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Zwei Schüler eines Fachgymnasiums kommen bei Bootsunglück ums Leben – die Schule trauert

WAREN. Bei einem Bootsunglück im mecklenburg-vorpommernschen Waren sind zwei Schüler eines Fachgymnasiums ums Leben gekommen, zwei weitere wurden schwer verletzt. An der Schule herrscht tiefe Betroffenheit. Den Abiturienten dort wird freigestellt, ob sie jetzt in die Prüfungen gehen wollen.

Bei dem Unglück am Freitag waren ein 19-jähriger Abiturient und ein 17-Jähriger vom Fachgymnasium in Waren gestorben. Alle vier Schüler des Fachgymnasiums erlitten Kohlenmonoxidvergiftungen auf einem Boot, das dem 19-jährigen gehörte. Den beiden  Schwerverletzten geht es mittlerweile besser. Das sagte ein Sprecher der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft am Dienstag. So ist der 17-Jährige nach Angaben des Klinikums in Neubrandenburg außer Lebensgefahr. Er bleibe aber noch in stationärer Behandlung, sagte eine Sprecherin. Der Zustand des 18-Jährigen, der nach Berlin kam, sei «im Wesentlichen stabil», erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Man hoffe, beide in den nächsten Tagen anhören zu können.

Das geruchlose und giftige Gas hatte sich beim Betreiben einer Gasanlage an Bord gebildet, weil es nicht genügend Sauerstoff für die Verbrennung gab. Ermittler vermuten, dass die Gasheizung falsch betrieben wurde. Die Staatsanwaltschaft gab am Dienstag nach umfangreichen Untersuchungen das bisher beschlagnahmte Zehn-Meter-Boot in Waren wieder frei.

Unterdessen legte das Schweriner Bildungsministerium fest, dass die Abiturprüfungen am betroffenen Fachgymnasium trotzdem wie geplant stattfinden. Die Abiturienten dürften aber entscheiden, ob sie die Prüfung jetzt schreiben oder noch nicht, sagte ein Sprecher. Die Teilnahmepflicht sei aufgehoben. In Mecklenburg-Vorpommern wird zentral an diesem Mittwoch in Biologie und am Donnerstag in Deutsch die Prüfung geschrieben. «Wir haben eine ganz außergewöhnliche Situation und versuchen langsam wieder zur Normalität zurückzukehren», sagte Schulleiterin Birgit Köpnick. Es gebe Schüler, die die Gemeinschaft sehr brauchten, und manchmal noch gar nicht nach Hause gehen wollten.

Neben den Trauerlichtern am Hafen in Waren, wo das Unglück passierte, gibt es an der Schule eine weitere größere Trauerecke mit Blumen und Lichtern. «Die Trauer braucht auch ihre Zeit», erklärte der Landrat des Kreises Mecklenburgische Seenplatte, Heiko Kärger (CDU), nach einem Besuch an der Schule. Die Schule selbst sei in diesen Tagen ein sehr ruhiger Ort. Die Stadtvertretung von Waren will an diesem Mittwoch bei ihrer turnusmäßigen Sitzung mit einer Gedenkminute der Opfer des tragischen Vorfalls gedenken. dpa

 

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