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Unions-Bildungspolitiker gegen „einseitige Bevorzugung von freien Unterrichtsmethoden“

MAINZ. Besonders Grundschüler sollen wieder mehr Führung durch ihre Lehrer erhalten. Das wünschen sich die bildungspolitischen Sprecher der CDU und CSU-Landtagsfraktionen. Die fehlende Bildungsreife vieler junger Leute sei auch auf eine Fehlentwicklung in Schulen zurückzuführen. Auch Jugendpsychiater Michael Winterhoff sieht freie Unterrichtsmethoden zu früh angewandt.

Die Lehrer sollten nach Ansicht von Unions- Bildungspolitikern vor allem in Grundschulen wieder im Zentrum des Unterrichts stehen. «Die einseitige Bevorzugung von freien Unterrichtsmethoden in einigen Bundesländern muss beendet werden», forderten die bildungspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Landtagsfraktionen in einem Beschluss. Dem Lehrer komme eine zentrale Rolle zu.

Unions-Bildungspolitiker wollen den Lehrer wieder ins Zentrum des Unterrichts rücken. Foto: Luis Priboschek

Unions-Bildungspolitiker wollen den Lehrer wieder ins Zentrum des Unterrichts rücken. Foto: Luis Priboschek

«Das ganz freie “Mach, was Du willst” ist aus unserer Sicht eine Katastrophe», sagte die rheinland-pfälzische CDU-Abgeordnete Bettina Dickes. Das Ziel müsse sein: «Der Lehrer bestimmt, was gemacht wird.» Die fehlende Bildungsreife vieler junger Leute sei auch auf eine Fehlentwicklung in Schulen zurückzuführen.

Offener Unterricht wird nicht in erster Linie vom Lehrer, sondern von Interessen, Wünschen und Fähigkeiten der Schüler bestimmt. Der Kinder- und Jugendpsychologe Michael Winterhoff hält ein offenes Miteinander ohne klare Vorgaben des Lehrers ebenfalls für das falsche Modell. «Kinder werden gesehen wie kleine Erwachsene», sagte Winterhoff. Sie würden damit überfordert und hätten keine Chance, sich so zu entwickeln, wie es nötig sei, um die richtige Einstellung für das Arbeitsleben zu haben. Freie Unterrichtsmethoden würden viel zu früh angewandt. Winterhoff war Gast bei der Tagung in Mainz. (dpa)

zum Bericht: Forscher: Frontalunterricht ist besser als sein Ruf

66 Kommentare

  1. mehrnachdenken

    Hört, hört!! Es hat recht lange gedauert, bis diese problematische oder gar falsche Richtung von Politikern erkannt wird.

    • Mit etwas Glück bahnt sich damit eine Rückkehr zu fachlichen Inhalten an Stelle von Kompetenzen in den Schulen an …

    • Ich befinde mich in der Ausbildung zum Reli-Lehrer und höre ständig den Begriff “Inklusion”.

      Wir sollen so weltoffen sein, dass wir auch jeden Virus herzlich willkommen heissen sollen.

      “Und nun fassen wir uns alle an den Händen und drücken diese bedrohlichen Parolen in einem Tanz aus.”

      Grenzen sind nicht ohne Grund entstanden.

  2. Winterhoff hat das Glück, dass er Psychotherapeut ist und nicht Lehrer. Damit wird er wenigstens angehört.

  3. Milch der frommen Denkungsart

    “Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt !”

  4. “Mach, was du willst”… In welchem Bundesland soll es denn das geben?
    Dürfen sich jetzt Schüler der Grundschule lesen, rechnen und schreiben nach eigenem Gutdünken selbst
    beibringen?
    Für mich klingt das sehr pauschal und meines Wissens gibt es in allen Bundesländern Lehrpläne mit Inhalten. Gerade Rheinland _ Pfalz, woher die Töne kommen, ist nicht negativ aufgefallen. So weit ich mich erinnere, hat dieses Bundesland bei der “Prüferitis” – sprich VERA und Co. – die Nase mit vorn. So schlecht können die Inhalte also nicht vermittelt werden.
    Unter “offenem Unterricht” kann man offensichtlich als Nichtfachmann/frau viel verstehen.
    Wenn Michael Winterhoff, der Autor von empfehlenswerten Büchern wie “Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden” dies behauptet, dann muss man das von seinem Hintergrund aus verstehen. Doch: Hat er überhaupt Erfahrung, mit welchen Methoden in der Grundschule offener Unterricht praktiziert wird?
    Offener Unterricht in dem Sinne, dass Schüler eigenverantwortlich sich mit einem vorgegebenem Unterrichtsstoff auseinandersetzen und dann darüber gesprochen wird oder auch die Anwendung einer alternativen Methode zur Lehrerpräsentation bzw. dem Lehrer – Schülergespräch sind völlig legitim.
    Zu den Kompetenzen:
    Dass grundsätzlich jetzt in den Lehrplänen die Kompetenzen betont werden, halte ich bei manchen Inhalten gerechtfertigt, bei anderen sind sie fehl am Platz und da hätte man es besser bei den Lernzielen gelassen.

    • “Mach, was du willst” ist zwar etwas plakativ ausgedrückt, stimmt aber. “Selbstentdeckendes Lernen” wird das genannt oder auch “Selbstorganisiertes Lernen”.
      Auch die Methode “Lesen durch Schreiben” ist selbstentdeckendes Lernen mit der Anlauttabelle. Dass bei ihr seuchenartige Schwächen im Lesen und Schreiben herauskommen, ist inzwischen mehr als bekannt.

      Ob wahr oder ausgedacht, weiß ich nicht. Jedenfalls sollen Kinder auf die elterliche Frage, was sie denn in der Schule gemacht hätten, geantwortet haben: “Wir MUSSTEN wieder tun, was wir WOLLTEN.” Ich kann mir eine solche Antwort durchaus als Tatsache vorstellen.

      Zu den Kompetenzen: Für mich sind sie Phrasendrescherei zur Vertuschung immer größer werdender Wissens- und Könnenslücken der Schüler. Viele können nicht mehr richtig lesen, schreiben und rechnen, haben dafür aber angeblich etwas viel Wertvolleres gelernt, nämlich Kompetenzen.
      Folglich verlassen die Schüler zwar als halbe Analphabeten die Schule, allerdings als kompetente. Allein der Begriff “Kompetenz” hört sich so gut an und entzieht sich jeder Nachprüfbarkeit, dass der Niedergang des Bildungsniveaus als Gewinn verkauft werden kann. Taschenspielertrick oder Illusionskunst nennt man das.

      • Ich kann nur von mir und meinem Umfeld – sprich Schulumfeld – ausgehen. Ich weiß, dass bei mir die Schüler im Grundschulunterricht etwas lernen so wie sie das auch die ganzen Jahre, in denen ich diesen Beruf ausübe, gelernt haben. Durch das Methodenpool, auf das ich inzwischen zurückgreifen kann, ist der Unterricht sogar abwechslungsreicher geworden. Die inhaltichen Akzente haben sich im Lauf der Zeit leicht geändert, manches in meinen Augen zum Guten, manches zum Schlechten. Ca. alle fünf Jahre werden wieder neue Akzente betont, zu 70 Pozent wird “Altes” neu erfunden oder neu zusammengemixt. Aktuelles Beispiel ist die Wiederentdeckung der Lesetechnik. Wo man in der Grundschule insgesamt gut hinschauen sollte, ist, dass die Grundschule nicht zur Spielwiese einiger Personen z.B. aus Forschung und Lehre, die oft wenig Unterrichtspraxis haben, wird, die ihre Ideen in die Grundschule auf Kosten grundlegender Inhalte hineinbringen wollen, die in späteren Schuljahren besser aufgehoben sind. Hier gibt es z.B. im Fach Mathematik einige Beispiele.
        Übrigens: Mich würde einmal interessieren, wer den Begriff “Kompetenz” in die Grundschule hineingetragen hat. Vielleicht hilft das beim Verständnis, warum jetzt alles in dieser Richtung formuliert sein muss, was übrigens zur Zeit meiner Lehrerausbildung ein absolutes No Go war. Da musste klar ein Ziel mit Teilzielen formuliert werden, die überprüfbar sein mussten.

