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Bayern testet zweisprachige Grundschule

MÜNCHEN. Die Staatsregierung Bayern testet die zweisprachige Grundschule in Deutsch und Englisch. Insgesamt 21 Schulen werden ab dem kommenden Schuljahr an dem vierjährigen Pilotversuch teilnehmen. In Kunst, Musik und Sport wird der Unterricht in Englisch abgehalten – sowie «an geeigneter Stelle» auch in anderen Bereichen. Die Teilnahme ist freiwillig, die Eltern können selbst entscheiden, ob ihre Kinder mitmachen sollen oder nicht, wie das Kultusministerium mitteilte.

Initiator ist Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich. Der Münchner CSU-Politiker nannte nach der Auftaktveranstaltung in Augsburg mehrere Gründe für den Schulversuch: «Wir haben immer mehr Kindergärten, die bilinguale Angebote machen.» Bisher könnten die Kinder das in der Grundschule nicht fortsetzen. «Die Nachfrage in den Kindergärten zeigt, dass die Nachfrage bei den Eltern da ist.»

G8, Studiengebühren, Englisch in der Grundschule: In Bayern geraten die bildungspolitischen Reformen der vergangenen Jahre ins Wanken. Foto: &DC / Flickr (CC BY 2.0)

Englisch in der Grundschule: In Bayern soll es jetzt ein bilinguales Angebot geben. Foto: &DC / Flickr (CC BY 2.0)

Eisenreich begründete seinen Vorstoß aber vor allem mit dem Nutzen für die Kinder: Wer Sprachen lerne, lerne zu differenzieren und tue sich später in vieler Hinsicht leichter – «der wird auch besser in Deutsch», sage Eisenreich. Die Vorstellung, dass das frühe Lernen einer Fremdsprache zulasten der Muttersprache gehe, sei falsch.

Am Deutschunterricht als Kernaufgabe der Grundschule soll nach Eisenreichs Worten nicht gerüttelt werden. Während des zweijährigen Schulversuchs sollen die beteiligten Schulen nun pädagogisch sinnvolle und kindgerechte Konzepte für den Unterricht in einer Fremdsprache ausarbeiten. dpa

Ein Kommentar

  1. Die konsequent mehrsprachig erzogenen Kinder bestätigen, dass eine Fremdsprache in Grundschule und Kindergarten dem Erwerb der Muttersprache (bzw. Deutsch) nicht stören. Allerdings sollten Kinder spätestens mit 4-5 Jahren die Muttersprache (bzw. Deutsch) bereits flüssig sprechen können. Das setzt allerdings Erziehungsarbeit der Eltern voraus, von der letztere aber nach dem Willen der Politik weitgehend befreit werden sollen.

    Vollkommen kostenlos könnte man das Programm bundesweit für alle Bürger durchführen:

    Man muss nur die Synchronisation im Fernsehen abschaffen und durch Untertitel ersetzen. Das motiviert gleichzeitig die Schüler dazu, das schnelle Lesen richtig zu lernen.

    Ja, das funktioniert: Meine (niederländischen) Großeltern hatten nie ein Wort Englisch, Deutsch oder Französisch in der Schule, konnten alle drei Sprachen aber verstehen und lesen.

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