Alternde Gesellschaft: Schwesig schlägt „Jugend-Check“ für Bundesgesetze vor

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BERLIN. Wären die Pläne von Manuela Schwesig bereits 2003 umgesetzt gewesen, hätte es das G8 möglicherweise nie gegeben. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung will die Bundesjugendministerin eine „Jugend-Check“ für Gesetzesvorhaben einführen. Besonders bei Stress in Schule und Studium sollen Jugendliche mehr Gehör finden.

Die Interessen junger Menschen kommen im Gesetzgebungsprozess nach Ansicht von Bundesjugendministerin Manuela Schwesig (SPD) oft zu kurz. Damit das künftig anders wird, will die Ministerin einen «Jugend-Check» für bundespolitische Gesetzesvorhaben einführen – und zwar nicht nur für Gesetze, die ihr Ministerium zu verantworten hat.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig will die Interessen von Jugendlichen im Gesetzgebungsprozess stärker berücksichtigen. Foto: AWO Bundesverband / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig will die Interessen von Jugendlichen im Gesetzgebungsprozess stärker berücksichtigen. Foto: AWO Bundesverband / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)
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Ein wichtiges Thema, bei dem Jugendliche und junge Erwachsene Gehör finden müssten, sei der Stress in Schule und Studium. Das sagte Schwesig bei einer Tagung zum Thema «Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft». Dazu gehörten das umstrittene G8-Abitur nach der 12. Jahrgangsstufe und die auch in Unternehmen inzwischen kontrovers diskutierte Frage, «ob es sinnvoll ist, junge Menschen möglichst schnell durch das Studium zu schleusen».

Ältere Menschen seien in Deutschland die größte Wählergruppe, «mit den erwartbaren Folgen für politische Schwerpunkte», sagte der Vorsitzende des Bundesjugendkuratoriums, Mike Corsa. Schwesigs Ansatz für eine «eigenständige Jugendpolitik» sei deshalb gut. «Das war in der Vergangenheit nicht so», fügte er hinzu. Zu den wenigen jungen Teilnehmern der Tagung gehörten die Tübinger Jugendgemeinderätin Jessica Karrer (19) und Martin Wendiggensen (17), Gründer einer Schülerzeitung aus Bochum. (dpa)

zum Bericht: Debatte entbrannt: Schwesig fordert späteren Unterrichtsbeginn – Lehrerverbände uneins

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