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Schulleiterin soll erste Frau an Spitze des BLLV werden

AUGSBURG/MÜNCHEN. Nach 150 Jahren will der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband erstmals eine Frau an seine Spitze wählen. Volksschulleiterin Simone Fleischmann soll Nachfolgerin von Klaus Wenzel werden.

Zeitenwende bei der größten Pädagogen-Organisation im Freistaat: Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) soll erstmals von einer Frau geführt werden. Bei der 53. Delegiertenversammlung am 15. Mai in Augsburg wird voraussichtlich die oberbayerische Volksschulrektorin Simone Fleischmann zur neuen Präsidentin des 154 Jahre alten Verbandes gewählt.

Amtsinhaber Klaus Wenzel (65) wird nach acht Jahren nicht mehr für das Spitzenamt kandidieren. Der BLLV hat rund 60 000 Mitglieder, vier von fünf davon sind Frauen. «Es ist an der Zeit, dass mal eine Frau an die Spitze kommt», sagt daher Noch-Präsident Wenzel. Es ist zwar möglich, dass sich in den kommenden zwei Wochen noch ein oder mehrere Kandidaten melden, die gegen die 44-jährige Fleischmann antreten wollen, es wäre aber unüblich. «Ich halte es für ausgeschlossen», sagt Wenzel sogar.

Die designierte Präsidentin ist da etwas vorsichtiger. Sie nehme die Delegierten ernst und warte erst einmal ab, was Mitte Mai in Augsburg passiert, sagt Fleischmann. Insgesamt 552 Vertreter werden erwartet, die Landesversammlung des BLLV findet nur alle vier Jahre statt. Allerdings findet auch Simone Fleischmann einen Geschlechterwechsel auf dem Chefsessel überfällig: «Einem Verband, der zu 80 Prozent weiblich ist, steht das gut an.»

Sie ist schon seit Jahren Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft des BLLV und somit auch bereits Vorstandsmitglied. Der einflussreiche Verband mit 25 Mitarbeitern in der Münchner Zentrale und 179 Kreisverbänden im Land ist ihr im Detail also bereits vertraut. «Ich kenne die BLLV-Politik und -Arbeitsweisen», betont Fleischmann.

Die studierte Hauptschullehrerin und Schulpsychologin leitet seit 2007 die Anni-Pickert-Grund- und Mittelschule in Poing (Landkreis Ebersberg). Diesen Job wird sie nun aufgeben müssen, denn das BLLV-Präsidentenamt ist hauptberuflich. «Ich bin leidenschaftlich Lehrerin und Schulleiterin», sagt die 44-Jährige. «Natürlich wird einem das fehlen.»

Doch auch als Verbandschefin will sie einiges bewegen. Fleischmann fordert mehr Geld und mehr Zeit für Bildung sowie bessere Arbeitsbedingungen für alle Pädagogen. Sie will «die Diskrepanz zwischen bildungspolitischen Sonntagsreden und der schulischen Realität aufzeigen». Dabei ist es ihr wichtig, dass die Kollegen in den verschiedenen Schularten, egal ob Grund- oder Berufsschule, sich von ihr gleich gut repräsentiert fühlen. «Alle Lehrer sind Lehrer», betont sie. (Ulf Vogler, dpa)

zum Bericht: Wenzels neue Ideen für die Oberstufe: Mehr Projektunterricht – weniger Prüfungen

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