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Das Umweltbewusstsein bei Schülern fördern

Die Hitzewelle der vergangenen Wochen sowie der bisher viel zu trockene Frühling und Sommer erweckt den Eindruck, dass der Klimawandel alles andere als weit entfernt ist. Die Bedrohung der akuten globalen Erwärmung haben auch die Verantwortlichen erkannt und verabschiedeten aus diesem Grund bereits 1997 das Kyoto-Protokoll, welches die Nationen zur Senkung der Treibhausgase verpflichtet. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beschreibt den Prozess dieser Ratifizierung näher. Konkrete Vorgaben und Ziele wurden schließlich 2001 in Folge der Marrakesh Accords verbindlich festgelegt.

Das übergeordnete Ziel ist eine Reduktion der Treibhausgase. Pixabay © Paulina (CC0 Public Domain 1.0)

Das übergeordnete Ziel ist eine Reduktion der Treibhausgase. Pixabay © Paulina (CC0 Public Domain 1.0)

Allerdings sind diese Ziele nur dann realistisch, wenn sich ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein entwickelt. Nicht nur in Wirtschaft und Industrie, sondern auch der Nachwuchs ist langfristig in Form von Maßnahmen und Aufklärung an den Schulen darüber zu informieren. Deshalb ist es sinnvoll, die unterschiedlichen Schritte, die bereits in der Schule beigebracht werden können, hier näher darzulegen. Viele Bildungseinrichtungen haben diese Notwendigkeit bereits erkannt. So auch Das Gymnasium Rhaden und die Grundschule Pr. Ströhen, die aufgrund ihres beispielshaften Engagements im Bereich des Umweltschutzes, Preise erhalten haben.

Nachhaltigkeitsaspekte – Hier lässt sich ein aktiver Beitrag leisten

Welche Möglichkeiten bieten sich den Schulen, um selbst einen aktiven Beitrag zum Klimawandel zu leisten? Wie das Fraunhofer Institut berichtet, schafft ein besseres ökologisches Umfeld, etwa durch ein gesundes Raumklima oder eine höhere Energieeffizienz, ohnehin bessere Lernbedingungen, weswegen die Maßnahmen nicht nur der Umwelt zugutekommen, sondern auch den Leistungen der Schüler selbst. Aus diesem Grund gibt es unterschiedliche Maßnahmen, die seitens der Schule ergriffen werden können, um das Umweltbewusstsein der Jugendlichen und implizit die Lernleistung sowie ein langfristiges ökologisches Interesse zu fördern.

Reduktion von Treibhausgasen im Schulalltag – Warum?

Ein Bereich, der den Schülern nahezulegen ist, sind die Auswirkungen der Treibhausgase. Was sind diese Gase, was bewirken sie und wie kann sich ein Schüler an den Einsparungen beteiligen? Umweltbewusstsein bei Schülern fördern Grafik 1Diese Fragen sind im Vorfeld zu erläutern, bevor explizite Maßnahmen vorzustellen sind. Der CO2-Ausstoß der Schüler und Lehrer lässt sich bereits durch einfache Mittel verringern, etwa, wenn nicht jeder mit dem privaten PKW zur Schule fährt, sondern stattdessen Fahrgemeinschaften oder öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Eine CO2-arme Mobilität ist folglich ein Gesichtspunkt, der bei der Reduktion von Treibhausgasen essentiell ist. Schüler sowie Lehrer sollten aus diesem und aus anderen Gründen auf das Auto beim Schulweg verzichten. Stattdessen ist das Fahrrad oder der Fußweg zu empfehlen, denn so wird nicht nur die Umwelt geschützt, es ist darüber hinaus gesund, kommunikativ, klimafreundlich und stressfrei. Aus diesen Gründen ist das „Elterntaxi“ keine Option, denn hier offenbart sich ein großes Einsparpotential der Umwelt und den Kindern zu liebe. Wie Energiesparmeister.de berichtet, gibt es bereits diverse Projekte von unterschiedlichen Schulen, die mit Hilfe von Wettbewerben oder Aktionen die emissionsarme Mobilität fördern. So etwa durch Fußgängerwettbewerbe, Mitfahrzentralen oder klimafreundliche Klassenausflüge.

