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Abi-Klau in Weikersheim nicht der erste Fall an der Schule

WEIKERSHEIM. Noch ist nicht bekannt, wer in der Nacht zum Dienstag einen Tresor mit Abiturklausuren aus einer Schule gestohlen hat. Nicht der erste Einbruch an dem Gymnasium. Vor fünf Jahren sorgten Diebe dafür, dass in ganz Baden-Württemberg eine Ersatzklausur für die Fächer Geschichte und Gemeinschaftskunde erstellt werden musste.

Der Diebstahl von Abiturklausuren aus einer Schule in Weikersheim (Main-Tauber-Kreis) ist nicht der erste dieser Art an dem Gymnasium. Bereits vor fünf Jahren hatten Unbekannte den Tresor der Schule aufgebrochen und versiegelte Briefumschläge mit den Aufgaben und Antworten für Abiturfächer geöffnet. «Für das ganze Land musste in wenigen Tagen eine Ersatzklausur für die Fächer Geschichte und Gemeinschaftskunde erstellt werden», sagte Schulleiter Kurt Heuser am Freitag. Damals sei noch in vier weitere Schulen im Umkreis eingebrochen worden. Die Täter wurden bis heute nicht gefunden. Am Dienstagmorgen war ein weiterer Einbruch in die Schule bemerkt worden – 29 bereits korrigierte Abiturklausuren fehlen seitdem.

Die Einbrecher, die vor fünf Jahren in mehrere Schulen im Main-Tauber-Kreis eingestiegen waren, sind bis heut nicht gefasst. Auch im aktuellen Fall gibt es noch keine neuen Hinweise, Foto: Igelsböck Markus – .IM, www.pixelio.de

Die Einbrecher, die vor fünf Jahren in mehrere Schulen im Main-Tauber-Kreis eingestiegen waren, sind bis heut nicht gefasst. Auch im aktuellen Fall gibt es noch keine neuen Hinweise, Foto: Igelsböck Markus – .IM, www.pixelio.de

«Sie haben die Türe am Seiteneingang, zum Sekretariat, meinem Zimmer und dem Lehrerzimmer mit brachialer Gewalt aufgebrochen», sagte Heuser. In seinem Büro rissen die Täter den Tresor aus der Wand – in ihm die Klausuren und etwas Geld. Der Rektor geht davon aus, dass die bereits korrigierten Klausuren der Fächer Deutsch, Physik und Geschichte den Kriminellen zufällig in die Hände fielen – sie es nicht darauf abgesehen haben. Anschließend stahlen die Diebe aus dem Lehrerzimmer drei Fotokameras.

Die Schüler kommen ums Nachschreiben der Klausuren aber herum: Das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart genehmigte, dass sie in diesem Fall einfach die Erstnote akzeptieren könnten – allerdings ohne diese zu kennen. Die 29 Betroffenen nahmen das Angebot an.

Die Polizei geht nach Angaben vom Freitag davon aus, dass mehrere Täter an dem Einbruch beteiligt gewesen sind. «Einen direkten Tatverdacht gibt es aber nicht.»

Eine Nacht später war zudem in eine Berufsschulzentrum im benachbarten Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) eingebrochen worden. Die Unbekannten brachen Automaten auf und hinterließen einen Sachschaden von etwa 17 000 Euro. Einen konkreten Zusammenhang zwischen den Taten sehen die Beamten derzeit nicht.

Die Abituraufgaben in Baden-Württemberg bleiben nach Aussage des Kultusministeriums bis kurz vor der Prüfung unter strengem Verschluss. Erst am Morgen der Prüfung werden die Siegel im Beisein aller Fachlehrer und der Schulleitung gebrochen. Nach der Prüfung nehmen die Lehrer die Bögen mit, um sie zu korrigieren – sie müssen in einem verschlossenem Raum oder Behälter wie Schrank oder Schreibtisch aufbewahrt werden. Über Schulen und Sammelstellen landen sie wieder beim Regierungspräsidium, wo sie zu Zweit- und Drittkorrektur an andere Lehrer verteilt werden. (dpa)

zum Bericht: Diebe stehlen korrigierte Abiturklausuren

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