  5. @Papa51
    Richtig, hinter “Kompetenz” lassen sich alle bildungspolitischen und pädagogischen Sünden verstecken.
    Beim selbstentdeckenden “Lesen durch Schreiben” heißt die Tarnkappe pädagogischen Irrsinns “Förderung der Kreativität”. Diese konnte und kann niemals nachgewiesen werden. Dafür wurde aber bewiesen, dass weiit über ein Jahrzehnt lang den Schülern “kreative Legasthenie” beigebracht wurde und noch immer wird.

    Es gibt einen aktuellen Artikel zum „Schraibm nach Gehoea“
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/orthographie-in-schulen-schraibm-nach-gehoea-13456654.html

    Dazu ein ausgewählter Leserbrief:
    “Dieser Artikel kann nicht genug verbreitet werden; er sollte zur Pflichtlektüre für überambitionierte Gleichheitsapostel werden! Was die Schule versäumt oder nicht schafft, wird von engagierten Eltern ausgeglichen – aber eben nur von diesen – und wenn sie überhaupt dazu in der Lage sind. Waisen, Kinder von alleinerziehenden, arbeitenden Müttern und Migrationskinder z.B. sind klar im Nachteil. Das ist oft keine Schuldfrage. Wenn in der Schule die Rechtschreibung jahrelang nicht bewertet wird, wenn Wiederholungen einer Klasse vermieden werden, wenn falsch verstandene Inklusion zur Orientierung an den Lernbehinderten führt, wenn jegliche Anstrengung verteufelt wird (könnte ja unnötigen Stress erzeugen), wenn das Abitur durch bloße Präsenz mittels angepasster Notenschnitte erworben werden kann, tritt dieser Effekt ein. Das Erwachen für die Versuchskaninchen der diversen Schulideologien kommt dann beim Eintritt ins Berufsleben…”

    • Danke für den tollen Artikel. Bisher dachte ich immer, dass das Schreiben nach Gehör eingeführt wurde, um auch die bildungsfernen Kinder zum Schreiben zu bewegen und damit die soziale Ungleichheit abzumildern. Den noch viel negativeren Folgen als der ursprüngliche regelkonforme Unterricht war ich mir nicht bewusst. Meine zuvor schon überaus kritische Meinung zu der Methode wurde noch viel kritischer.

      • “Schreiben nach Gehör” wurde sogar “wissenschaftlich” begründet mit dem Entwicklungsstufenmodell der Rechtschreibung. Vor ca. 15 Jahren sagte man uns in Fortbildungen, dass ein Kind eben auf einer gewissen Rechtschreibstufe anfange und durch mehr Wissen immer mehr Strategien dazulerne. Richtig schreiben sei eine Entwicklung. Deshalb wäre es nicht schlimm, falsche Wörter stehen zu lassen, weil sich das Kind eben erst auf dieser Stufe befände. Das klang damals einleuchtend. Was ich immer kritisch sah, war, dass das visuelle Gedächtnis völlig verneint wurde. (Denn das war ja ein alter Zopf – zu viel Übung mit zu wenig Denkleistung, eine Folge von PISA – und der musste unbedingt abgeschafft werden. ) Dennoch gab es einen Denkfehler: Viele Kinder sind visuelle Lerntypen und prägen sich eben schon die falsche Schreibweise ein, wenn sie sie ständig falsch sehen. (Wehe, wenn man das einmal auf Fortbildungen erwähnte. Das wurde vehement abgestritten!)

        • Axel von Lintig

          Lesen durch Schreiben entbehrt jeglicher validierten, wissenschaftlichen Grundlage.
          Es gab und gibt bisher keine evidenten Studien zu dieser Methode, welche unterstellt, das diese Methode besser ist als die direkte Hinführung des Lesens durch die direkte , unterstützende Hilfe des Lehrers.
          Die “Erfolge” dieser Methode sind katastrophal, und die Ergebnisse dieser Methode sind einfach schlecht.
          Vielfach benötigen die Schüler in den weiterführenden Schulen professionelle Nachhilfe und medizinische Betreuung in Form von Logopädie und durch Kinderpsychologen als Folge des Schulversagens.
          Es reicht aus mit betroffenen Schülern und Eltern zu führen um eine Rückmeldung zum Versagen dieser Methoden zu erhalten.
          Leider wurde seit der groß angelegten Einführung dieser Methoden über die KMK keine Untersuchung oder Befragung durchgeführt.
          Diese Methoden schaden den Schülern und sollten wegen der unkritischen Anwendung durch linguistisch ungeschulte Lehrer und Schulquereinsteiger abgeschafft werden.
          Die Heterogenität der Schüler als Begründung für die Weiterführung dieser Methoden oder als Begründung für deren weitere Durchführung ist nicht hinnehmbar.
          Wir verlangen Aufklärung durch die Behörden durch valide Untersuchungen.
          Es muss Schluss sein mit Schulexperimenten ohne wissenschaftliche Grundlagen.
          Wir Eltern und unsere Kinder müssen die Folgen ausbaden.

          • Es gibt ja bisher auch keine evidenten Studien dazu, dass die Methode nicht zielführend ist.
            Dabei bleibt die Schwierigkeit, dass man eine Gruppe finden müsste, die allein nach dem ursprünglichen Konzept “Lesen durch Schreiben” unterrichtet würde, was ja viele Lehrkräfte bestreiten – ich kenne auch niemanden, der es allein damit tut. Gleichzeitig müsste man andere Ansätze komplett ablehnen und unbeachtet lassen und weitere Interventionen durch außerschulische Erwachsene ebenso unterlassen.

            Im übrigen wäre bei vielen Kindern, die Probleme zeigen, eine Betreuung durch Logopäden und/oder Ergotherapeuten VOR oder gleich zu Beginn der Schule sehr sinnvoll, damit Schwächen aufgearbeitet werden können und es nicht zu Lernschwierigkeiten kommt. DAS hat mit der Methode an sich gar nichts zu tun, denn die Fähigkeiten braucht man bei anderen Methoden auch und auch da gibt es Kinder, die aufgrund mangelnder Wahrnehmungsleistungen Probleme haben, mit denen sie, Eltern und Lehrkräfte viel zu häufig allein gelassen werden.
            Da hätte ich somit lieber eine groß angelegte Studie, die die Fähigkeiten der SuS zum Punkt der Einschulung genau unter die Lupe nimmt, sodass man daraus ableiten kann, wie viele von ihnen therapeutische Hilfe oder anderweitige Unterstützung benötigen würde.

          • Axel von Lintig

            Sie dürfen gerne im Raum Warendorf , Münster und Umgebung derartige Schulen besuchen und die Ergebnisse auswerten.
            Allerdings sind die Methoden auf Grund der “Begeisterung” der betroffenen Eltern und Schüler auf dem Rückmarsch.
            Konnten sich die Anhänger dieser Methoden noch früher auf die Begeisterung der Eltern stützen, müssen diese jetzt deren Unbill fürchten.
            Und es ist ein Leichtes diese gegen diese Methoden zu begeistern.

          • Ich bleibe bei der Meinung, dass sich die Gegner dieser Methode daran aufhängen, wesentlich wichtigere Aspekte aber leider aus dem Blick geraten.
            Das Verbot EINER Methode sichert nicht den Erfolg eines Schulsystems.

            Im übrigen finde ich bedenklich, dass Eltern laut schreien, wenn ihnen etwas nicht passt, und dann sämtliche Behörden sich danach ausrichten. Was passiert, wenn diejenigen Eltern am lautesten werden, die den Medienkonsum nicht kontrollieren, ihre Kinder kaum erziehen und die der Meinung sind, Forderungen der Schule seien völlig überzogen und ihre Kinder nur Bildungsverlierer, weil alles viel zu schwierig ist?

            Ansonsten fehlt mir ja leider das angemessen lange Studium der Psychologie samt vollständiger Statistikkurse sowie das nötige Kleingeld, um eine derartige Umfrage zu erheben, weder die eine, noch die andere.

          • Jegliche Unterrichtsmethode entbehrt der validen wissenschaftlichen Untersuchung. Es gibt immer nur best-practice-Modelle. Viele sind nicht einmal von einer Schülergeneration zur nächsten übertragbar. Noch schlimmer, was in Klasse A ein und derselben Schule wunderbar funktioniert, geht in Klasse C überhaupt nicht. Wer schon einmal drei oder mehr Klassen ein und desselben Jahrganges an ein und derselben Schule unterrichtet hat, rauft sich im Regelfall die Haare.

