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KMK-Chefin Kurth: einheitliches Abitur bleibt die Vision

DRESDEN. Seit gut fünf Monaten hat die sächsische CDU-Politikerin Brunhild Kurth den Vorsitz in der Kultusministerkonferenz. Vergleichbarkeit bei Prüfungen und Abschlüssen hält sie für besonders wichtig.

Die Vision eines möglichst einheitlichen Abiturs in Deutschland gibt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brunhild Kurth (CDU), nicht auf. «Wir müssen zu Vergleichbarkeit kommen. Das hat auch etwas mit Chancengleichheit und Gerechtigkeit zu tun», sagte die sächsische Kultusministerin. Abiturprüfungen und Notendurchschnitte spielten eine Rolle, wenn es um die Vergabe von Studienplätzen gehe: «Deshalb steht das Thema Vergleichbarkeit für mich ganz oben.»

Kurth verwies dabei auch auf die zunehmende Mobilität von Familien: «Sie ziehen heute mitunter von Bundesland zu Bundesland, so wie es der Beruf erfordert.» Kinder müssten anderswo auf gleichem Niveau weiterlernen können wie am bisherigen Wohnort.

«Wir haben gleiche Bildungsstandards entwickelt. Sie geben Auskunft darüber, was ein Schüler am Ende einer bestimmten Klassenstufe können muss. Für die naturwissenschaftlichen Fächer führen wir sie ein», betonte die Ministerin. Jetzt komme es darauf an, wie die Standards in den Ländern eingehalten werden.

Erfreulich sei die Entwicklung bei den Abschlussprüfungen. Inzwischen würden schon sechs Länder (Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein) gemeinsame Abituraufgaben oder Aufgabenteile in Mathematik, Deutsch und Englisch verwenden. In diesem Jahr kommt Brandenburg bei Deutsch, 2016 Bremen bei Deutsch und Mathematik hinzu: «Irgendwann sind es 6 plus 3 und 6 plus 4», sagte Kurth.

Die bessere Verzahnung schreite voran, laut Kurth bringen die einzelnen Bundesländer bis 2017 Abituraufgaben in einen gemeinsamen Aufgabenpool ein. «Die werden vom Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen auf Herz und Nieren geprüft.» 2017 könnten sich die Länder dann erstmals aus diesem Pool bedienen. «Theoretisch ist denkbar, dass alle die gleichen Aufgaben wählen», sagte Kurth. 2017 gebe es auch erstmals in 14 Ländern am gleichen Tag Mathe-Abiturprüfungen. Nur Hessen und Rheinland-Pfalz könnten sich nicht beteiligen. «Nach dem hessischen Schulgesetz müssen alle Abiturprüfungen bis Ostern geschrieben sein.» Bei Rheinland-Pfalz stehe die Dauer von zwölfeinhalb Jahren bis zum Abitur dagegen.

Hat unlängst die Präsidentschaft der KMK übernommen: Brunhild Kurth. Foto: Sächsisches Kultusministerium.

Arbeitet an einer besseren Verzahnung der Bildungspolitik der Länder: Brunhild Kurth. Foto: Sächsisches Kultusministerium.

Kurz vor der 350. Kultusministerkonferenz am 11. und 12. Juni in Berlin zog Kurth eine Zwischenbilanz ihrer bisherigen Amtszeit: «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir keine ideologischen Schlammschlachten in der Bildung mehr führen. Darüber freue ich mich.» Die Arbeit in der KMK sei von einer sehr offenen und toleranten Gesprächsatmosphäre geprägt: «Die Ministerinnen und Minister haben erkannt, dass wir unabhängig von unterschiedlichen Schulstrukturen sehr viele gemeinsame Themen haben, die für alle eine Herausforderung sind.» Als Beispiele nannte sie Inklusion oder die Förderung von Kindern aus sozial schwachen Familien. Hier habe man zu einem «pragmatischen Miteinander» gefunden. dpa

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