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Füchtlinge in Turnhallen – kaum Probleme für den Sportunterricht

KÖLN. In bundesweit immer mehr Städten müssen Turnhallen als Notunterkünfte für Flüchtlinge herhalten. Zu Unterrichtsausfall kommt es aber offenbar kaum. Der aufkeimende Frühling tut ein Übriges.

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen stellt Sportvereine und Sportlehrer zunehmend vor Probleme. In bundesweit immer mehr Städten werden Feldbetten für Asylbewerber aufgestellt – Sportler haben dann das Nachsehen.

Bislang sind die betroffenen Schulen mit der zeitweisen Belegung ihrer Turnhallen offenbar zurecht gekommen. Mit dem nahenden Frühling kann der Sportunterricht ins Freie verlegt werden. Foto: Jim Larrison / flickr (CC BY 2.0)

Bislang sind die betroffenen Schulen mit der zeitweisen Belegung ihrer Turnhallen offenbar zurecht gekommen. Mit dem nahenden Frühling kann der Sportunterricht ins Freie verlegt werden. Foto: Jim Larrison / flickr (CC BY 2.0)

Die Städte sind offenbar überfordert: Wenn die Flüchtlinge aus den zentralen Erstunterbringungseinrichtungen der Länder kommen, sind die Kommunen für sie zuständig. Und die kommen mit dem Bau neuer Unterkünfte angesichts des Flüchtlingsandrangs oft nicht hinterher. Damit die Kommunen die Ankommenden unterbringen können, werden Turnhallen provisorisch umfunktioniert.

In Aachen steht eine Turnhalle bereits seit kurz vor Weihnachten leer – zur Vorsorge. «Es gibt Flüchtlingsprognosen, da wird uns heiß und kalt», sagt Stadtsprecherin Evelin Woelk. «So schnell wie die Flüchtlinge manchmal kommen, können wir gar nicht bauen.»

Die leerstehende Turnhalle in Aachen wird eigentlich von einer Städtischen Gemeinschaftsgrundschule genutzt. Derzeit wird an einer Lösung gearbeitet: Solange sie leer steht, sollen die Grundschüler dort demnächst wieder turnen können. Doch da, wo früher die Geräte lagerten, stehen heute Spinde für die Flüchtlinge. Und auch sonst ist die Halle alles andere als leer, was Konrektorin Sandra Hugot aber pragmatisch sieht: «Die ganzen Feldbetten kann man ja dann aber einfach zur Seite schieben.»

Doch nicht nur in Aachen sind Schulen von der Belegung der Hallen durch Flüchtlinge betroffen. Bei der Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat man allerdings bisher noch keine Klagen über Unterrichtsausfall gehört. Diesen Eindruck bestätigt der Bayerische Lehrerverband (BLLV). Zwar sind derzeit in etwa 100 Sporthallen der rund 5000 bayerischen Schulen Flüchtlinge untergebracht. «Das ist aber kein großes Problem mehr», betont Verbandspräsident Klaus Wenzel. «Es kommt der Frühling, und da können die Schüler den Sportunterricht im Freien abhalten.»

Beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zeigt man Verständnis dafür, dass diese Übergangslösungen unvermeidbar sind. Walter Schneeloch vom DOSB kritisiert allerdings, dass Turnhallen keine menschenwürdigen Unterkünfte seien. Er appeliert außerdem an die Kommunen, den Sportbetrieb nicht dauerhaft zu unterbrechen, da Sportvereine für viele ihrer Angebote auf Turnhallen angewiesen sind. «Im Übrigen würde das auch der Eingliederung von Flüchtlingen helfen, denn Sportvereine können eine erste Anlaufstelle und ein Anker für Flüchtlinge in der neuen Umgebung sein», so Schneeloch. (News4teachers aus Material der dpa)

zum Bericht: Flüchtlingswelle bringt Bayerns Jugendämter an ihre Grenze – bundesweite Verteilung angestrebt

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