            Was AvL nicht gerne hören will, ist, dass heute Wert darauf geselegt wird, dass die Schüler möglichst schnell eigene Texte produzieren können sollen. Ich hlte diesen Aspkt für wichtig, dass unter dieser Prämisse die Vervollkommnung der orthograpfischen und grammatikalischen Kompetenzen entlang einer anderen zeitschiene gplant ist, ist dann vollkommen in Ordnung. Es setzt nämlich voraus, dass die Schüler mit der Zeit eigene Strategien entwickeln, ihre Schreibweise zu korrigieren. Dies schetert – obwohl die Schüler die werkzeuge dazu kennen – teilweise an deren Faulheit bzw. Desinteresse.

            Und da AvL in einem anderen Beitrag die 60er Jahre erwähnt hat; ich habe als Ingenieurstudent selbst in en 80ern in Industriebrieben des Ruhrgebietes und des Bergischen Landes Betriebsschreiberinnen kennengelernt, da viele der damaligen erwachsenen Arbeiter im Prinzip funktionale Analphabethen waren – und nicht nur Gastarbeiter. Es gab viele auch deutsche Arbeiter, die nicht in der lage waren einfache Formulare (Urlaubsanträge etc.) oder Warenbegleitscheine auszufüllen. Häufig erstellten diese Betriebsschreiberinnen (gegen gegenleistung) für Kollegen dann auch schon einmal private Schreiben (Behördenschriftverkehr).
            Ich frage mich, warum nur, wenn doch früher (TM) alles so viel besser war

            AvL, der hier ja die Elternschaft in Beckum, krs. Warendorf im südlichen Münsterland ins Feld führt, spricht auch allenfalls für einen teil der Elternschaft und bei weitem nicht für die mehrheit der Elternschaft, die schulpflichtige Kinder haben. Richtig ist, dass er für einen sehr einflussreichen Teil der Elternschaft das Sprachrohr gibt.
            Aber in direkter Nachbarschaft des Landkreises WAF liegt der Lkr. GT. Und in dessen Kreisstadt ist eine renomierte Stiftung angesiedelt, die immensen Einfluss auf die bundesdeutsche Bildungslandschaft hat. Warum setzt AvL sich nicht mit dem Vorsitzenden der Stiftung oder direkt mit L. Mohn so von Nachbar zu Nachbar einmal zusammen, um die Probleme zu klären und hört auf Lehrkräfte und Schülerschaft vor seinen Karren zu spannen.

          • Axel von Lintig

            dickebank,Palim

            Fakt ist, das hier weit verbreitet mit Sommer-Stumpenhorsts Rechtschreibwerkstatt und Rüdiger Urbaneks Tinto gearbeitet wird.
            Das diese Materialien in der Kritik stehen ist hinlänglich bekannt.
            Die Lernergebnisse einer Bevölkering mit einem relativ kleinen Anteil an Migranten der ersten Generation, sind bezogen auf die relativ guten Vorraussetzung mit einer überwiegend deutschsprachigen Bevölkerung sehr bescheiden.
            Bei der Beschreibung dieser Lehrwerke verweise ich auf die Internetseite http://www.grundschulservice.de des Lehrers Jansen.
            Dort werden die Methoden und Lehrwerke kritisch beleuchtet und es erschließt sich mir auch nicht , wie man als Grundschullehrer mit derartigen Materialien Kinder arbeiten lassen kann.
            Beim Versagen der Vermittlung dieser elementaren Grundkenntnisse , wird die Verantwortung für die weitere Vermittlung auf die weiterführenden Schulen übertragen.
            Und das zum Abschluss der 9. Klasse.Das dieses nicht gelingt sehen wir an den schlechten Lese- und Schreibfähigkeiten mit dem Ende der Schullaufbahn.

          • Wie palim halte ich Logopädie und Ergotherapie nicht als Folge einer bestimmten Leselernmethode. Auch bei uns, die wir nicht LdS lehren, empfehlen wir immer wieder Eltern diese Therapien, wenn uns auffällige Sprechweisen/Sprachprobleme (Logopädie) und grundsätzliche motorische Probleme (Ergotherapie), die nicht altersgemäß sind, auffallen. Oft wird das aber schon im Kindergarten angebahnt.

            Zitat:
            “…wie man als Grundschullehrer mit derartigen Materialien Kinder arbeiten lassen kann.”
            Normalerweise arbeitet ein Lehrer so, dass er zuerst etwas ausprobiert, was er gelernt/ gehört hat, macht sich aber vorher Gedanken darüber, wie er das Ganze einsetzt. Wenn sich wenig Erfolge zeigen, wird er nach Alternativen schauen. D.h. eine Lehrkraft ist so ausgebildet, dass sie reflektiert, was sie wie macht und hat ihre Gründe dazu.
            Ich denke, dass die Lehrkräfte, die mit diesen Methoden tagtäglich arbeiten, schon Erfolge sehen, sonst würden sie sie nicht weiter benutzen. Dann ist es die Frage, ob sie diese Methode wirklich lehrbuchartig durchführen. Wenn man dies als anwendende Lehrkraft macht, muss man von den Erfolgen schon ziemlich überzeugt sein. Es sei denn, es herrscht so etwas wie Einigkeit an der Schule/Konferenzbeschluss etc., dann müssen u.U. alle mit denselben Materialien, die an der Schule vorhanden sind, arbeiten.

          • Axel von Lintig

            Also immer weiter so.
            Jede Methode hat also ihre Berechtigung, sie dient sogar der Anpassung an die Individualität der Schülerschaft, alle sind flexibel,
            alles wird ausprobiert, die Innovation an Lehrmethoden wird also weiter zunehmen. Studien brauchen nicht durchgeführt werden,
            da keine Methode im Unterricht validiert werden muss.

            Sie bestehen auf der totalen Lehrmittelfreiheit der Lehrer.
            Schlechte Ergebnisse werden mit der Heterogenität der Schüler erklärt. Heute ist alles sowieso viel schwieriger ?
            Argumentativ ist das Ganze schon ausgereizt.
            Studien aus dem anglo-amerikanischen Raum können nicht auf Deutsche Schüler wegen eines anderen Schulsystems nicht übertragen werden ? Glaube ich nicht, ist auch nicht so.
            Abgelehnt werden die Methoden LDS/freies Schreiben/selbstgesteuertes Lernen ab der ersten Klasse ,dennoch und weiter aufgeklärt wird darüber auch weiter werden.
            Die Ergebnisse wären ohne die Einflussnahme der Eltern noch viel schlechter und diese sorgen zu recht auch für die Ungleichheit der Chancen in unserem Bildungssystem.
            Die Eltern werden schon für den Erfolg dieser Methoden sorgen.
            So verhält es sich auch.
            Na , dann kann es ja lustig weiter gehen. Wird es aber nicht.
            Und es hat sich auch schon etwas vor Ort geändert.
            Aber welchen Einfluss haben denn schon Elternvertreter auf die Schulkonferenz ?
            Wir werden bestenfalls für das Backen von Kuchen und ähnliches eingesetzt.
            Aber wehe jemand stellt verwendete Methoden in Frage. Dann gibt es eben Ärger und parallelen Unterricht.

          • Axel von Lintig

            yspn

            Die Kinderpsychologen finden hier ein sehr gutes Betätigungsfeld vor.
            Die haben hier richtig gut zu tun. Bilde ich mir das auch ein ?
            Warum wird der strukturierte und gesteuerte Zugang zum Lese- und Schrifterwerb derartig vernachlässigt ?
            Nur um diese Pädagogik des selbst gesteuerten , eigen initiativen Unterrichts weiter zu rechtfertigen.
            Frohe Osterferien noch.

          • @AvL – Sie als gegener der von Ihnen kritisierten Methode kennen doch sicher Bundesländer und Kantone im deutschsprachigen Raum, die signifikant bessere Rechtschreibleistungen mit anderen Methoden erreichen?

