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Philologenverband: Rot-grüne Arbeitszeiterhöhung vernichtet Einstellungschancen

HANNOVER. Als ebenso unzutreffend wie zynisch bezeichnet der Philologenverband Niedersachsen in einer Pressemitteilung eine Stellungnahme des Kultusministeriums zur Einstellungssituation an den Gymnasien. Das Ministerium hat demnach die geplante Einstellung von lediglich 70 Lehrkräften an Gymnasien bei einer Ausschreibung von insgesamt 1500 Stellen für alle Schulformen zum 1. August mit der „guten Unterrichtsversorgung“ an den Gymnasien begründet und „weiterhin gute Jobchancen“ für angehende Gymnasiallehrer in Niedersachsen prognostiziert.

Für Kinder mit ADHS vergeht die Zeit deutlich langsamer als für Kinder, die nicht von der Störung betroffen sind. Foto: Willi Heidelbach/ Flickr (CC BY 2.0)

Der niedersächsische Verbandsvorsitzende Horst Audritz ist sich sicher: Die Erhöhung der Arbeitszeit für Gymnasiallehrer steht in Verbindung mit der geringen Anzahl an Neueinstellungen für diese Schulform. Foto: Willi Heidelbach/ Flickr (CC BY 2.0)

Tatsache sei, dass die willkürliche und wortbrüchige Arbeitszeiterhöhung für Gymnasiallehrer verbunden mit der Streichung der verbindlich zugesagten Altersermäßigung über 1000 Stellen an Gymnasien vernichtet habe, erklärt der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, in dem Verbandsschreiben. Vor diesem Hintergrund von einer „guten Unterrichtssituation“ an den Gymnasien zu sprechen, sei zynisch. Bei 70 Neueinstellungen bekomme nicht einmal jedes dritte Gymnasium eine neue Lehrkraft. Dem stehe mindestens die drei- bis vierfache Zahl an Pensionierungen gegenüber. Der fachspezifische Lehrermangel werde sich daher zwangsläufig erhöhen.

Diese Politik sei Teil einer Gesamtstrategie von Rot-Grün, die ungeliebte Schulform Gymnasium systematisch zu benachteiligen. Erst kürzlich hätten die Äußerungen der grünen Landtagsfraktionsvorsitzenden Piel deutlich gemacht, welche Gesinnung hinter dieser Politik stehe. Unwahr sei auch das Gerede von guten Einstellungschancen für Gymnasiallehrer in Niedersachsen. Im laufenden Halbjahr würden etwa 650 Studienreferendare ihre Ausbildung beenden. Davon hätten höchstens 200 die Chance, an Gymnasien oder an anderen Schulformen einen Arbeitsplatz zu finden, zumal noch Altbewerber und Bewerber aus anderen Bundesländern mit ihnen konkurrieren würden.

Auch der Verweis des Ministeriums auf „stetigen Bedarf“ an Vertretungslehrern, die nach zwei Jahren in den Schuldienst übernommen werden könnten, sei mehr als zynisch: Zum 1. Februar 2015 habe es für die Gymnasien landesweit nicht eine einzige derartige Stelle gegeben. Der soziale Aspekt der rot-grünen Arbeitsplatzvernichtung, nämlich die Vernichtung von Berufs- und Lebenschancen, spiele für die politisch dafür Verantwortlichen, die sich sonst so gern ein soziales Mäntelchen umhängen würden, offenbar keinerlei Rolle.

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