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„Deutsch als Fremdsprache“: Märchen im Unterricht

DÜSSELDORF. Das Grimm-Jubiläumsjahr 2012 war für das Goethe-Institut der passende Anlass, Unterrichtsideen zum Thema „Märchen“ für das Fach „Deutsch als Fremdsprache“ zu entwickeln – zweihundert Jahre nachdem Jacob und Wilhelm Grimm den ersten Band ihrer „Kinder- und Hausmärchen“ veröffentlicht hatten. Die Materialien inklusive didaktischer Anweisungen sowie weiterführende Informationen stellt das Institut immer noch online zur Verfügung.

Mehr als nur Märchenerzähler: die Gebrüder Grimm. Illustration: Wikimedia Commons

1812 veröffentlichten die Gebrüder Grimm den ersten Band ihrer „Kinder- und Hausmärchen“. Illustration: Wikimedia Commons

Für Angelika Lundquist-Mog, Autorin des Materialienheftes „Märchenhaft: Ein Kalender – viele Möglichkeiten. Unterrichtsvorschläge rund um das Thema Märchen“, war allerdings nicht allein das Jubiläum ausschlaggebend, sich verstärkt mit Märchen als Unterrichtsinhalt zu beschäftigen. Die meisten Märchen seien schließlich nicht nur bei Kindern beliebt, schreibt sie in der Einführung. „Sie führen in eine übernatürlich wunderbare Welt und regen so die Fantasie an und stellen in vereinfachter Form grundlegende menschliche Erfahrungen dar. Die meisten Lernenden kennen das Genre Märchen und ein vergleichbares Repertoire an Märchenfiguren aus ihrer eigenen Kultur. Und nicht nur die Figuren ähneln sich, in vielen Kulturen existieren auch fast identische Märchenhandlungen. Allein diese Übereinstimmungen und Unterschiede eignen sich hervorragend für einen interkulturellen Vergleich und sind ein gelungener Sprechanlass.“

Das Heft mit den Unterrichtsvorschlägen enthält nach Angaben des Goethe-Instituts „Übungen für Lerner aller Sprachniveaus“ – von der Vorschule bis zum Erwachsenenunterricht. Grundsätzlich bezieht sich die Publikation auf einen Märchenkalender, den das Institut anlässlich des Jubiläumsjahres veröffentlicht hatte. Lehrer können sie aber auch unabhängig davon einsetzen.

Teil I bietet unter anderem Unterrichtsvorschläge, wie Lehrkräfte das Thema Märchen und die Gebrüder Grimm im Unterricht einführen können. Dazu gehört die Idee, anhand der deutschen Märchenstraße, einer Tourismusroute in Deutschland, ein Internetprojekt durchzuführen. Dabei sollen die Lernenden mithilfe der Internetseite www.deutsche-maerchenstrasse.com Informationen zu einzelnen bedeutenden Orten sammeln, die auf diesem Weg liegen, und sie im Unterricht präsentieren. Des Weiteren beinhaltet das Heft Ideen, wie Schüler einzelne Märchentexte aufarbeiten und mit ihnen kreativ arbeiten können. „Viele dieser Ideen lassen sich variieren und an unterschiedliche Niveaustufen und Zielgruppen anpassen“, heißt es in dem Heft. Zum Abschluss des ersten Teils finden Lehrkräfte zudem Beispiele, wie sich einige der präsentierten Unterrichtsvorschläge „in einem ‚Lernszenario‘ oder in einer ‚Stationenarbeit‘ verknüpfen lassen“.

In Teil II befinden sich Quartettkarten und Bild-Wort-Karten zu den einzelnen Märchen, „die sich auf vielfältige Art und Weise einsetzen lassen“. Die Quartettkarten sind jeweils nur mit dem Märchentitel beschriftet, sodass die Schüler beispielsweise die Reihenfolge im Märchen überprüfen können. Teil III beinhaltet exemplarisch Unterrichtsvorschläge und Arbeitsblätter zu 14 Märchentexten:

  • Frau Holle
  • Der Froschkönig
  • Aschenputtel
  • Sterntaler
  • Dornröschen
  • Rotkäppchen
  • Rapunzel
  • Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack
  • Schneewittchen
  • Rumpelstilzchen
  • Die Bremer Stadtmusikanten
  • Hänsel und Gretel

Die Märchentexte wurden nach Angaben des Instituts gekürzt und bearbeitet, die Rechtschreibung angepasst. Die Unterrichtsentwürfe richten sich jeweils an eine bestimmte Niveaustufe. Die angegebene Zahl der Unterrichtseinheiten seien lediglich Orientierungsangaben. Die Zeit der Aufgabenbearbeitung lasse sich straffen oder dehnen. Die Dauer der Textbearbeitung richte sich auch nach dem Bekanntheitsgrad des Märchens bei den Schülern und deren Sprachkompetenz.

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