            Übrigens “Lehrmittelfreiheit” gibt es für Lehrkräfte in NRW nicht. Die müssen ihre Arbeitsmittel selbst beschaffen, sie können diese Aufwendungen allerdings steuerlich geltend machen.
            DAs, was Sie meinen, ist die pädagogische Freiheit – also die Entscheidung einer lehrkraft darüber, wie sie methodisch und didaktisch vorgeht. Diese pädagogische Freiheit wird allerdings durch Vorgaben wie der APO-SI, Durchführungsverordnungen, Erlasse, die Kernrichtlinien in den Fächern, die Implementierungsvorgaben derselben, schulinterne Curricula, Beschlüsse der Fachschaften zu Leistungsmessung und Berwertung, Jahrgangsteam- und Jahrgangsfachteambeschlüsse, verbindliche Absprachen zwischen Fachkollegen, Vorgaben durch VERA, LSE8, ZP10 und Zentralabi eingeschränkt.

            DAs Betätigungsfeld der Kinder- und Jugendpsychologen haben diese sich mithilfe eines Teiles der Elternschaft erschlossen. Sie verwechseln eindeutig Ursache und Wirkung. Wegen der bestehenden Regelungen zum Nachteilsausgleich sind viele Eltern dahinter her, dass ihre Kinder in den Genuss derselben kommen. Die medizinische Diagnose und das Beibringen eines ärztlichen Attestes muss von Schule akzeptiert werden. Hat für Schüler den Vorteil auf entsprechende Vorhaltungen mit dem Standardsatz zu antworten:
            “Aber ie wissen doch, dass ich ADHS, ADS, LRS oder “watt auch immer diagnostiziert worden ist” habe.”

            In allen anderen medizinischen Bereichen kommt nach der Diagnose nämlich die Therapie. Im vorliegenden Fall ist die Diagnose die Entschuldigung für Minderleistungen., die Therapie – schulische Förderung – wird nämlich nicht als Mittel zr Bekämpfung der Folgen der diagnostizierten Teilleistunsgstörung durch eigene Beteiligung unterstützt.

            Ihr Kampf gegen Windmühlen übersieht einen grundlegenden Aspekt, das der derzeitigen Didaktik zugrundeliegende erziehungswissenschaftliche Modell ist der Konstruktivismus, das den intrinsisch motivierten Lerner als Rezipienten schulischer Aktivitäten bedingt.
            Kurz: Der Nürnberger Trichter ist gedanklich gestrichen, der Lerncoach muss nur die intrinsisch motivierten SuS da abholen, wo sie stehen. Anregende Lernanlässe in guter Lernatmosphäre führen dann dazu, dass die Lernenden sich mit Hilfe der bereitgestellten Lernmaterialien sich in verschiedenen Sozialformen, die der Lehrende steuern kann, selbst aneignen, wobei jeder in seinem eigenen Tempo arbeitet, um sein individuelles Lernziel zu erreichen. Sie hingegen, wollen etwas vollkommen anderes, was es so zuletzt vermutlich bei Margot gegeben hat.

          • Axel von Lintig

            Nein, ich will die strukturierte Anleitung der Grundschüler beim Erlernen des Lesens und Schreibens, damit die Voraussetzungen zum eigenständigen Lernen gegeben sind.
            Die Verweigerung dieser gezielten Hinführung zum automatisierten Lesen und Schreiben sorgt über die zahlreichen Fehler,die sich verfestigen, zu den bekannten Problemen der Schüler.
            Die verschiedenen Phasenmodell des Rechtschreiberwerbs sind für das Lernen des Schülers nicht hilfreich. Sie dienen dem Lehrer höchstens als Erklärung für seine gescheiterten Versuche der Vermittlung dieser Kenntnisse der Schüler .

          • Axel von Lintig

            DICKEBANK

            Sie schreiben in Ihrem Kommentar vom 19.4.17 um 7:33, das die Schüler möglichst schnell zu eigenen Verschriftlichungen kommen sollen.
            Das sehe ich auch so.Aber erst durch gezielte Vermittlung der Hauptgrapheme in Verbindung mit strukturierten Schreiblehrgängen gelingt dies wesentlich schneller und effektiver.
            Die durch die eigen initiative und selbst gesteuerte Selbstlernmethode antrainierten Fehler machen sich in der weiteren Schreibentwicklung deutlich bemerkbar und verlangsamen das Erlernen dieser Kulturtechnik.
            Das alles auf eine mangelnde Eigeninitiative der Schüler zu schieben bedeutet eine Verkennung der tatsächlichen Probleme.
            Es fällt den Schülern mit zunehmenden Alter immer schwerer diese Fehler abzustellen, da sie sich neuronal gefestigt haben.
            Es gibt genügend Literatur sich das Verständnis für diese Abläufe anzueignen. Auch noch im Alter.
            Die Tatsache, dass in ihrer Studienzeit viele Arbeiter nicht flüssig schreiben konnten erklärt aber nicht den Umstand, dass die Kinder von guten Schreibern heute nicht mehr die richtigen Schreibungen erlernen und im Gegensatz zu ihren Eltern heute deutliche Probleme haben.

          • Schule bzw. Unterricht on demand werden Sie aber nicht bekommen.
            Lehrkräfte sind keine Dienstleister. Wenn Kinder orthographische regeln nicht lernen oder anwenden wollen, so ist das kein Reklamationsgrund.
            Eltern, denen das schulische Angebot öffentlicher Schulen nicht passt, haben ja die Möglichkeit sich private Schulträger zu suchen, die ihren Vorstellungen entsprechen.
            Ist kein entsprechendes Angebot auf dem Markt vorhanden, bleibt immer noch die Möglichkeit eine eigene Schule zu gründen und um Zulassung nach dem Esatzschulprogramm zu erreichen. Alo ganz im Sinne des von J.F. Kennedy ausgegebenen Mottos.

            Aus meiner Sicht ist die richtige, dudenkonforme Orthographie ohnehin eher verzichtbar als elementare rechenkenntnisse. Rechtschreibung wird maßlos überbewertet.

          • Essen mit Messer und Gabel ist auch eine Kulturtechnik. Und wie der Trend zu Fast-Food und Take-away-Angeboten zeigt icht unbedingt zum Überleben notwendig. Mit der rechtschreibung verhält es sich ähnlich. Die eines Herren Schiller war auf jeden Fall lausig, auch wenn er so den einen oder anderen durchaus verzichtbaren Klassiker zusammen geschmiert hat – Waren eben Auftragsarbeiten.

          • Axel von Lintig

            dickebank

            Sie verkennen, dass viele der Schüler mit ihren antrainierten Rechtschreibschwächen, ihren Problemen im Ausdruck und ihren stilistischen Problemen sich gar nicht mehr trauen zu schreiben.
            Fragen sie doch einmal selber bei Berufsschülern und deren Lehrern nach.Das ist ein echtes Problem für diese.
            Goethe wird auch immer wieder angeführt. Zu seiner Zeit gab es regional verschiedene Arten der deutschen Schreibung. Das änderte sich erst in der Kaiserzeit mit der Einführung verbindlicher Schreibweisen. Aber was soll es. Warum zeigt man den Schülern nicht die Hauptgrapheme und die simpelsten Regeln der deutschen Schreibung.
            Oder beherrscht die heute keiner mehr. Zumindest in einigen Standartlehrwerken werden diese vermittelt.

          • Berufsschulen sind nun einmal keine allgemeinbildenden schulen und per Definition Schulen der sekundarstufe II. Im Prinzip sind Berufsschulen bzw. Berufkollegs wie Grundschulen Schulen, die alle SuS unterrichten Müssen, die das 18. Lebnmsjahr noch nicht vollendet haben.
            Wenn suS im Berufsvorbereitungsjahr oder im Berufsgrundschuljahr, in Berufsfachklassen orthographische Probleme haben – so what. Die gleichen Probleme hatten deren altvordere auch schon. So toll sind die rechtschreibleistungen 45-jähriger Facharbeiter in der regel auch nicht.
            Bei SuS von Berufs- und Fachoberschulklassen, Höheren fachschulen, beruflichen Gymnasien oder gymnasialen Oberstufen an BKs sollten die Rechtschreibkenntnisse hingegen deutlich über den entsprechenden Kompetenzen der SuS aus dem Berufsgrundschuljahr bzw. der Berufsvorbereitungsklassen liegen.

            Watum sollten bestimmte Berufsgruppen unfallfrei schreiben können, im regelfall benötigen sie es in ihrem Berufsleben so gut wie nicht mehr.

