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Latinum auf dem Rückzug – Rot-Grün plant Neuregelung für Lehramtsstudenten

DÜSSELDORF. Das Latinum verliert an Bedeutung – auch in Nordrhein-Westfalen. Wer eine moderne Fremdsprache für das Lehramt an Gymnasien oder Gesamtschulen studieren will, soll künftig keine Latein-Kenntnisse mehr nachweisen müssen. Das sieht ein Entwurf für eine Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes vor, den das rot-grüne Landeskabinett am Dienstag in Düsseldorf gebilligt hat.

Für die Fächer Geschichte und Philosophie sollen nur noch Kenntnisse auf dem Niveau des Kleinen Latinums vorausgesetzt werden. Der Entwurf wird nun mit den Verbänden erörtert und geht dann in die weiteren Beratungen des Landtags.

Weitere Eckpunkte: «Islamische Religionslehre» soll reguläres Fach der Lehrerausbildung werden. Außerdem will die rot-grüne Landesregierung dem kompetenten Umgang mit behinderten Schülern und mit digitalen Medien mehr Gewicht in der Ausbildung verleihen.

Darüber hinaus ist vorgesehen, den Quereinstieg von Fachhochschulabsolventen ins Lehramt an Berufskollegs zu erleichtern. «Dies soll dazu beitragen, die Lehrkräfteversorgung im gewerblich-technischen Bereich zu verbessern», teilte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) mit. In eine bessere Medienausstattung in den schulpraktischen Lehrer-Ausbildungszentren will die Landesregierung zwischen 2016 und 2019 über 4,4 Millionen Euro investieren. dpa

Zum Bericht: Gabriel: Lieber ökonomische Bildung und Programmieren – als Latein

22 Kommentare

  1. Ich finde das in Ordnung.

    • Milch der frommen Denkungsart

      Dass man die Basissprache dieser beiden Fakultäten per Federstrich für obsolet erklärt, ist ein erneuter Kotau vor dem bildungspolitischen Egalitarismus linker Provenienz, kein Rückzug, wie der Artikel insinuiert. Latein ist diesen Gleichmachern wohl allein schon deshalb verdächtig, weil es nicht jeder beherrscht bzw. man dessen Aneignung an der Uni-versität für heutige Studenten als unzumutbar an-sieht (fast food macht ja auch satt); also auf den Schutthaufen mit diesem bourgeois-elitären Zeug !

      • Es gibt nur noch Hochschulen. Universitäten sind Hochschulen mit mehreren Fakultäten.
        Ausnahme ist die RWTH, die eigentlich eine Uni ist. Aber RWTH ist ein eingetragenes Markenzeichen.

  2. Was bedeutet denn Medientechnik in der schulpraktischen Ausbildung? Die Seminare bekommen Beamer und Laptops, damit die LAA sich anschauen können, wie es ginge, wenn die Schulen soetwas hätten, damit sie dann in den Schulen das Pattafix reaktivieren können, weil es nicht einmal magnetische Tafeln gibt? Und die Lehrerausbildung soll mehr auf Inklusion ausgerichtet werden… herzlichen Glückwunsch. Die Klassen sind zu groß für Inklusion! Ich kann in einer 32er Klasse als alleinige Lehrkraft keine 5 ESE-Kinder betreuen, völlig unabhängig von meiner Ausbildung (die bereits sehr Inklusionslatig war.) Aber wenigstens wissen die neuen LAA dann ja, wie sie die ESE-Kinder richtig vor dem Fernseher parken, damit die übrigen 27 ihr Geschichtsbuch suchen können.
    Ob ich für ein Fach das Latinum brauche oder nicht… pft. macht Sinn das zu ändern, braucht man aber kein Brimborium drum machen. Zumindest in Fächern, wie Englisch, wo das Studium für alle Lehrämter annähernd gleich ist und das Latinum nur über die BEsoldungsgruppe entscheidet, ist das Latinum Blödsinn. Da macht es mehr Sinn einen Kurs Etymologie einzufügen.

    • smartboards an die seminare. laa, die sie besser bedienen können als die fachleiter und schulen mit kreidetafeln.

      nebenbei: die teile sind echt schick, die nutzbare fläche aber technisch bedingt oft deutlich kleiner als eine echte tafel. insgesamt mehr ein nice to als ein must have. besonders angesichts der hohen anschaffungs- und folgekosten (beamerlampe, ggf. softwareupdates)

      • Ich finde die auch schick, keine Frage. Die Schule meiener Kinder hat Smartboards (ZWEI! bei einer vierzügigen GS) und die Kinder können dort z.B. Fotos vom Wochenende zeigen, wenn sie davon berichten oder wenn sie z.B. Blumen finden, können die dort angeschaut werden (Thema Frühblüher). Hat was.

