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Neue Rahmenlehrpläne: GEW fordert mehr Ressourcen zur Umsetzung

BERLIN. Der neue Rahmenlehrplan für die Berliner Schulen bietet nach Angaben des Landesverbands der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Chancen für den Weg zur inklusiven Schule, aber für die Umsetzung müsse das Land zusätzliche personelle und materielle Ressourcen zur Verfügung stellen.

Für Kinder mit ADHS vergeht die Zeit deutlich langsamer als für Kinder, die nicht von der Störung betroffen sind. Foto: Willi Heidelbach/ Flickr (CC BY 2.0)

Berliner Schulen müssen nach Angaben der GEW Berlin viel Zeit für die Umsetzung des neuen Rahmenlehrplans aufbringen. Foto: Willi Heidelbach/ Flickr (CC BY 2.0)

„Grundsätzlich begrüßen wir die Leitgedanken zum neuen Rahmenlehrplan. Dazu zählt genauso der schulstufenübergreifende Ansatz, wie die differenzierte Leistungsbewertung“, so die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin, Sigrid Baumgardt, in einer Pressemitteilung. Für die Umsetzung vieler Punkte bedürfe es allerdings der Unterstützung vom Land.

So bekämen die Schulen einerseits deutlich mehr Spielraum bei der Entwicklung schulinterner Curricula, andererseits sei die Erstellung aber bereits jetzt sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig und bedürfe nun noch mehr interner Abstimmungsprozesse. Lehrkräfte würden zudem bei der individuellen Förderung und der Leistungsbeurteilung und -bewertung stärker gefordert. Sie bräuchten darüber hinaus mehr Zeit für die Arbeit mit Schülern, denn die sollen in die Lage versetzt werden, sich selbst genauer einschätzen zu können. „Das ist kein Selbstläufer, sondern eine Herausforderung, die eingeübt werden muss“, sagt die GEW-Landesvorsitzende Baumgardt.

Die Anwendung der acht Niveaustufen und der differenzierten Kompetenzen müssten ebenfalls die Lehrkräfte leisten. Sie bräuchten dafür Vorschläge, wie bei der Leistungsbewertung verfahren werden soll. „Schon jetzt erfordert binnendifferenzierte Unterrichtsgestaltung, Leistungsbewertung und individuell begleitende Lerndiagnostik einen hohen zeitlichen Aufwand.“

Baumgardt kommt zu dem Schluss: „Mit der Umsetzung der Ziele des neuen Rahmenlehrplans sind die Schulen zeitlich überfordert, wenn nicht nachgebessert wird und zusätzliche personelle und materielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Es müssen deswegen jetzt Signale erfolgen, die die Kollegien mitnehmen. Das bedeutet auch Transparenz darüber herzustellen, wie mit den schriftlichen und online eingereichten Stellungnahmen umgegangen wird.“

Zum Beitrag: Berlin und Brandenburg vereinfachen Rahmenlehrpläne – Online-Anhörung gestartet

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