          • Axel von Lintig

            dickbank
            Wem von uns steht denn zu, zu entscheiden, ob jemand im weiteren Leben schreiben kann und darf, dieses beherrscht oder auch nicht.
            Die Schule hat dafür zu sorgen , dass diese Kulturtechniken effektiv vermittelt werden, damit man ein selbstbestimmtes Leben führen kann.In einer modernen Industriegesellschaft sollte man diese Kulturtechniken beherrschen.
            Den nicht zulässigen Vergleich zwischen zwei unterschiedlichen Altersgruppen, etwa 65 jähriger mit 20 jährigen hat schon Brügelmann vollzogen. Mehrere Gründe schließen dieses Vorgehen aus.

            1. Die Rechtschreibeleistungen nehmen bei Nichtgebrauch mit zunehmenden Alter ab.
            2.Hinzu kommt noch die krankheitsbedingte Verschlechterung der Schreibleistungen,zum Beispiel bei Diabetes mellitus, beim Schlaganfall und allen anderen Zivilisationskrankheiten.

            Natürlich nehmen die Leistungen mit einer höher gradigen Beschulung zu.
            Andereerseits kann man auch als Abiturient mit 65 Jahren sich zum funktionellen Analphabeten entwickeln, etwa durch stures Nichtlesen, Krankheiten usw.

          • Eigenverantwortung.
            Egal welche Methoden in der Schule angewandt werden, letztendlich ist jeder für sich selbst verantwortlich.
            Wer also keinen Wert auf orthographisch richtige Schreibweise und Interpunktion legt, wird sich auch nicht darum bemühen.
            Wenn selbst bei Abiturklausuren die Rechtschreibung bezüglich des Anteiles an der Gesamtnote einen vernachlässigbaren Stellenwert hat, werden die Schüler das bei ihren Überlegungen entsprechend berücksichtigen bzw. einpreisen. Orthographie ist also nichts Anderes als l’art pour l’art. dem Bildungsbürgertum ist sie ein Wert an sich, andere pfeifen drauf – also alles, nur kein Grund sich zu echauffieren.

            Wer richtig schreiben will und orthographische Kompetenzen zur Berufsausübung benötigt, der wird sie auch erwerben. Wer dies nicht braucht, wird sich auch nicht viel Mühe geben. So läuft eben individuelle Förderung. Suum cuique (falls das wg. Missbrauch im Dritten Reich nicht auf dem Index steht).

          • Axel von Lintig

            Es geht nicht um l´art pour l´art, sondern den strukturierten Erwerb dieser Kulturtechnik. Auch beim Erwerb der Fremdsprachen erhält man diese Hilfen und man muss sich nicht alles selbst erdenken ohne die Vorgabe der korrekten Schreibweisen.
            Warum soll das nicht auch für Grundschüler gelten. Schließlich bildet dieses lateinische Alphabet die Laute der deutschen Sprache nicht 1 :1 ab.

  6. Schade, dass in den Kommentaren schon wieder “offener Unterricht” = “Schreiben nach Gehör” gesetzt wird (was ja, wie wir seit einigen Diskussionen darum wissen, keine Lehrkraft in Reinform unterrichtet)

    Mal eine Gegenfrage:
    Wie soll denn Unterricht in der inklusiven Grundschule aussehen, wenn auf offene Formen verzichtet wird?

    • Milch der frommen Denkungsart

      Ich persönlich halte den “offenen Unterricht” per se für durchaus nicht vom Teufel; ihn freilich zum flächendeckenden Allheilmittel aller schulischer
      Gebrechen zu deklarieren und ihn insbesondere
      wie eine dogmatische Schablone im Gewand der
      “Kompetenzorientierung” zwangszuimplementieren,
      war ein pädagogischer Sündenfall mit Ansage.

    • Was für eine Logik!? Da stellt sich eine Methode als Gift für die Schüler heraus und Sie sagen zu deren Verteidigung: Keine Lehrkraft verabreicht das Gift in Reinform, sondern etwas verdünnt.
      So können m. E. nur Leute argumentieren, deren Herz trotz großer Beweislast weiterhin für eine Methode schlägt, die schädigt.
      Im Übrigen ist gut, dass “Schreiben nach Gehör” als ein Beispiel für offene Unterrichtsmethoden genannt wird. Ihnen wäre vermutlich lieber, wenn in einer Diskussion weniger hautnah argumentiert würde. Großspurige Behauptungen und leere Versprechungen gespickt mit hochtrabenden Fremdwörtern haben sich erfahrungsgemäß immer gut bewährt, wenn der Öffentlichkeit und den Lehrern “des Kaisers neue Kleider” angedreht werden sollten.
      Sie sprechen noch von der Notwendigkeit offener Unterrichtsformen angesichts der Inklusion an den Grundschulen. Wenn denn Herr Winterhoff zu Recht vor einer zu frühen Anwedung freier Unterrichtsmethoden warnt, macht es dann Sinn, sie wegen der Inklusion als unverzichtbar anzusehen? Damit warnen Sie nur vor der Inklusion, obwohl sie meiner Vermutung nach ein Anhänger sind.

      • Ich warne nicht vor Inklusion, ich habe sie tagtäglich vor Augen,
        wie auch eine absolut heterogene Schülerschaft, die nicht gleichschrittig und gleichzeitig Gleiches zu lernen vermag. Die Vielfalt hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, eine Menge Kinder haben große Schwierigkeiten in der Wahrnehmung, andere haben Unterstützungsbedarfe unterschiedlicher Art. Förderstunden kommen in den Klassen nicht an.

        Wer also in solchen Lerngruppen unterrichten kann, möge das zeigen: ohne offene Formen. Das bedeutet: frontal mit allen Konsequenzen.

        Sie unterstellen mir großspurige Behauptungen und leere Versprechungen? Ich habe eine Frage gestellt:
        Wie kann Unterricht heute gelingen, wenn man auf offene Formen per se verzichtet.

        Dazu hätte ich gerne eine Antwort, die möglichst konkret und alltagsrelevant ist.

        • Meine Antwort: Eine radikale Inklusion unter Auflösung der Förderschulen kann nicht gelingen. Sie bedeutet Chaos und Stress für alle Schüler und Lehrer.
          Sie kann und darf auch nicht mit Unterrichtsmethoden “erkauft” werden, die schädliche Nebenwirkungen haben.
          Wenn nicht auf Methoden wie “Schreiben nach Gehör” verzichtet werden kann, ist das ein Offenbarungseid für die Inklusionstheorie.
          Nur immer von UNO, Menschenrecht und Bereicherung für alle Kinder zu reden, genügt nicht, wenn die Praxis zeigt, dass Inklusion weitgehend bedeutet “Mach, was du willst”. Auch das ist für alle Beteiligten noch Lärm, Unruhe und Chaos genug.

          • @Lena: Wo nimmst du es nur her?
            Die Inklusion habe ich mir ja nicht ausgesucht, die kommt einfach in meine Schule spaziert, ebenso wie Kinder mit vielen Medienerfahrungen, sprachlose Kinder, Kinder, die nicht bis 5 zählen können und noch nie einen Würfel in der Hand hatten, genauso wie Kinder, die schon über 100 rechnen oder hervorragend lesen können.
            Dabei geht es gar nicht um eine „radikale Inklusion unter Auflösung der Förderschulen“ und übrigens auch nicht um Migranten, sondern um den ganz normalen Alltag wohlgemerkt auch nicht in einem Ballungsraum, sondern in einem recht ländlichen Gebiet. Die I-Kinder kommen noch oben drauf.
            Somit wird auch nichts mit „Unterrichtsmethoden `erkauft`“, ich habe auch nicht von Bereicherung, UNO oder Menschenrecht gesprochen – alles Themen, die du anführst.
            Auch habe ich nicht gleichgesetzt, dass Inklusion „Mach, was du willst“ bedeutet. Du verquickst Themen, die gar nicht angesprochen waren.
            Meine Frage bleibt: Wie kann man mit so unterschiedlichen Kindern arbeiten, wenn man keine offenen Formen einsetzen will? Anscheinend gibt es darauf keine konkrete Antwort.

    • Axel von Lintig

      Direkte Instruktion mit klarer, deutlicher und verständlicher Anleitung und anschließenden eigenen Übungen der Schüler und mit der anschließender Gegenkontrolle.