        Ich arbeite mit Pattafix und Plakaten, bzw. wenn ich einen funktionierenden OHP finde, Folien. Ich habe mal einen Film geguckt. Wir brauchten vier Fernsehwagen im Raum, dann lief der Film in Originalsprache, was in diesem Fall französisch war und meinen 6-Klässlern nicht so recht verständlich werden wollte. Man möge mir nicht nachsagen, ich wüsste nicht, wie man einen Film anmacht (oder Fernseher anschließt), aber es scheitert ja an relativ einfachen Dingen, wie dem Vorhandensein eines Scartanschlusses oder einer Fernbedienung aus unserer Zeit, die möglicherweise sogar dem Player das sagt, was ich will („Sprachauswahl“ beispielsweise oder „Menü“).
        Wenn wir LAA in Mediennutzung ausbilden, dann vielleicht darin, was man an den alten Röhrenfernsehern alles zeigen kann (außer Filme). Die kennen die doch gar nciht mehr.

  3. Das kleine Latinum reicht aus. Keine Lateinkenntnisse für Lehramtsstudenten wären aber auch nicht weiter schlimm. Man braucht das nicht. Mir hat es nie irgendwie geholfen oder irgendetwas gebracht !

  4. Milch der frommen Denkungsart

    Historiker und Philosophen, die dies zu sein vorgeben, ohne einen Cicero oder Seneca im Original lesen zu können, sind ebensolche Blender wie ver- meintliche Theologen, die ihr Rüstzeug, die Evange-lien, nicht im griechischen Urtext zu verstehen gelernt haben !

    • dem stimme ich zu, zumindest für Lehrer von künftigen abiturienten. über grundschule kann man verhandeln. letztere sollten aber keine probleme mit kurvendiskussionen haben und ein sehr flüssiges englisch beherrschen. beides ist mit sicherheit keine selbstverständlichkeit.

  5. @ Ach nein, das finde ich maßlos übertrieben. Aber wie geschrieben, mir geht es um die Lehramtsstudenten, die brauchen kein Latein (wenn sie keine Lateinlehrer werden wollen).

  6. @ xxx, das ist Ihr gutes Recht ! 🙂 Aber es stimmt mich nicht um. Historiker und Philosophen, für die mag Latein weiterhin wichtig und nützlich sein (ich mag das nicht beurteilen, denn ich bin keiner, aber ich kann es mir vorstellen, dass die das brauchen), aber der Lehramtsstudent braucht Latein nicht, auch wenn er Geschichte oder Philosophie unterrichtet !

    • Lateinisch Unterricht ist so notwendig wie ein Kropf.

      Lateinisch existiert als Schulfach lediglich noch, um die Existenz von Gymnasien zu legitimieren und den Gesamtschulen ein Alibifach zu verschaffen.

  7. Milch der frommen Denkungsart

    Jemand, der „Lateinisch Unterricht“ für überflüssig hält, bedürfte tatsächlich dringend der Nachhilfe im Deutschen.

    • Derjenige, der nicht weiß, dass das Fach (siehe Zeugnisformulare NRW) nicht Latein sondern Lateinisch heißt, hat zwar einen Dünkel, aber keine profunde Kenntnis der Bezeichnung der Unterrichtsfächer.

      • „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“

      • Milch der frommen Denkungsart

        Für die deutsche Sprache ist selbst in NRW der Duden maßgebend, nicht etwa ein wie auch immer geartetes Zeugnisformular.

        • Tut mir leid, die fächerbezeichnung ist in „Lateinisch“ geändert worden. Ist der BASS zu entnehmen. Der Duden gibt verbindliche Rechtschreibempfehlungen, einen rechtsverbindlichen Charakter hat der Duden im Gegensatz zum Schulgesetz, den Verordnungen und Erlassen im schulischen Bereich nicht.

          • Warum wurde das Fach eigentlich umbenannt? Normalerweise wird der Anspruch bei Neueinführungen und / oder Umbenennungen von Unterrichtsfächern reduziert. Ich hoffe mal, dass das bei Latein(isch) mal ausnahmsweise nicht der Fall war.

  8. Vermutlich weil die anderen sprachen auch alle auf „-isch“ enden, wie z.B. Englisch, Französisch, Spanisch …

    Irgendetwas müssen die Ministerialen ja auch tun.

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