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Wieder Streik in Kitas – Gewerkschaften erhöhen Druck auf Arbeitgeber

DÜSSELDORF. Hunderte Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen blieben am Montag erneut geschlossen: Die Gewerkschaft Verdi rief die Erzieher zum Streik auf. Das Nachsehen hatten vor allem die Eltern.

Hunderte geschlossene Kindertagesstätten, Einschränkungen in Jugend- und Sozialeinrichtungen: Die Gewerkschaft Verdi hat am Montagmorgen landesweit über 8000 Beschäftigte im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst zum Streik aufgerufen. Allein in Köln oder Dortmund blieben mehr als 100 städtische Kitas geschlossen, sagte ein Verdi-Sprecher.

In einigen Städten gab es nach Angaben der Gewerkschaft Notdienste. Zudem seien betroffene Eltern zeitig über Schließungen informiert worden, um alternative Betreuungsmöglichkeiten organisieren zu können. Bestreikt werden auch die kommunale Jugendhilfe und die Sozialarbeit sowie die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen.

In Münster begleitete ein Protestzug mit rund 1000 Teilnehmern die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA), Verdi und der Bildungsgewerkschaft GEW. Die Gewerkschaften streiten gemeinsam für eine verbesserte Eingruppierung und damit für eine bessere Bezahlung der bundesweit mehr als 300 000 Kinderpfleger, Erzieher und Sozialarbeiter. Die VKA hatte das Ende Februar bei einem Treffen in Hannover abgelehnt.

Mit den Streiks sollte der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden. Verdi-Chef Frank Bsirske rechnet in Münster noch mit keiner Einigung. «Wir liegen in den Ausgangspositionen noch sehr weit auseinander», sagte Bsirske im Bayerischen Rundfunk.

Nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers steigen die Anforderungen an Erzieherinnen seit Jahren. «Durch die Bildungspläne der Politik werden die Aufgaben immer mehr. Es muss dokumentiert und ausgewertet werden. Das ist zeitaufwendig, ohne das dies mit mehr Personal ausgeglichen wurde», sagt Ulf Rödde von der GEW. Das Einstiegsgehalt eines Erziehers liegt bei rund 2200 Euro.

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