      • Soll das die Antwort auf die Frage von März 2015 sein: “Wie kann man mit so unterschiedlichen Kindern arbeiten, wenn man keine offenen Formen einsetzen will?”

        • Axel von Lintig

          Folgende Situation: Wir schreiben das Jahr 1963. Sie haben in Essen-Kettwig Ihr Studium als Grundschullehrer beendet. Sie unterrichten 2 Schulklassen im ersten Schuljahr mit 42 bzw 46 Schülern, darunter Spätaussiedler-Kinder aus der Polnischen Volksrepublik, einige Italiener und Menschen aus dem Ruhrgebiet.
          Sie unterrichten jede Klasse in 17 Wochenstunden und zusätzlich geben Sie noch 4 Stunden Unterricht in einer Volksschule.
          Sie haben keine Schulmaterialien, außer die von Ihnen angefertigten Materialien und Ihre gute linguistische Ausbildung.
          Sie arbeiten mit den Schülern sehr intensiv und immer mit der gesamten Gruppe.
          Das waren die Verhältnisse, wie sie mir diese erfahrenen Lehrer schildern.
          Und diese Lehrer brachten fertig, was sich für jeden heutigen Lehrer als unvorstellbar darstellt.

          • Was brachten sie den fertig?

          • Axel von Lintig

            Das war die Generation meiner Grundschullehrer.Und die beschriebene Person ist eine Verwandte.

          • Axel von Lintig

            Was brachte denn Brügelmann fertig ?

            Er hat einfach alles in der althergebrachten Grundschulpädagogik in Frage gestellt, viele seiner Ideen wurden begeistert von unkritischen , politischen Entscheidungsträgern umgesetzt, was er sich nicht erträumen konnte, konnte er jetzt mitgestalten, aber es wurde, wie sich jetzt herausstellt, zum Fiasko.
            Und genau das fällt auf ihn jetzt zurück.
            Er wähnt sich als einer der ganz großen Pädagogen, was auch seine akribische, stete Präsens bei kritischer Berichterstattung in den Medien über seine Methoden erklärt, kämpft als Interessenvertreter seiner Pädagogik im Grundschulverband, wirkt über diesen direkt auf die Kultusministerkonferenz ein, war Gutachter im Verbotsantrag gegen einen Teil seiner von ihm mit initiierten Methodik im Düsseldorfer Landtag, ist Mitherausgeber entsprechender Grundschulmaterialien und hat anscheinend keinen Interessenkonflikt damit.
            Es wird sich herauskristallisieren, dass man derart nicht arbeiten und agieren darf, um die Grundschulpädagogik voran zubringen.
            Der Elfenbeinturm schwankt gewaltig, ob die Seilschaften halten werden ?
            Er wird sie alle mitziehen.

          • Weil Sie nicht Brügelmanns Ansätze vertreten möchten, sondern dagegen agieren, wünschen Sie sich also die Verhältnisse von 1963 zurück?

          • Axel von Lintig

            Welch ein Unsinn!
            Ich habe lediglich beschrieben, dass die Verhältnisse damals schwierig waren, da man auf eigene Materialien zurückgreifen musste, wenn man effektiv arbeiten wollte.Diese Generation junger Lehrerinnen war sehr aktiv un d motiviert,
            Es gab noch keine strukturierten Schreiblehrgänge nach analytisch-Synthetischer oder Silben-analytischer Methodik.
            Es wurde sehr direkt mit den Schülern gearbeitet,
            Und , es gab im wahrsten Sinne des Wortes bei diesen Lehrern nicht die schwarze Pädagogik des Münsterlandes und des Rheinlandes.
            Das hatte bei deren Opfern anscheinend nachhaltige Wirkung.
            Brügelmann kam aus Köln, Sommer-Stumpenhorst aus dem Münsterland.Gleichaltrige Rentner berichteten mir von dieser Art Pädagogik, wie wir sie am rechten Niederrhein und in Schleswig-Holstein nie erlebten.

          • Axel von Lintig

            Brügelmanns Pädagogik wirkt sich auf Schüler mit Migrationshintergrund in der ersten Generation, Schüler mit einer Sprachentwicklungsverzögerung, auditiven Wahrnehmungsstörungen, aus einer Sprach armen Umgebung , ADS und anderen kognitiven Einschränkungen negativ aus.
            Die Inanspruchnahme von Nachhilfe durch finanziell und logistisch besser gestellte Elternhäuser, bewirkt, dass seine Methoden Schwächere und sozial benachteiligte Gruppen, abgehängt werden.
            Und genau dieses Ergebnis entspricht dem deutschen Schul-System, wie es die PISA-Studie beschreibt.
            Deshalb halte ich seine Pädagogik für reaktionär.

          • Die Verhältnisse heute sind auch schwierig, die Lehrer auch engagiert und sehr viele greifen auf eigene Materialien zurück … man sieht ja bei 4teachers, wie viele Lehrkräfte ihr Material teilen, selbst erstelltes Material das sie teilen können.

            Vieles, was man heute im Unterricht nutzt, gab es schon lange Zeit vorher, manches geriet in Vergessenheit und wurde später wieder aufgegriffen. Manches erfindet man neu und sieht es später bei anderen Lehrkräften oder aber in alten Schulbüchern wieder.

            Immer aber mussten Pädagogen die SuS im Blick haben, die in diesem Moment in ihren Klassen beschult wurden oder werden … und viele Pädagogen sind in der Lage, daraufhin die Materialien anzupassen und entsprechend einzusetzen.

            Vielleicht nimmt die Bereitschaft dazu ab, nicht, weil Lehrkräfte schlecht ausgebildet wären oder es schon so viele hervorragende Materialien gäbe, sondern, weil sie so überlastet sind, dass sie kaum Zeit dazu finden.

            Um so wichtiger der Austausch im Internet, wobei auch das von der Lehrkraft Initiative und Mitdenken erfordert, damit die eingesetzten Materialien zum Unterricht passen – unabhängig von irgendwelchen Studien, aber mit sehr genauem Blick auf ihre SuS und deren Leistungen.

          • Essen-Kettwig ist im Süden von Essen, folglich damals wie heute auf der Insel der Glückseligen der Stadt. Wären die Kinder in Fischlaken zur Schule gegangen, hätten sie vermutlich noch eine Zwergschule kenengelernt.
            Interessant wäre, welche Erfahrungen die Kolleginnen Ihrer nahen Verwandten im damaligen Norden der Satdt gemacht haben, also in Stadteilen wie Altenessen, Karnap, Stoppenberg oder Frillendorf.

            Das Problem, das die HH-Mutter beschreibt, hängt nämlich einzig und allein mit der Einschulungspraxis in alen deutschen Bundesländern zusammen. Kinder werden entsprechend ihres Alters und nicht nhand ihrer Vorkenntnisse und persönlichen Entwicklung eingeschult. Es gibt also keine altersgemischten Klassen. Es werden folglich vom sechsjährigen zugewanderten Kind die gleichen Kenntnisse der Unterrichtssprache verlangt wie vom biodeutschen Kind. Kinder die nicht in D geboren worden sind und ggf ihre Grundschulzeit in einem anderen Land verbracht haben oder die überhaupt nicht alphabetisiert sind (neuere Entwicklung), werden dann in das dritte Schuljahr integriert und durchlaufen die GS in drei Jahren. Sie kommen dann ggf. als 12-jährige ind die 5. Klassen der weiterführenden Schulen. Neben zwei DaZ-Stunden je Woche müssen diese Kinder bzw. Jugendlichen in den regulären Fachunterricht integriert werden. Egal welche Methode oder welches didaktische Konzept vom Fachlehrer angewendet wird, scheitern diese Schüler, da sie große Teile der Unterrichtsinhalte und Arbeitsaufträge rein sprachlich nicht verstehen.

            Die fünf Schulstunden, in denen sie in der Unterrichtssprache Deutsch unterwegs sind, reichen zum Erlernen dieser Fremdsprache nicht aus. Nach Schulende wird in der Familie in der Muttersprache kommuniziert und es werden mutterprachliche Fernsehkanäle gewählt. Woher sollen also die für den Unterricht dringend benötigten Sprachkenntnisse der Unterrichtssprache kommen?
            Es bleibt also im Fachunterricht – und hier ist nicht der deutsch-Unterricht gemeint – nichts anderes übrig, als die die Schüler nach ihren Sprachkenntnissen zu gruppieren und die Arbeitsaufträge zielgruppengerecht zu formulieren. Mehr als Dreiwortsätze lässt die Kommunikation in manchen Fällen dann nicht mehr zu.

