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Angeblicher Drogen- und Sex-Skandal: Ist Lehrerin Opfer einer Intrige von Eltern?

WEISSKIRCHEN. Die Vorwürfe wiegen so schwer, dass sie kaum zu glauben sind: Eine Chemie-Lehrerin einer Mittelschule im österreichischen Weißkirchen soll 14-jährigen Schülern mit Drogen versetzte Süßigkeiten verabreicht und sie sexuell missbraucht haben. Ein Elternteil hat offenbar Anzeige erstattet. Die Pädagogin ist vom Dienst suspendiert; die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die österreichische Presse hat sich auf den Fall gestürzt. Doch je mehr Details des vermeintlichen Skandals durchsickern, desto mehr wachsen die Zweifel: Wurde die Lehrerin womöglich Opfer einer Intrige?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der Lehrerin droht ein Gerichtsverfahren. Foto: Carlo Schrodt / pixelio.de

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der Lehrerin droht ein Gerichtsverfahren. Foto: Carlo Schrodt / pixelio.de

„Wir ermitteln gegen eine Lehrerin in der Obersteiermark“, bestätigt die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen stünden erst am Anfang. Die Vorwürfe bezögen sich auf angebliche Handlungen im außerschulischen Bereich. Es gebe nach einer Anzeige den Verdacht, dass Drogen im Spiel seien, und auch sexuelle Belästigung stehe im Raum. Derzeit werde auch geprüft, ob es stimme, dass Schüler bei der Pädagogin übernachtet hätten. Eine Vernehmung der Beschuldigten ist laut Staatsanwaltschaft bisher nicht möglich gewesen. Ein Schulaufsichtsbeamter gibt zu Protokoll: „Die Pädagogin ist seit Montag suspendiert. Allerdings war sie für uns eine Weile nicht erreichbar. Jetzt wissen wir, dass sie in medizinischer Behandlung im Krankenhaus ist. Sie hat den Kindern – es handelt sich um drei Buben und ein bis zwei Mädchen – Nachhilfeunterricht bei sich zu Hause gegeben.“

Fest steht:  Die junge Pädagogin, selbst erst Mitte 20, ist erst seit Oktober an der Schule beschäftigt. Sie gilt bei Kollegen, Eltern und Schülern als besonders engagiert. Sie soll schwächeren Schülern in ihrer Freizeit unentgeltlich eine Lernbetreuung angeboten haben. Verwischten dabei die Grenzen zwischen privatem und beruflichem Engagement? Angeblich seien einige Teenager über Nacht für Partys oder nach Discobesuchen bei der Frau geblieben. Und dabei sei es mutmaßlich zu den Übergriffen gekommen – samt „Traubenzucker und Gummibärchen, gespickt mit Suchtgift“, mit dem sie sich, so der abenteuerliche Vorwurf, die 14-Jährigen gefügig gemacht habe.

An der Schule selbst herrscht nach Medienberichten Betroffenheit: „Das ganze – das ist meine persönliche Meinung – ist im Laufe der vorigen Woche, schon ziemlich verebbt gewesen, durch die Medienberichte am Wochenende ist es aber wieder übergeschwappt. Jetzt waren wieder Eltern da, die gesagt haben, das ist ein totaler Blödsinn, wie das Ganze aufgebauscht wird“, so erzählte der Stellvertretende Schulleiter.

Der Direktor selbst ging allerdings bereits auf Distanz zu seiner Lehrerin – ohne dass die Vorwürfe gegen sie bestätigt wären. „Wir bedauern Vorkommnisse an unserer Schule, bei denen einige Schülerinnen und Schüler zu Schaden gekommen sind, sehr. Und wir werden alles unternehmen, dass den betroffenen Jugendlichen optimale Hilfe und Unterstützung zuteilwerden“, verlautete er. Und betonte dabei, dass ihm selbst kein Fehlverhalten anzulasten ist: „Alle der Schulleitung gemeldeten Informationen wurden umgehend und umfassend an die vorgesetzten Dienststellen weitergeleitet.“

Schulpsychologen seien nun an Ort und Stelle und betreuten die Kinder und Jugendlichen, hieß es. Medien spekulierten jedoch, dass es sich um eine Intrige handeln könnte: Ein 14-Jähriger – er soll der Polizei schon vorher bekannt gewesen sein – und seine Eltern könnten sich an der Lehrerin rächen wollen. Über ein mögliches Motiv wurde nichts bekannt. News4teachers

Zum Bericht: Hexenjagd? In den USA werden immer mehr Lehrerinnen des Missbrauchs angeklagt

Ein Kommentar

  1. Wundern würd’s mich nicht, wenn alles eine Kampagne von Eltern gegen eine Lehrerin ist. Maßlos übertriebene „Geschichten“ in den Medien in der Vergangenheit machen einen misstrauisch – und was mir schon alles, wenn auch bisher weitaus „harmloser“ von Eltern nachgesagt worden ist !?!

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