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Deutscher Schulleiterkongress: VBE fordert „deutlich“ mehr Geld für die Leitung einer Schule

DÜSSELDORF. „Der Wille, sich fortzubilden, ist ungebrochen“, stellt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), fest. „der DSLK hat sich als Top-Bildungsveranstaltung für Schulleitungs-Mitglieder etabliert.“ DSLK, das Kürzel steht für „Deutscher Schulleiterkongress. Rund 2.000 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum und dem europäischen Ausland waren nach Düsseldorf gekommen, um auf der Tagung für ihre Arbeit in den Schulen neue Anregungen und Ideen zu bekommen – ausgebucht, so meldeten der VBE und der Informationsdienstleister Wolters Kluwer Deutschland, die beiden Veranstalter. Kein Wunder also, dass sie eine positive Bilanz aus dem diesjährigen Kongress zogen.

Fordert mehr Unterstützung für die Schulleitungen: VBE-Vorsitzender Udo Beckmann unlängst auf dem Deutschen Schulleiterkongress. Foto: Susanne Schnabel

Fordert mehr Unterstützung für die Schulleitungen: VBE-Vorsitzender Udo Beckmann unlängst auf dem Deutschen Schulleiterkongress. Foto: Susanne Schnabel

„Die Rückmeldungen zeigen uns: Unsere Teilnehmer schätzen ganz besonders die Mischung aus neuen Erkenntnissen der Wissenschaft, Workshops und den Beiträgen von Referenten, die nicht aus dem Bildungsbereich kommen“, freut sich Michael Gloss, Geschäftsführer von Wolters Kluwer Deutschland, „der Blick über den Tellerrand und der Austausch untereinander macht den DSLK so attraktiv.“ Unter anderem waren in diesem Jahr Margot Käßmann und Ranga Yogheswar zum nach Düsseldorf gekommen, um Schulleitern neue Blickwinkel aufzuzeigen. „Dazu bietet der DSLK hochkarätige Referenten aus dem Bildungsbereich, die Schulleitungen Tipps geben, wie sie ihre Arbeit und die verschiedenen Aufgaben besser bewältigen können“, so Beckmann. Vor allem die Praxisnähe werde dabei von den Teilnehmern besonders geschätzt.

Gloss mahnte, dass Schulleiter sich häufig mit Aufgaben konfrontiert sehen, die nicht im urtypischen Bereich der Schule lägen: „Gesundheitserhaltung, Personalführung, Qualitätsmanagement – all das sind Dinge, die nicht vom Himmel fallen. Allerdings bieten die Arbeitgeber in diesen Bereichen immer noch zu wenig an Fort- und Weiterbildung an.“ Dazu komme die schlechte IT-Ausstattung, die aber gleichzeitig immer häufiger im Unterricht eingesetzt werden soll: „Lehrkräfte und Schulleitungen sind offen für neue Medien – aber die Realität hinkt dem Anspruch einfach hinterher.“

„Unterrichtsvorbereitung ist schlichtweg nicht möglich, wenn in den Schulen keine entsprechenden Computer zur Verfügung stehen“, bemängelte Beckmann. Er verwies auf eine Teilnehmer-Umfrage der Veranstalter, die auf einer Pressekonferenz vorgestellt worden waren.  Danach hatten 59 Prozent der befragten Schulleiter angegeben, dass sie sich ihr IT-Wissen hauptsächlich privat aneignen. „Es ist ein Skandal, wenn die Arbeitgeber es nicht hinbekommen, Schulleiterinnen und Schulleiter mit entsprechenden Fort- und Weiterbildungen für den Job zu qualifizieren“, so Beckmann. „Auch bei den geschützten dienstlichen E-Mails gibt es noch Nachholbedarf“, führte Beckmann aus. „Sechs Prozent aller Schulleiterinnen und Schulleiter haben keine dienstliche E-Mail-Adresse, mit der sie geschützt mit Eltern und Schulträgern sensible Schülerdaten austauschen können.“

„Anspruch und Realität klaffen immer noch weit auseinander“, stellte Gloss fest. „Der DSLK bietet verschiedene Praxisforen an, die digitales Lernen in den Klassenzimmern aufgreifen und didaktische Tipps geben“, so Beckmann, „aber die Landesregierungen sollten sich deswegen nicht zurücklehnen und die Schulleitungen sich selbst überlassen, wenn es um die Digitalisierung ihrer Schule geht. Die Länder sind in der Pflicht, die Schulen so auszustatten, dass sie junge Menschen nicht mit mittelalterlichen Methoden auf die Zukunft vorbereiten.“  Wer den Schulen eine so schlechte Ausstattung zumute, der lasse gleichzeitig zu, dass Lehrerinnen und Lehre ihre Arbeit in die eigenen vier Wände verlegen, wo sie einen PC haben. „So schürt man Burn-out, obwohl die Lehrergesundheit ein Gut ist, das der Arbeitgeber zum Wohle aller an Schule Beteiligten erhalten sollte“, bemängelt Beckmann.

Darüber hinaus gebe es noch viel Nachholbedarf seitens der Länder: „Der Schulleitungsjob muss deutlich besser bezahlt werden. Ein Schulleiter bekommt Arbeitsfelder eines Managers draufgesattelt, trägt eine hohe Verantwortung für Kollegen und Schüler – aber in der Lohntüte schlägt sich das kaum nieder“, so Beckmann, „kein Wunder, dass es in vielen Gebieten schwierig ist, vakante Schulleitungs-Stellen zu besetzen.“

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann betonte auf der Abschlussveranstaltung, dass Schulleiterinnen und Schulleiter einen verantwortungsvollen Beruf ausüben würden: „Eine Schule zu leiten, ist eine anspruchsvolle Herausforderung, die gleichermaßen pädagogische Führung und das Management von Schule umfasst. Schulleitungen stoßen notwendige Prozesse für Innovationen und Qualitätsentwicklung an. Das verdient unsere Anerkennung und Wertschätzung.“

Die Ministerin betonte, dass es das Ziel der Landesregierung sei, die Arbeitsbedingungen der Schulleitungen schrittweise weiter zu verbessern. So seien seit 2011 rund 61 Millionen Euro in Form von 1.227 Lehrerstellen investiert worden, um die Leistungszeit zu erhöhen. Löhrmann würdigte das große Fortbildungsinteresse von Schulleitern, das sich auch auf dem Kongress zeige. In diesem Zusammenhang verwies die Ministerin auf die umfangreiche und bundesweit anerkannte Leitungsqualifizierung des Landes: „Wir wollen Schulleiterinnen und Schulleitern frühzeitig und so gut wie möglich für ihre Leitungsarbeit qualifizieren. Deshalb beginnen wir in NRW damit, noch bevor eine Schulleiterin oder ein Schulleiter ins Amt kommt.“

„Der DSLK ist der Ort, wenn es darum geht, sich als Schulleiter weiterzubilden“, so Gloss, „nirgendwo sonst kommt so viel Fachwissen so zentriert zusammen.“ Dazu kommt der Austausch untereinander, sagt Beckmann: „Networking wird auch im schulischen Bereich immer wichtiger – voneinander lernen, um Schule besser zu machen. Beim DSLK ist dafür der richtige Ort.“ Der Deutsche Schulleiterkongress 2016 findet vom 3. bis zum 5. März wieder in Düsseldorf statt. News4teachers

Zum Bericht: Deutscher Schulleiterkongress: Eher Humboldt oder mehr Lebenshilfe? Streit um den Sinn von Bildung

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