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«Würzburger Doktorfabrik»: Zahnärzte klagen gegen Titel-Aberkennung

Zwei Zahnärzte klagen vor dem Würzburger Verwaltungsgericht gegen die Aberkennung ihrer Doktortitel durch die Universität Würzburg. Das entscheidende Präsidium sei falsch zusammengesetzt und die Entziehung des Doktorgrades verjährt gewesen. Dem widerspricht die Uni.

Die Zahnärzte aus Frankfurt und Sachsen hatten 1999 und 2001 ihre Doktorarbeiten im Medizinischen Institut der Uni abgegeben. Ein externer Gutachter schrieb etwa zehn Jahre später, dass die Arbeiten die Mindeststandards des Fachs Medizingeschichte nicht erfüllt haben. Die Arbeiten waren nur 24 Seiten lang oder über mehrere Seiten hinweg von anderen abgeschrieben. Die Uni erkannte den Zahnärzten daraufhin den Doktortitel ab. Über ihre Klagen will das Gericht am Mittwoch entscheiden.

Die beiden Zahnärzte sind Teil einer Geschichte, die schon seit Jahren die Medien und die Universität beschäftigt. Mit einem anonymen Schreiben war die Hochschule im Frühjahr 2011 auf mögliche Mängel in diesen und weiteren Promotionsarbeiten hingewiesen worden. Die Uni prüfte daraufhin die Vorwürfe und gab zehn verdächtige Arbeiten an einen externen Gutachter weiter. Keine genügte den wissenschaftlichen Standards, so ein Pressesprecher damals. Eine interne Prüfung zu diesem Thema ist der Uni zufolge noch immer in Bearbeitung.

Die Arbeiten waren von einem früheren Institutsleiter betreut worden, der bereits verurteilt wurde, weil er Geld für Promotionsverfahren angenommen hatte. Sein Institut wurde deshalb in den Medien gern als «Würzburger Doktorfabrik» bezeichnet. dpa

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