          • Axel von Lintig

            Nein,sie studierte in Essen und sie hat in Voerde am Niederrhein und in Georgs-Marienhütte, bei Osnabrück , unterrichtet.

            Deshalb ist es um so wichtiger, dass es in den Stadtteilen mit hohem Ausländeranteil gut organisierte Betreuungseinheiten für diese Kinder gibt, in denen ihnen bei den Hausaufgaben geholfen wird und gute Freizeitangebote gibt. Im WDR wurde in der vergangenen Woche ein derartiges Projekt vorgestellt. Die Reporterin betreute es als Praktikantin.Ich verbesserte Chancen für diese Kinder.

          • Betreuung ist aber Sache der Kommune nicht des Landes.
            Es wird eben zwischen innerer und äußerer Schule unterschieden.
            Je schlechter eine kommunale Verwaltung finanziell aufgestellt ist – und das ist sie zwangsläufig, wenn sie hohe Soziallasten zu tragen hat – desto schlechter ist die schulische Infrastruktur und die betreuungsangebote.

            Reiche Eltern können sich eine OGS oder private Kinderbetreuung erlauben, ärmere sind auf Ganztagsschulen, die aber von weiten Teilen der oberen Mittelschicht und der Oberschicht abgelehnt werden, angewiesen.
            Eltern, die in prkären Beschäftigungsverhältnissen stecken, die Dienstpläne nur kurzfristig erhalten, haben keine Planungssicherheit und sind auf schulische Betreuungsangebote angewiesen. Die können die OGS nur für 5 Tage je Woche buchen und belasten so die kommunalen Haushalte noch einmal zusätzlich.

          • @dickebank
            Welche Lösung schlagen Sie dann vor, aus diesem Dilemma herauszukommen?
            Bei uns treten zugewanderte, nicht deutsch sprechende Grundschulkinder in überschaubarer Anzahl auf. Doch ich persönlich habe bei den wenigen eine interessante Erfahrung gemacht:
            Es gibt Kinder, die innerhalb von 2 Jahren die deutsche Sprache – bis auf die schriftliche Ausdrucksfähigkeit (hier merkt man die geringere Erfahrung mit dem Wortschatz) – in der Schule erstaunlich gut beherrschen und schnell lernen. Dahinter steckte allerdings in fast allen Fällen ein bildungsinteressiertes Elternhaus, wenngleich ich in Gesprächen mit den Eltern öfter einmal die Kinder als Übersetzungshilfe brauchte, bis die Eltern selbst mit dem Deutschen klar kamen.
            Eher schlechte Erfahrungen habe ich damit gemacht, wenn sich in altershomogenen Klassen ältere Schüler befanden. Gerade in Bezug auf die Pubertät (ab Mitte 3. Schuljahr, vor allem dann im 4. Schuljahr) wurde der Unterschied krass. Das betrifft allerdings auch Schüler, die wegen anderer Gründe ca. 2 Jahre älter sind. Diese haben oft Leistungsprobleme. Leistungsprobleme haben und älter zu sein als die meisten der Klasse ist bei beginnender Pubertät ca. im 4. Schuljahr eine hochexplosive Mischung. Das wirkt sich auf die gesamte Klasse nicht unbedingt positiv aus.

          • Mein Kommentar von 10:30 bezog sich auf Kommentar von 7:04

          • Zu Axel von Lintig, 18.4. 23:31
            Ich bin zu dieser Zeit in die Schule gegangen. Das was Sie schildern, wäre unten den heutigen Bedingungen eine Meisterleistung,war es aber – ohne das Engagement der Lehrkräfte damals zu schmälern wollen, denn es war eben zu der Zeit so – nicht. Ein Unterricht mit so vielen Schülern war deshalb machbar, weil Lehrer zu jener Zeit als unangefochtene Autorität galten und zudem empfindliche Strafen verteilten. Innerhalb von Klassen herrschte je nach Lehrkraft eine Atmosphäre der Angst, zumindest aber des Respektes. Bei den Eltern brauchte man sich als Schüler nicht beklagen, denn diese stellten sich hinter die Lehrer. Im Schulhof und auf den Gängen herrschte Disziplin. Der Unterricht bestand aus zuhören, sich melden und schreiben. Die Inhalte waren im Vergleich zu heute bis auf das Rechtschreiben und die schriftlichen Verfahren in Mathematik reduzierter – von Deutsch Grammatik und Aufsätzen habe ich in der Grundschule nicht viel mitbekommen, zwischen dem Anspruch der Grundschulmathematik und später des Gymnasiums bestand eine riesen Diskrepanz.
            Zu jener Zeit gab es keine Überflutung von Medien, wir haben uns gefreut, wenn wir einmal einen Schwarzweiß – Film sehen durften oder einmal ein mit dem damaligen gebräuchlichen Spiritus – Umdrucker ein “Arbeitsblatt” bekamen. Dennoch waren viele von uns interessiert an Bildung; ich vermute einmal, dass es damit zusammenhing, dass wir in der Schule Dinge erfuhren – in der Grundschule z.B. im Fach Heimatkunde – für die wir sonst keine Informationsquellen hatten.
            Letztendlich war es für Lehrkräfte damals leichter, eine disziplinierte Klasse der damaligen Generation, wo die Eltern dahinterstanden und man innerhalb der schulischen Autorität mit Strafmaßnahmen kommen konnte, die heute unmöglich wären, mit 50 Schülern zu unterrichten als heute eine heterogene mit 20 Schülern.
            Noch eine Bemerkung: Ich habe als Lehrkraft angefangen, wo es außer Büchern noch wenig vorgefertigte Materialien gab. Dennoch empfand ich das Unterrichten damals einfacher als heute. Früher war der Anspruch an den Unterricht ein ganz anderer. Es ging darum, mit den Materialien, die einem damals zur Verfügung standen, Kleinstziele, die einem großen untergeordnet waren, zu erreichen. Da war man dann schon zufrieden, wenn man für eine kleine Einheit ein Bild eingesetzt hat und für die nächste den OH- Projektor, danach ein Unterrichtsgespräch, danach die Tafel, dann einen Text aus dem Buch und danach vielleicht einen Lücktext.
            Die Möglichkeiten waren sogar zu meiner Anfangszeit viel überschaubarer. Wie überschaubar waren dann die Möglichkeiten 15 – 20 Jahre zuvor.
            Was ich zudem noch festgestellt habe: Seit Lehrer den Computer zur Unterrichtsvorbereitung nutzen (können) ist der Anspruch an die Unterrichtsgestaltung und der Zeitaufwand immens gestiegen.

          • @ysnp – das, was von anderen Seiten auch schon eingefordert wird, nämlich unterschiedliche Personalausstattung der Schulen. Würde die Personalzuweisung nicht allein nach der angemeldeten Schülerzahl sondern nach tatsächlichem Bedarf erfolgen, dann wäre viel gewonnen.
            Der unterschiedliche Bedarf einzelner Schulen ergibt sich aus dem Förderbdarf der Schülerschaft. Schulen im “Brennpunkt (Standorttyp 5 in NRW) müssten bei der Zuweisung von Lehrkräften, Schulsozialarbeitern, Sonderpädagogen, Betreuungskräften etc. einen anderen personalschlüssel (Lehrer-Schüler-Relation) unterworfen werden. Bei großen wirtschaftlichen und sozialen Problemen in einem Schuleinzugsbereich muss es höhere Personalzuweisungen geben.
            Des Weiteren wäre es gut, wenn auf die üblichen Länderrankings im Bildungsbereich verzichtet würde und Vergeliche auf der Basis der sozioökonomischen Kennwerte einzelner Regionen erfolgen würden. Es gibt Regionen in der Oberpfalz (BY), die ähnliche Probleme haben wie Schulen in Teilen Bremens oder Regionen in NRW. Genauso gibt es Regionen in NRW die mit Schulen in Oberbayern konkurrieren können.

