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GEW: „Aus der Geschichte lernen: Rassismus darf nicht geduldet werden!“

FRANKFURT AM MAIN. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gedenkt anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung von Faschismus und Krieg der Opfer des Nationalsozialismus‘. Sie mahnt in einer Pressemitteilung, die Erinnerung an die Verbrechen des Nazi-Regimes sowie die Notwendigkeit gesellschaftlichen Widerstands gegen demokratiefeindliche, menschenverachtende und kriegstreibende Kräfte wach zu halten.

Protestplakat gegen Neonazis

Protest gegen Neonazis.Vor dem Hintergrund zunehmender rechtspopulistischer Stimmungsmache in Deutschland fordert die GEW, Rassismus nicht zu dulden. Foto: Pavel Ševela / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

„Die Zahl der Kriege und Konflikte weltweit nimmt rasant zu. Aktuell sind mehr Menschen auf der Flucht als zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Gleichzeitig erleben wir in Deutschland und Europa immer mehr rechtsextreme Gewalttaten, rechtspopulistische Stimmungsmache und rassistische Ausgrenzung. Deshalb gilt heute mehr denn je: Wir müssen aus der Geschichte lernen!“, sagt die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe. „Die Gewerkschaften organisieren viele Veranstaltungen am 8. Mai, um Zeichen für Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit zu setzen. Rassismus darf nicht geduldet werden! Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg lautet unsere Leitlinie.“

Pädagoginnen und Pädagogen seien in besonderer Weise gefordert, sich in den Bildungseinrichtungen mit verschiedenen Formen von Rassismus und Ideologien auseinanderzusetzen, die soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Ausgrenzung begründen wollen. Der pädagogische Auftrag laute, Werte wie Gleichberechtigung, Respekt und Solidarität zu vermitteln und junge Menschen über die Gefahren gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und extremistischer Strömungen aufzuklären. Dabei dürften pädagogische Fachkräfte jedoch nicht allein gelassen werden. Um rassistischen Zuschreibungen und Vorurteilen in der Gesellschaft vorzubeugen, hätten Institutionen der politischen Bildung eine besondere Rolle – auch bei der Entwicklung von Konzepten für Erinnerungskulturen in einer Migrationsgesellschaft. Neue Formen der Erinnerung seien nicht zuletzt erforderlich, weil immer weniger Zeitzeuginnen und -zeugen ihre Geschichte persönlich erzählen und so an folgende Generationen direkt vermitteln könnten.

Politik sei in der Pflicht, Kriegsursachen nachhaltig zu bekämpfen und Konflikten sowie menschenverachtenden Ideologien den Nährboden zu entziehen. „Sie hat insbesondere den Auftrag, Armut zu bekämpfen, Bildungsbenachteiligung sowie Lohndumping als Formen struktureller Gewalt weltweit zu verhindern und den Einfluss des Militärs und der Rüstungsindustrie zu senken“, so die GEW-Vorsitzende. Statt in Waffen solle die Regierung mehr Geld in Bildung, nachhaltige Entwicklung und Präventionsmaßnahmen gegen Rechtsextremismus investieren.

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