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Odenwaldschule: Abwicklung beginnt – Schüler demonstrieren

HEPPENHEIM. «Die OSO ist unser Zuhause» – Schüler der Odenwaldschule haben am Montag für den Erhalt von Schule und Internat demonstriert. Die Jugendlichen fragen sich: «Was haben wir Schüler falsch gemacht?»

Die Odenwaldschule - ein vermeintliches Idyll. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Die Odenwaldschule – ein vermeintliches Idyll. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Nach dem Aus für die Odenwaldschule (OSO) hat die Abwicklung von Privatschule und Internat begonnen. Auf dem Schulgelände im südhessischen Ober-Hambach protestierten am Montag Schüler, Eltern und Lehrer gegen die Schließung der mehr als 100 Jahre alten Reformschule.

Als erstes würden die Behörden informiert, sagte der Vize-Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Schimpf (Grüne). Knapp zwei Dutzend Jugendliche seien von Jugendämtern in Obhut genommen und an der OSO untergebracht gewesen. Für sie müsse eine neue Unterkunft gefunden werden. «Wir müssen schauen, dass keiner durchs Netz fällt.»

Ab Dienstag bietet der Kreis für alle Eltern und Schüler eine Beratung an. Eltern sollen Hilfe finden bei der Suche nach einer neuen Schule; Schüler sollen «auch seelisch» unterstützt werden, sagte Schimpf. Für die Betroffenen sei das «eine fatale Situation, einfach bitter».

An der Schule bemüht man sich, das Schuljahr bestmöglich zu Ende zu bringen. «Der Unterricht geht ja weiter», sagte OSO-Sprecher Dirk Metz. Die Schulleitung führe viele Gespräche: mit Lehrern, Eltern und Schülern; mit Schulamt, Jugendamt und Aufsichtsbehörden.

Am Nachmittag demonstrierten OSO-Schüler, Eltern und Lehrer. «Die OSO ist unser Zuhause», hieß es auf Plakaten, «Was haben wir Schüler falsch gemacht?» oder «Wir wollen nicht die Letzten sein». Es sei keine Demonstration der Schule, sagte OSO-Sprecher Metz – Schüler und Eltern wollten «ihre Traurigkeit zum Ausdruck bringen, ihrer Erschütterung Luft machen und der Öffentlichkeit mitteilen, was ihnen die Schule bedeutet und was ihnen verloren geht.»

2010 war ein jahrelang vertuschter sexueller Missbrauch von Lehrern an mindestens 132 Schülern bekanntgeworden. In der Folge sanken die Schülerzahlen, immer mehr Geldgeber zogen sich zurück. Am Wochenende gab der Trägerverein das Aus für die Reformschule bekannt. dpa

Zum Bericht: Zum Aus für die Odenwaldschule – Am Ende zu viel Vertrauen verloren

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