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Missbrauchsverdacht gegen Lehrer: Polizei beschlagnahmt Festplatte

PFORZHEIM. Ein 37-jähriger Lehrer soll sich auf Internetplattformen als Mädchen ausgegeben und auf diese Weise Nacktbilder von 12- bis 18-jährigen Jungen erbeutet haben.

Ein Pforzheimer Lehrer ist wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt. Der 37-Jährige soll sich auf Facebook und anderen Plattformen im Netz als Mädchen ausgegeben und etwa 40 Jungen aufgefordert haben, Nacktbilder und Videos von sich zu schicken. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann sexuellen Missbrauch in 26 Fällen vor, versuchten sexuellen Missbrauch, versuchte Nötigung sowie Beschaffung und Verbreitung von kinder- und jugendpornografischen Schriften.

Nach Informationen der «Pforzheimer Zeitung» war der Angeschuldigte Lehrer einer Grund- und weiterführenden Schule; er sei inzwischen suspendiert. Die Staatsanwaltschaft machte keine näheren Angaben zur Person.

Laut Anklage hat der Mann als angebliches Mädchen über einen falschen Account bundesweit Jungen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren angeschrieben und einen Tausch angeboten: Er soll Nacktbilder von Mädchen an die Jungen geschickt haben. Dafür sollten die wiederum Fotos mit sexuellen Posen oder Videos von sich schicken, auf denen sie sexuelle Handlungen an sich vornahmen. Außerdem soll er gedroht haben, die Fotos und Videos im Internet zu veröffentlichen, wenn ihm die Jungen keinen Nachschub schickten.

Es gibt der Anklagebehörde zufolge aber keinen Hinweis darauf, dass Jungen aus dem persönlichen Umfeld des Mannes betroffen waren. «Es gab keinen persönlichen Kontakt, das lief allein über die Internetschiene», sagte ein Sprecher. Die Fahnder kamen dem Mann über nicht näher genannte «Hinweise» auf die Spur. Die Anklage erfolgte nach langwierigen Ermittlungen.

Nach Informationen der «Pforzheimer Zeitung» beschlagnahmten die Ermittler bei einer Durchsuchung die Festplatte vom Computer des Lehrers. Dieser habe versucht, die Daten zu löschen.

Vor mehr als drei Jahren war ein Pforzheimer Schulleiter wegen Kinderpornovorwurfs zu einer Geldstrafe von 6750 Euro verurteilt worden. Der damals 57 Jahre alte vom Dienst suspendierte Rektor hatte bis zuletzt bestritten, entsprechende Dateien heruntergeladen zu haben. Dabei handelte es sich aber nicht um dieselbe Schule wie in dem jetzt aufgedeckten Fall. (dpa)

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