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Lehrerverband: Fast 45 Prozent der bayerischen Mittelschulen gefährdet

AUSBURG. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband sorgt sich um die Zukunft der Mittelschulen. Fas 400 dieser Schulen seien in ihrer Existenz bedroht. Am Freitag soll mit Simone Fleischmann als Nachfolgerin von Klaus Wenzel erstmals eine Frau an die Spitze des Verbands treten.

Die größte Pädagogen-Organisation Bayerns soll nach mehr als 150 Jahren erstmals von einer Frau geführt werden. Die rund 550 Delegierten des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) tagen seit heute in Augsburg und wollen am Freitag ein neues Präsidium wählen. Als neue Präsidentin kandidiert die 44-jährige Simone Fleischmann, die Rektorin der Volksschule im oberbayerischen Poing. Eine Gegenkandidatur wird nicht erwartet.

Klaus Wenzel gibt nach acht Jahren sein Amt als BLLV-Präsident auf. Foto: BLLV

Klaus Wenzel gibt nach acht Jahren sein Amt als BLLV-Präsident auf. Foto: BLLV

Zu den Schwerpunkten der Tagung gehört die Zukunft der Mittelschule in Bayern. Langfristig, so fürchtet der Verband, sind fast 400 dieser Schulen in ihrer Existenz bedroht, sollte das Kultusministerium kein schlüssiges Konzept vorlegen. In den vergangenen sieben Jahren seien in Bayern 19 rechtlich eigenständige Grundschulen und 75 Mittelschulen wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen worden.

Die Zahl 400 sei völlig aus der Luft gegriffen, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag. Knapp 900 selbstständige Mittelschulen gebe es derzeit im Freistaat. Vor mehreren Jahren habe das Ministerium Mittelschulverbände ermöglicht, um zu verhindern, dass Schulen schließen müssen. Dies habe sich bewährt. Nach Ministeriumsangaben sind die Übertrittsquoten stabil: Etwa 30 Prozent eines Schülerjahrgangs wechseln nach der Grund- auf die Mittelschule.

BLLV-Präsident Klaus Wenzel wird nach acht Jahren nicht mehr antreten. Der 65-Jährige begrüßt es, dass nun voraussichtlich erstmals eine Frau an die Spitze des Lehrerverbandes kommt. Dies sei an der Zeit, sagte er. Der 1861 gegründete BLLV hat rund 60 000 Mitglieder, zu etwa 80 Prozent sind dies Frauen.

Die designierte Verbandschefin Fleischmann ist schon seit Jahren Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft des BLLV und somit auch Vorstandsmitglied. Die studierte Hauptschullehrerin und Schulpsychologin leitet seit 2007 die Anni-Pickert-Grund- und Mittelschule in Poing (Landkreis Ebersberg). Doch aus dem Schuldienst wird sie nach der Wahl vorläufig ausscheiden, das BLLV-Präsidentenamt ist hauptberuflich.

Die Delegiertenversammlung des BLLV tagt nur alle vier Jahre. Am Donnerstag begannen die internen Beratungen. Bis Samstag soll über 253 Anträge abgestimmt werden, darunter fünf Leitanträge. (dpa)

Porträt von Klaus Wenzel (auf der Webseite des BLLV)
• zum Bericht: Schulleiterin soll erste Frau an Spitze des BLLV werden
• zum Bericht: BLLV: Mittelschülern Chancen geben

Ein Kommentar

  1. bei drn gymnasialquoten aus z.b. NRW könnte man die mittelschule komplett abschaffen, weil dann die realien aufs gym und fast der gesamte rest auf die realschule gehen würde.

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