            Der schulische Erfolg und folglich die Lebensperspektiven von Kindern und Jugendlichen können doch nicht davon abhängen, wo sie groß geworden sind. Andernfalls verfestigen sich Bildungsferne und Armut in einigen Regionen. Wäre halt schön, wenn elementare Grundsätze des GG (annähernd gleiche Lebensbedingungen) Beachtung finden würden.

          • Axel von Lintig

            dickebank

            Ich stimme voll mit Ihnen überein.
            Wir im Münsterland haben hier im Vergleich zum Ruhrgebiet eigentlich paradiesische Verhältnisse.
            Gerechtfertigt wäre ein Finanzausgleich zwischen den Kommunen, aber das wird wohl am Widerstand der vom Finanzausgleich betroffenen Gemeinden und Städte scheitern.

          • Geographie Nachhilfe; der südliche Teil des Münsterlandes – gemeint ist der Regierungsbezirk MS – ist der nordöstliche Teil des Ruhrgebietes.
            An der Stadtgrenze zwischen Essen, Bochum und gelsenkirchen stoßen drei der fünf NRW-Regierungsbezirke zusammen. Essen gehört zum Reg.-Bez. D’dorf, Gelsenkirchen zum Reg.-Bez. MS und Bochum zum Reg.-Bez. Arnsberg.
            Bottrop, Gelsenkirchen und das Vest Recklinghausen (Lkr.) sind folglich Teile des Münsterlandes – auch wenn sie stiefmütterlich behandelt werden.
            Sorry, soviel Klugscheißerei muss einfach ‘mal sein:) – Wofür hat man Erdkunde-Fakultas
            So klein ist der Anteil der Münsterländer am Ruhrgebiet also nicht.

          • Kleiner Nachtrag von einem gebürtigen Rheinländer, der Daueraufenthaltsstatus in der nordöstlichsten Stadt des Regierungsbezirkes Südwestfalen ha, für alle anderen Westfalen:

            https://www.lwl.org/geko-download/Karten/Gesamt_5.pdf

  7. Ursula Prasuhn

    “Viele Kinder sind visuelle Lerntypen und prägen sich eben schon die falsche Schreibweise ein, wenn sie sie ständig falsch sehen.” Das ist völlig richtig!
    Für Lesen und Schreiben ist das visuelle Gedächtnis – genannt Wortbildgedächtnis – von überragender Bedeutung. Nur wer viele Wörter korrekt im Kopf gespeichert hat, kann flüssig und sinnerfassend lesen, weil er Wörter auf Anhieb wiedererkennt und nicht Buchstaben für Buchstaben zusammenziehen muss, was den Überblick über Sätze und deren Aussage erschwert und oft sogar unmöglich macht.
    Wir brauchen uns nur selbst beim Lesen und Schreiben zu beobachten, dann ist sofort klar, welch wichtige Rolle das fotografische Gedächtnis spielt.
    Werden falsche Wortbilder eingeprägt, ist es sehr schwierig, sie wieder zu löschen. Oft bleiben lebenslange Unsicherheiten zurück, die sowohl das Lesen als auch Schreiben behindern.

  8. Zum Artikel: Einverstanden !!!

  9. Mutter aus Hamburg

    @Palim:

    Meine Tochter besucht jetzt die 3 Klasse in Hamburg und zu Ihre Frage

    Meine Frage bleibt: Wie kann man mit so unterschiedlichen Kindern arbeiten, wenn man keine offenen Formen einsetzen will?

    hat sie für Ihnen diese kostenlose zu einsetzen konkrete Lösung:
    Für Fächer in denen es schwierig gemeinsam zu lehren ist, wenn die Kinder nach Älter gruppiert sind, sollte man die Kinder stattdessen nach gemeinsame Lerhbarkeit gruppieren. Klassenzimmer nur mit Kinder die 3 Klasse Rechnen lehrbar sind sollten in einer 3 Klasse Rechnen Unterricht sein. Ich hatte es für selbstverständlich gehalten, bis ich individualisiertes kompetenzorientiertes inklusion Arbeitsbätter Babysitting Zeitverchweung in der jetzigen Schule meiner Tochter begegnet hat, die so weit die ich verstehe ‘Deutschland’s Zukunft’ sein soll.

    Entschuldigung mein schlechtes Deutsch. Als Migrantin Mutter, würde ich nichts dagegen haben, wenn Tochter nicht in der brave Deutsch Kinder Klasse für Deutsch zugeteilt ist, so lang sie Schulmorgens gelehrt wird.

    • Wie viele Klassen oder Kurse soll es dann geben?
      Wer teilt es ein und wie oft?
      Woher sollen die Lehrerstunden für die vielen Kurse kommen?
      Wie häufig sollen Kinder umgruppiert werden, angesichts dessen, dass sie ja nicht nur Mathe am Vormittag haben, sondern auch Deutsch und viele andere Fächer?
      Gibt es dann auch weitere Kurse für Kinder, die nicht gut zeichnen können, nicht sportlich oder musikalisch sind?

      • Axel von Lintig

        Alle Eltern die ich beraten konnte, arbeiten mit strukturierten Schreiblehrgängen direkt mit eigener Instruktion dieser.Es sind Deutsche, Araber, Polen, Rumänen und andere. Aber alle sind entsetzt von Lesen durch Schreiben und vom Freien Schreiben nach Scharrelmsann.
        Diese Methoden schaden mehr als das sie nutzen bringen.
        Man läuft offene Türen ein.
        Wie heißt es noch in dem Märchen der Brüder Grimm “Des Kaisers neue Kleider”.

        • Darum ging es doch gar nicht. Die “Mutter aus Hamburg” bezog sich aufs Rechnen in Klasse 3.

        • Axel von Lintig

          Wie wäre es denn mal mit der Montessori-Methodik in der Mathematik.
          Das ist wirklich fortschrittlich und ermöglicht es durch gegenseitige Unterstützung der Schüler einen zusätzlichen Zugang zur Mathematik.
          Es erfolgt eine Vertiefung der Inhalte durch Eklärungen älterer Schüler gerichtet an jüngere.
          Die Anordnung der Mengen erfolgt in Doppelreihen, mit Kennfarben der Menge, die wie Legosteine aussehen.
          Die Erschließung des Multiplizieren erfolgt mit verdoppeln und halbieren.
          Das kann ich hier auch jetzt nicht weiter ausführen.

          • Ja, wunderbar.
            Montessori war sehr angesagt, als ich studierte. Das habe ich nicht verstanden und wollte mich dem Mainstream nicht anschließen.
            Im Anschluss landete ich in der Ausbildung an einer Schule mit Montessori-Zweig und da habe ich verstanden, worum es geht … bei der Freien Arbeit. Für die Erfahrung bin ich nach wie vor sehr dankbar!

            Dann kann man sich das oben beschriebene Sortieren der Schülerschaft sparen und landet letztlich eben doch bei offenen Unterrichtsformen um die heterogene Schülerschaft zu beschulen.

          • Axel von Lintig

            Da sind wir uns im Bereich des direkten Zugangs zum Schüler doch wohl näher.
            Mein Neffe wurde zum Glück mit dieser Methodik sehr gut beschult.
            Er und andere kamen aber nie mit dem vollständigen , eigen initiativen und selbst initiativen Stil klar.
            Man braucht wirklich gut ausgebildete Lehrer, die gut erklären können und mit ihnen direkt arbeiten und dann erfolgt die eigenständige Arbeit anschließend und das gegenseitige Erklären zum Vertiefen des Stoffes.

          • “Er und andere kamen aber nie mit dem vollständigen , eigen initiativen und selbst initiativen Stil klar.”
            Ja, und andere kommen mit anderen Stilen weniger gut zurecht.

            Eben deshalb braucht man verschiedene Ansätze, verschiedene Methoden und eine gute Mischung derselben, die durch die Lehrkräfte ausgewählt, vorbereitet und begleitet werden.
            Dabei findet ein Wechsel zwischen lehrerzentriertem Erklären und eigenständigem (Er-)arbeiten und Üben statt.
            Ergebnisse können zudem ebenfalls auf verschiedenen Weisen berücksichtigt werden.

            Dieses muss aber eben in einer heutigen Klasse auch auf unterschiedlichsten Niveaus geleistet werden mit Augenmerk auf die Wahrnehmungsdefizite wie auch die Lernfreude.

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