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Zahnärzte wollen Kariesvorsorge verbessern

BERLIN. Zahnärzte schlagen Alarm: Mehr als ein Viertel der Dreijährigen in Deutschland leide an Karies und das Problem wächst. Mit verstärkter Aufklärung wollen die Zahnärzte nun dagegen vorgehen. Dazu soll auch die Prophylaxe in Schulen und Kindergärten ausgebaut werden.

Die Vorsorge und Therapie gegen Karies bei Kleinkindern muss nach dem Willen der Zahnärzteschaft erheblich verbessert werden. «Karies gilt als häufigste chronische Erkrankung bei Kindern im Vorschulalter», sagte der Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Wolfgang Eßer. Sogenannte Nuckelflaschen-Karies, eine Sonderform der Kleinkindkaries durch permanentes Saugen an gezuckerten Getränken, sei vermeidbar.

Karies ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern unter sechs Jahren. Foto: adwriter / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Karies ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern unter sechs Jahren. Foto: adwriter / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Mehr als ein Viertel der Dreijährigen in Deutschland leidet unter Karies. Entgegen dem allgemeinen Trend bei Karies stellt dies ein wachsendes Problem dar. Eine Sonderform dieser Karies, die sogenannte Nuckelflaschenkaries, haben 10 bis 15 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen. Die Nuckelflaschenkaries entsteht, wenn ein Kleinkind über mehrere Stunden an einer Flasche nuckelt und dabei zucker- oder säurehaltige Flüssigkeit die Zähne umspült. Auch nächtliches Trinken von der Mutterbrust kann Karies auslösen.

Die Zahnärzte wollen laut Eßer mehr mit Hebammen, Frauen- und Kinderärzten kooperieren, «um werdende Eltern bereits in der Schwangerschaft für das Thema zu sensibilisieren». Mit dem Bundesgesundheitsministerium sollen Gespräche über eine entsprechende Aufklärungskampagne geführt werden. «Mit einigen Krankenkassen bestehen bereits jetzt entsprechende Versorgungsverträge, aber das reicht uns nicht», sagte der KZBV-Chef. «Unser Ziel ist die gesetzliche Verankerung von Vorsorgeuntersuchungen im gelben Kinderuntersuchungsheft.»

Sollte die Initiative Erfolg haben, «dann könnte der Kampf gegen Nuckelflaschenkaries nicht nur im Rahmen einzelner Verträge mit Kassen, sondern flächendeckend aufgenommen werden», sagte Eßer. Als Bestandteil der bewährten Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt wären direkte Überweisungen von Kindern an den Zahnarzt dann möglich. Die Kinderuntersuchungen sind zwar freiwillig, aber die Teilnahmequoten sind sehr hoch. «Jedes Kind, das wir so vor einer frühen Karies bewahren können, ist ein Erfolg», sagte Eßer.

Ein weiteres Instrument, das Zahnärzte verstärkt gegen frühkindliche Karies einsetzen wollen, sei die etablierte Gruppenprophylaxe in Kindergärten und Schulen. «Als Obleute haben viele Zahnärzte bereits Patenschaften für bestimmte Schulen und Kitas übernommen.» Sollte die Vorsorge gegen Nuckelflaschenkaries Bestandteil des Leistungskataloges werden, wäre die finanzielle Belastung für die Solidargemeinschaft nur sehr gering, erklärte der KZBV-Chef. (dpa)

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