auch dort arbeiten nur Menschen – die Fehler machen. Und wenn so ein ärgerlicher Fehler passiert, nun gut, dann räumen wir ihn ein und korrigieren ihn. So wie jetzt. Wir sind allerdings unseren Lesern wie Ihnen sehr dankbar dafür, uns auf falsche Berichterstattung hinzuweisen.

    Herzliche Grüße
    Andrej Priboschek
    Herausgeber News4teachers

    Die Redaktion

    • mehrnachdenken

      Guten Tag Herr Priboschek,

      danke für die Klarstellung.

      Allerdings habe ich mit diesem Satz so meine Probleme: „Die Meldungen der dpa sind in der Regel überaus zuverlässig, aber … .“
      Es ist schon auffällig, dass auch über die Demo davor – so glaube ich mich jedenfalls zu erinnern – nicht korrekt berichtet wurde.

      Beste Grüße
      mehrnachdenken

      • Lieber mehrnachdenken,

        Beiträge speisen sich stets aus mehren Quellen. Wie aus dem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ hervorgeht, stammt die Information der Polizei, dass bei Gegendemonstranten Dinge beschlagnahmt wurden, von Sonntag. Der dpa-Bericht stammt aber von Samstag. Denkbar ist also auch, dass die Polizei zunächst nicht präzise informiert hat – und dann, einen Tag später, mit Details nachlegte, die dann ein anderes Bild ergaben. So ist das schon mal bei aktueller Berichterstattung. Daraus lässt sich noch lange kein Verdacht ableiten, die dpa würde bewusst Informationen verfälschen. Warum sollte sie das tun? Die dpa ist eine riesige Agentur mit rund 2.000 Mitarbeitern, die von den großen Medienhäusern in Deutschland gegründet wurde und davon lebt, Journalisten wie uns mit Informationen zu beliefern. Glauben Sie ernsthaft, dort sitzt an verantwortlicher Stelle jemand, der so überzeugt ist vom baden-württembergischen Bildungsplan, dass er deshalb die Glaubwürdigkeit der gesamten dpa aufs Spiel setzt? Mit Verlaub: Dafür ist das Thema drei Nummern zu klein.

        Herzliche Grüße
        Andrej Priboschek
        Herausgeber News4teachers

        • mehrnachdenken

          Guten Abend Herr Priboschek,

          danke noch einmal für die erneute Antwort.

          Ich sehe den neuen Bildungsplan mit der vorgesehenen „sexuellen Vielfalt“ nicht als „Randerscheinung“ grün-roter Schulpolitik, sondern als konsequente Umsetzung der Gender-Ideologie, die ich ausdrücklich ablehne.

          Da auch viele Redaktionen vom Gender-„Gen“ unterwandert sind, halte ich es nicht für abwegig, dass hier eine gezielte Desinformation betrieben wird.

          Sorry, da haben wir evtl. verschiedene Sichtweisen.

          Beste Grüße
          mehrnachdenken

          • Ja, klar – alle sind vom „Gender-Gen infiziert“, die die hier zum Vorschein kommende Hysterie nicht teilen mögen. Und die fälschen und betrügen dann, was das Zeug hält. Lügenpresse halt. Verschwörungstheorie, ick hör dir mal wieder trapsen.

          • mehrnachdenken

            @Bernd
            Damit müssen Sie nun leben, auch wenn es Ihnen offensichtlich sehr schwer fällt: In diesem Staat gibt es Gott sei Dank immer mehr Bürger, die bestimmte Entwicklungen nicht einfach so „abnicken“, sondern recht kritisch hinterfragen.
            Deshalb amüsiere ich mich mehr über Ihre Einlassung, als sie ernst zu nehmen.

  5. Wie an vielen Stellen ist hier ein hochgradig verfälschender Artikel zu lesen. Die Teilnehmer waren ausnahmslos harmlose Eltern, z.T. mit Kindern und Großeltern. Gewalt ging wie immer nur von den linksradikalen Gegendemonstranten aus, mit denen Grün-Rot sympathisiert. Es ist leider die Regel im heutigen Journalismus, dass berichtet wird ohne dabei gewesen zu sein, und ohne die wahren Reden aufzugreifen. Der Satz „Homosexualität wird von vielen abgelehnt.“ ist eine dreiste Diffamierung und das Gegenteil dessen, was dort gesprochen wurde!! In allen Reden wurde eindeutig Stellung dazu bezogen, dass man alle Formen des Zusammenlebens achtet, und das wurde ringsherum auch mit Beifall quittiert.
    Was aber eben nicht akzeptiert wird, ist dass diesem doch Randgruppenthema so ein überwiegendes Gewicht von Kindergärten bis Schulen eingeräumt werden soll. Es gibt noch mehr Bildungsinhalte über die man sich Gedanken machen sollte, z.B. die Diskussion- und Streitkultur, mit Blick auf die Krawall-Horden, die die Versammlung von Familien mit Kindern und Großeltern aufgemischt hätten, wenn die Polizei sie nicht geschützt hätte.

    • mehrnachdenken

      Der Satz “Homosexualität wird von vielen abgelehnt.” ist eine dreiste Diffamierung und das Gegenteil dessen, was dort gesprochen wurde!! In allen Reden wurde eindeutig Stellung dazu bezogen, dass man alle Formen des Zusammenlebens achtet, und das wurde ringsherum auch mit Beifall quittiert.

      Danke für die weiteren Infos. Genau, über diesen Satz bin ich auch gestolpert.
      Deshalb meine ich schon, es verdichtet sich der Eindruck, dass die dpa hier ganz gezielt falsch informiert.

  6. Die offizielle Teilnehmerzahl ist übrigens 2600, es war ein kilometerlanger Zug am Ende. Die Zahl ist keine Schätzung, sondern an einem „Zähltor“ abgezählt worden.

  7. Ich war auch dabei als Bildungsplangegner. Der Zug war tatsächlich kilometerlang. Von Homophobie war weit und breit nichts zu spüren, nichts zu sehen, und nichts zu hören. Ich habe gerade bei „queer.de“ einen diffamierenden Bereicht gelesen. Dort steht, daß bei der Begrüßung von „Homosexuellen unter uns“ Pfiffe und Buhrufe ertönten. Das ist gelogen, diese Szene hetzt sich selbst gerne auf. Ich bestätige auch, daß die Bildungsplangegner friedlich waren und von der Polizei geschützt werden mußten.
    Sollte das bei Demos nicht andersrum sein?
    Es ist eine Schande, dass wir überhaupt beschützt werden mußten! Wir waren Familien mit Kindern!
    Buntes Stuttgart heißt leider wohl auch gewaltbereites Stuttgart.
    Wer es nicht glaubt, soll selbst dazukommen.
    Und zuletzt zum Thema selbst: „Wer schreit hat Unrecht“.
    Von uns fordert man nicht nur Toleranz, sondern Akzeptanz.
    Von Toleranz uns gegenüber war nichts zu spüren, Akzeptanz ein Fremdwort. Demokratie sieht anders aus.
    Aber den Duden kann man ja umschreiben….

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