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Philologenverband sieht schulische Vielfalt in Gefahr – „Petitionen ‚kaltschnäuzig‘ abgeschmettert“

HANNOVER. Enttäuscht zeigt sich der Philologenverband Niedersachsen über das „Abschmettern“ der mehr als 40 Petitionen durch die rot-grüne Einstimmenmehrheit im Kultusausschuss des Landtages. Betroffen war davon auch die Online-Petition zur Erhaltung der schulischen Vielfalt und des Elternrechts auf freie Schulwahl mit 33.000 Unterschriften, an der der Philologenverband beteiligt gewesen war.

Eingang eines Gymnasiums (Ausschnitt)

Bei Schulwegen von täglich zweieinhalb Stunden von einer ‚Bestandsgarantie‘ für Gymnasien zu sprechen, sei laut Philologenverband eine Farce. Foto: bbroianigo / pixelio.de

„SPD und Grüne verweigern sich besserwisserisch den Sorgen und Argumenten der 33.000 Unterzeichner und ziehen ihr ideologisches Konzept einfach durch“, kritisiert der Verbandsvorsitzende Horst Audritz. Wenn SPD und Grüne sowohl die Anhörung der Petenten verweigerten und auch die Berücksichtigung aller Eingaben niederstimmten, zeigten sie damit ihr wahres Gesicht. Wenn die rot-grüne Landesregierung angeblich ein vielfältiges Schulangebot erhalten wolle, warum mache sie dann per Gesetz die integrierte Gesamtschule zu einer Schulform, die alle anderen Schulangebote „ersetzen“ könne? Die angebliche „Bestandsgarantie“ für Gymnasien sei eine Farce, da sie von Schulwegen zum nächsten Gymnasium von täglich zweieinhalb Stunden ausgehe, was für jüngere Schüler unzumutbar sei.

Auch an der Abschaffung der Förderschule Lernen, von der 14.000 Schüler betroffen seien, wolle Rot-Grün festhalten, obwohl viele betroffene Eltern ihr Kind in einer spezialisierten Förderschule besser aufgehoben sähen als in Regelklassen mit kaum vorhandener spezifischer Unterstützung. Es sei zudem völlig unlogisch, die Förderschule Sprache mit der zutreffenden Begründung bestehen zu lassen, dass der Inklusionsprozess mehr Zeit brauche, die Förderschule Lernen aber abzuschaffen, obwohl für sie das gleiche gelte. Anstatt den betroffenen Eltern die Wahl zwischen Förderschule und Schule zu lassen, würden sie durch den Entzug der Wahlfreiheit entmündigt. Generell müsse man feststellen, dass Rot-Grün den Elternwillen nur dann akzeptiere, wenn es der eigenen Meinung entspreche. Das gefährde den Schulfrieden in Niedersachsen.

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Ein Kommentar

  1. Für rot-grün gibt es halt gute und böse Petitionen.

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