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Studie: Behinderte und Nichtbehinderte Geschwister profitieren voneinander

SAARBRÜCKEN. Hat bei Zwillingen eines der Kinder das Down-Syndrom, sind die Eltern oft verunsichert, ob das Geschwisterkind ohne Trisomie 21 aufgrund der besonderen Familienkonstellation benachteiligt sein könnte. Die Eltern fragen sich etwa, ob sie sich diesem Kind genug widmen können, ob es durch die Situation überfordert wird oder in der Folge Probleme beim Lernen entwickeln könnte. „Diese Besorgnis ist unbegründet, sagen Forscher jetzt.

„In unseren Analysen konnten wir nachweisen, dass keine Unterschiede in der kognitiven Entwicklung des Geschwisterkindes ohne Down-Syndrom im Vergleich zu Zwillingpaaren bestehen, bei denen keines der Kinder Trisomie 21 hat“, sagt Entwicklungspsychologin Gisa Aschersleben, die mit ihrer Forschergruppe jetzt speziell die kognitive Entwicklung des Zwillingsgeschwisters ohne Down-Syndrom beleuchtet hat.

„So ergaben Intelligenztests der Zwillingsgeschwister von Kindern mit Down-Syndrom ebenso wie auch der Zwillinge der Kontrollgruppe ohne Down-Syndrom gleichen Alters und Geschlechts vergleichbare Werte von im Schnitt über 100, was im durchschnittlichen Norm-Bereich liegt“, erklärt Katarzyna Chwiedacz, Doktorandin in Ascherslebens Forscherteam. Auch in psychosozialer Hinsicht ergaben sich keine Unterschiede: „Bei beiden Gruppen treten Verhaltensprobleme relativ selten auf“, sagt sie. Die Forscherinnen fanden außerdem Hinweise, dass die Zwillinge von Kindern mit Trisomie 21 hinsichtlich sozialer und emotionaler Kompetenz weiter entwickelt sind als andere Kinder ihres Alters. „Die Eltern berichten über besonders ausgeprägte Toleranz, Empathie und Rücksichtnahme im Umgang mit Hilfsbedürftigen. Im Vergleich zu anderen Zwillingen war das auffallend, da bei diesen vorwiegend das wechselseitige voneinander Lernen und die Vorbildfunktion im Vordergrund stand“, erläutert Chwiedacz. Diese Annahmen sollen jetzt weiter untersucht werden.

 (Foto: Conny Wenk „Außergewöhnlich: Väterglück“ Paranus-Verlag 2008).

Behinderte udn Nichtbehinderte Geschwister profitieren voneinander. (Foto: Conny Wenk „Außergewöhnlich: Väterglück“ Paranus-Verlag 2008).

Insgesamt hat die fachübergreifende Forschergruppe von 2009 bis 2014 über 70 Familien mit Down-Syndrom-Zwillingen vom Säuglingsalter bis zum Alter von über 30 Jahren befragt, vorwiegend aus Deutschland, einige auch aus Österreich und dem grenznahen Frankreich. Hinzu kamen mehr als 30 Familien mit Zwillingen ohne Trisomie 21 für die Vergleichsgruppe. Bei Familienbesuchen wurden 46 Familien mit Down-Syndrom-Zwillingen im Alter von vier bis 18 Jahren und 36 Familien mit Zwillingen ohne Down-Syndrom als Kontrollgruppe befragt und untersucht.

Weitere Informationen zum Projekt „Down-Syndrom bei diskordanten Zwillingen: medizinische, psychosoziale und ethische Aspekte“, das von der Volkswagenstiftung gefördert wird: http://www.downsyndrom-zwillinge.de

Ein Kommentar

  1. das dürfen die inklusionsfanatiker aber nicht auf das system schule übertragen.

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