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Umstrittener Burschenschaftsverband feiert Jubiläum – erstmals keine Proteste

EISENACH. In Eisenach haben Mitglieder der umstrittenen Deutschen Burschenschaft (DB) an die Gründung der Ur-Burschenschaft vor 200 Jahren erinnert.

Mehrere Hundert Burschenschafter aus Deutschland und Österreich versammelten sich am Freitag am Burschenschaftsdenkmal der thüringischen Stadt. Erstmals seit Jahren waren nach Angaben der Stadtverwaltung Eisenach keine Proteste gegen den Burschentag angemeldet gewesen. In Jena hatten Studenten am 12. Juni 1815 die erste deutsche Burschenschaft gegründet.

Gruppenfoto uniformierter Vertreter von Burschenschaften

Demonstrative Einheit beim Burschentag 2011. Doch im Dachverband rumorte es in den letzten Jahren kräftig. Foto: Photostudio Thurau, Eisenach/Deutsche Burschenschaft

Nach Angaben des Sprechers der Deutschen Burschenschaft, Torben Braga, gibt es trotz der internen Streitigkeiten in den vergangenen Jahren einen Mitgliederzulauf. Die in der DB als Dachverband organisierten Burschenschaften waren in den vergangenen Jahren massiv in die Kritik geraten. Ihnen war vorgeworfen worden, nicht konsequent genug gegen rechtsextreme Strömungen in den eigenen Reihen vorzugehen. Zahlreiche Studentenverbindungen waren in der Folge aus der DB ausgetreten.

Nach Angaben der DB sind derzeit noch etwa 120 Vereinigungen mit etwa 10 000 Mitgliedern aus Deutschland und Österreich in dem Dachverband organisiert, darunter 75 Burschenschaften.

Der Sprecher der DB-kritischen Initiative «Burschenschafter gegen Neonazis», Christian J. Becker, sagte, die Frage, vor der die Studentenverbindungen heute stünden sei, ob sie eher politisch ausgerichtet bleiben wollten oder eher das studentische Erleben des Studiums in den Vordergrund stellen wollten. Letzteres sei in anderen Ländern bereits üblich. (dpa)

zum Bericht: Friedliche Demonstrationen gegen Eisenacher Burschentag
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