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Porträt: Schulpreise für Hamburger Gymnasium und Flensburger Grundschule

BERLIN. Die pädagogischen Ziele sind nicht neu, die Ergebnisse aber preiswürdig: Zwei Schulen in Hamburg und Flensburg bemühen sich um die Integration von Schülern mit unterschiedlicher Herkunft und Lerntempo. Dafür wurden sie in der letzten Woche mit dem Deutschen Schulpreis geehrt.

Bei der Vergabe des Deutschen Schulpreises in Berlin sind  zwei Schulen in Hamburg und Flensburg ausgezeichnet worden. Das Ganztagsgymnasium Klosterschule in Hamburg-St. Georg und die Waldschule in Flensburg – eine Grundschule – bekommen für vorbildliche Konzepte und Leistungen je 25 000 Euro. Den mit 100 000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt eine Gesamtschule in Wuppertal (NRW). Die ebenfalls nominierte Gorch-Fock-Schule in Kiel ging leer aus.

Insgesamt 15 Schulen aus zehn Bundesländern hatten sich um die sechs Auszeichnungen des Deutschen Schulpreises 2015 beworben. Die Jury bewertete sechs «Kennzeichen für gute Schulqualität»: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. Die Robert-Bosch-Stiftung und die Heidehof-Stiftung vergeben den Preis seit 2006 in Zusammenarbeit mit dem Magazin «stern» und der ARD.

Waldschule - Grundschule der Stadt Flensburg Fotos: Robert Bosch Stiftung / Theodor Barth

Waldschule – Grundschule der Stadt Flensburg
Fotos: Robert Bosch Stiftung / Theodor Barth

Die prämierten Schulen sollen als Referenzschulen an der Anfang des Jahres gegründeten Deutschen Schulakademie mitwirken. Der Leiter der Hamburger Klosterschule, Ruben Herzberg, betonte: «Es geht uns nicht darum zu zeigen, wie toll wir sind.» Von den Ideen und Erfahrungen seines Gymnasiums sollten auch andere Schulen profitieren. An dem ältesten Ganztagsgymnasium Hamburgs lernen fast 1000 Schüler. 35 bis 40 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund.

Die Herkunft der Schüler dürfe jedoch keine Rolle beim Lernerfolg spielen, sagte Herzberg. Sein Gymnasium, das auch einen kulturellen Schwerpunkt biete, liege bei den Leistungen im oberen Hamburger Bereich. Das Preisgeld könnte bei der Einrichtung einer neuen Bibliothek, dem Ausbau von «Lernecken» auf Fluren oder bei der Neugestaltung des Schulhofes eingesetzt werden.

GanztagsGymnasium Klosterschule Hamburg Fotos: Robert Bosch Stiftung / Theodor Barth

GanztagsGymnasium Klosterschule Hamburg
Fotos: Robert Bosch Stiftung / Theodor Barth

Die Waldschule in Flensburg ist den vergangenen Jahren mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht worden, darunter der Jakob-Muth-Preis der Bertelsmann-Stiftung und 2014 der Deutsche Arbeitgeberpreis für Bildung im Bereich Inklusion. Damals wurden unter anderem das «Schülerparlament» und eine ruhige Arbeitsatmosphäre in der «Flüsterschule» gelobt. Auch beim Deutschen Schulpreis landete die Grundschule mehrfach unter den 50 besten Schulen Deutschlands. «An der Waldschule legen wir Wert auf eine offene und fröhliche Atmosphäre», heißt es auf den Internetseiten der Schule. «300 Kinder lernen auf unterschiedlichen Leistungsebenen nach individuellen Plänen, die dem einzelnen Kind gerecht werden», gibt die Waldschule an. «Hochbegabte und langsam lernende Kinder kommen so gemeinsam zu Erfolgen und lernen in Klassen, die bewusst heterogen zusammengesetzt sind.»

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