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Rolle und Aufgaben der Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit – was Schule im Inneren zusammenhält

„Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei.“ So lästert der Volksmund. Wahr ist: Lehrer geben vormittags Unterricht und widmen ihre restliche Arbeitszeit seiner Vor- und Nachbereitung. Obwohl zur Berufsbeschreibung des Lehrers immer mehr Aufgaben im sozialen Bereich dazu kommen, werden die Pädagogen weder umfangreicher ausgebildet, noch steht ihnen mehr Zeit zur Verfügung. Im Ergebnis werden wichtige außerunterrichtliche Arbeitsfelder nur wenig oder gar nicht abgedeckt. Was der Lehrer für das schulische Lernen leistet, das leistet Schulsozialarbeit für das Schulleben, also für Schüler, Lehrer und Eltern.

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Für Kinder und Jugendliche da sein

Schulkinder stehen nach Unterrichtsschluss oft allein da. Ohne eine gut organisierte Schulsozialarbeit endet der Schultag nach dem Mittagessen und Schüler müssen selbst einen Ort für ihre Freizeitaktivitäten finden. Das ist dann problematisch, wenn sie sich vor dem Fernseher, neben Supermärkten oder an Bushaltestellen aufhalten, ohne am Leben der Erwachsenen teilhaben zu können. bigKARRIERE empfiehlt auf jeden Fall Hilfe der Sozialarbeiter anzunehmen, wenn man kleine oder große Probleme in der Schule hat. Gute Schulsozialarbeit stellt Kindern und Jugendlichen Erwachsene zur Verfügung, die Zeit für sie haben und Räume, die so ausgestattet sind, dass sie zu sinnvoller Freizeitgestaltung animieren. Darüber hinaus sind Schulsozialarbeiter auch während der Unterrichtszeit für Schüler da. Sie entsprechen dem Netz und doppelten Boden, den Schüler hin und wieder brauchen, wenn Schwierigkeiten im Unterricht auftreten.

Die Angebote der Schulsozialarbeit umfassen für Schüler:

– vertrauensvolle Ansprechpartner für alle Lebensbereiche
– Ideengeber und -unterstützer
– sichere Freizeit „unter Aufsicht“

Mit Lehrern zusammenarbeiten

Schulsozialarbeit bedeutet für Lehrer eine enorme Entlastung. Sie erlaubt es ihnen, sich auf das Wesentliche ihres Berufs, den guten Unterricht, zu konzentrieren. Das heißt aber nicht, dass die Sozialpädagogen für Lehrer arbeiten. Vielmehr müssen beide Berufsgruppen zusammenarbeiten, um ein positives Schulklima zu schaffen. Lehrer können die begrenzte Zeit für ihren Unterricht dann effektiv nutzen, wenn sie soziale Themen auslagern und an einen kompetenten Partner abgeben können. Auf der anderen Seite profitiert die Schulsozialarbeit vom strukturierten Ablauf des Schultags, in dessen Rahmen sie Kinder und Jugendliche bei ihrer Entwicklung unterstützt.

Schulsozialarbeit erweitert die pädagogische Leistung durch:

– Übernahme sozialer Themen durch Fachpersonal
– effektive Arbeitsteilung zwischen Unterricht und Schulleben
– Zusatzangebote in der Erlebnispädagogik, Medienpädagogik, Gewaltprävention oder für die Berufswahl

Eltern kompetent und individuell beraten

Laut einer Umfrage durch infratest befürworten weit über 80% der Eltern die Arbeit von Schulsozialpädagogen. Zum Elternsprechtag erfahren Erziehungsberechtigte vordergründig etwas zum Leistungsstand ihrer Kinder. Alle weiteren Fragen zur Entwicklung der Schüler oder gar individuellen Problemen sprengen meist den zeitlichen Rahmen eines Gesprächs mit dem Lehrer. Oft ist er auch nicht genug im Bilde, weil er seine Schüler nur im Verlauf des Unterrichts erlebt und ihm viele andere Situationen im Schulalltag verborgen bleiben. Die Schulsozialarbeit bietet hier auch Eltern einen kompetenten Ansprechpartner und liefert neben allgemeiner Beratung in Erziehungsfragen die Verbindung zum außerschulischen Unterstützungsystem der Kinder- und Jugendhilfe gleich mit.

Für Eltern ist Schulsozialarbeit:

– Zugang zur Erziehungsberatung
– Hilfe bei Problemen und Konflikten mit Kindern
– Unterstützer bei Übergängen wie Schulwechsel oder Ausbildungssuche

Ohne Sozialpädagogen fehlt der Schule Lebendigkeit. Denn so notwendig oder interessant die fachlichen Inhalte des Unterrichts sind, so unterkühlt bliebe das Verhältnis aller Beteiligten ohne den Raum und die Zeit für zwischenmenschliche Bedürfnisse.

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