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Noch ferienmüde? Zum Auftakt der dritten Tarifrunde streiken in Hamburg weniger Lehrer als erwartet

HAMBURG. In Potsdam nehmen Gewerkschaften und Arbeitgeber seit heute einen dritten Anlauf, um in den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst einen Durchbruch zu schaffen. Um die Motivation zu erhöhen, haben Verdi, GEW und GdP in Hamburg zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Hat nicht ganz geklappt. Zwar gingen in der Hansestadt rund 5.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in den Warnstreik. Doch am ersten Schultag nach den Osterferien zeigten sich weniger Lehrer als erhofft auf der Straße.

Zum Auftakt der dritten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder haben laut Gewerkschaften rund 5000 Hamburger Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt. Darunter seien auch etwa 400 Lehrer gewesen, sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Anja Bensinger-Stolze bei einer Kundgebung am Gänsemarkt. «Wir haben zwar mit weit mehr Streikenden gerechnet, aber es ist ein starkes Zeichen», sagte die Vorsitzende. Die GEW war ursprünglich von 1000 streikenden Pädagogen ausgegangen.

Am Gänsemarkt hatten sich rund 1500 streikende Angestellte aller Gewerkschaften versammelt. Die GEW hatte die angestellten Lehrer in Hamburg während der Schulferien zu dem Warnstreik aufgerufen. Am ersten Schultag nach den Ferien nahmen deshalb nur wenig Lehrer an dem Ausstand teil, meinte Bensinger-Stolze. «Wenn wir aber heute kein Ergebnis in den Verhandlungen sehen, rufen wir gleich zur nächsten Streikrunde auf», kündigte die Gewerkschafterin an. Neben Lehrern streikten am Montag auch Mitarbeiter der Bezirksämter, Finanzbehörde, Polizei und Postbank. Die Studentenvertretung Asta beteiligte sich ebenfalls an dem Streik.

Die Gewerkschaften fordern eine Gehaltserhöhung um 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro mehr sowie 30 Tage Urlaub. Vor allem geht es bei den Pädagogen aber um eine Gleichbehandlung von angestellten und beamteten Lehrern bei der Bezahlung. «Es kann nicht sein, dass wir in den Klassenzimmern Lehrer erster, zweiter und dritter Ordnung haben», sagte die GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe.

Betroffen von den Warnstreiks waren am Montagmorgen unter anderem Schulen, Kundenzentren der Bezirke, die Kfz-Zulassungsstelle und Teile der IT-Betreuung. Im Blickpunkt der GEW war die Stadtteilschule am Hafen, deren Standort Neustadt komplett bestreikt wurde. Etwa 200 Lehrer demonstrierten am Morgen vor der Schule. Auch etwa 100 Schüler waren gekommen, die in den Ferien offenbar nichts von der Streikankündigung mitbekommen hatten. dpa

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