Schulgelände – ein grünes Bewusstsein schaffen

Das gesamte Schulgelände ist ein Bereich, an dem die Schüler die Natur und den Umweltschutz zu schätzen lernen sollten.Umweltbewusstsein bei Schülern fördern Grafik 2 Entsprechend ist es gut, wenn diese Orte über ein möglichst grünes Umfeld verfügen. Betonierte Flächen sind zu vermeiden, stattdessen gilt es Wiesen, Beete, Obst und Gemüse zu pflanzen, für welche die Schüler selbst verantwortlich sind. Dadurch entwickeln diese nicht nur ein Umweltbewusstsein und ein Gefühl für die Pflanzenwelt, sondern lernen auch, sich um etwas zu kümmern. Auf vielen Schulgeländen gibt es Ruderalflächen, die sich für solche ambitionierten Projekte anbieten. Doch nicht nur für Pflanzen kann auf diese Weise ein Umfeld geschaffen werden, sondern auch für Tiere. Denn diese haben zwischen Bäumen und Sträuchern ausreichend Rückzugsorte und Nistgelegenheiten.

Material und Müll

Auch das Schulmaterial sollte aus umweltfreundlichem Material bestehen. So etwa mit Hilfe eines klimaneutralen Drucks. In diesem Artikel wird dargestellt, was bei Druck und Kauf von Büchern und Heften von Bedeutung ist. So ist nicht nur das Drucken selbst relevant, sondern vielmehr auch die Herstellung der Maschinen. Entsprechend gibt es Prüfverfahren, die die Klimafreundlichkeit eines Gerätes nachweisen. Zusätzlich gibt es Zertifikate, die belegen, dass ein Unternehmen seine Materialen und seine Herstellung an diesen Trend angelehnt haben. Schulen sollten also bereits bei der Bestellung der Materialien auf diese Gütesiegel achten. Das bekannteste dabei ist sicherlich der Blaue Engel, eine Auszeichnung, die seitens der Bundesregierung implementiert wurde und unterschiedliche Gegenstände von Alltags- bis hin zu Büro- oder Freizeitprodukten auf ihre Umweltverträglichkeit sowie die nachhaltige Fabrikation überprüft.
Umweltbewusstsein bei Schülern fördern Grafik 3Auch das Trennen des Mülls ist ein Aspekt, der in der Schule zu beachten ist. Im Grunde ist bereits die übermäßige Produktion von Abfall zu vermeiden. Dabei sollten sich Schüler folgende Fragen stellen: Wird das Produkt überhaupt benötigt? Gibt es eine umweltverträglichere Verpackung? Sind Getränke beispielsweise auch in Mehrwegfalschen erhältlich? Diese Fragen sind essentiell, denn im Grunde ist es am besten, wenn erst gar kein Abfall entsteht. Falls dies aber doch passiert, so stellt sich häufig die Frage, in welche Tonne der Müll denn gehört? Welt.de erklärt, wie die unterschiedlichen Verpackungen zu entsorgen sind. Denn in wenigen Ländern ist das Recycling so vielseitig wie in Deutschland. Es gibt mindestens vier verschiedene Tonnen, die entweder für Restmüll, Bioabfall, Gelber Sack oder Papier vorgesehen sind. Aus diesem Grund ist den Schülern genau zu erklären, welche Stoffe in welche Tonnen kommen.

Energiehaushalt – Wie können Schüler Ressourcen sparen?

Grundsätzlich gehören Schulen von allen öffentlichen Gebäuden zu jenen, die am meisten Energie verbrauchen. 2,6 Milliarden Euro bezahlen die Kommunen, um jährlich die Ausgaben für die Energiekosten aller öffentlichen Gebäude zu decken. Das hat auch berechtige Gründe, denn der Energieverbrauch ist immens. Diverse Lichtquellen, Monitore, Beamer und die Heizung fressen viele Ressourcen. Deshalb müssen Schüler darauf hingewiesen werden, verantwortungsbewusst mit den Gerätschaften und benötigten Ressourcen umzugehen. Besonders im Winter, wenn das richtige Heizen und Lüften an der Tagesordnung steht, gilt es, die Jugendlichen zu schulen und ihnen die Relevanz dessen näher zu bringen. Denn ohne die Kenntnisse über fossile Energiestoffe und das Wissen über die Notwendigkeit zu sparen, werden manche Schüler womöglich keinen Grund sehen, den ökologischen Fußabdruck der Schule zu verringern.

Umweltbewusstsein bei Schülern fördern Bild 2

Heizungen sind beim Verlassen des Raumes auf ein Minimum herunter zu regulieren. Pixabay © Paulina (CC0 Public Domain 1.0)

Im Rahmen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und unter Mitarbeit etwa der Hochschule München oder dem Fraunhofer Institut hat sich das Forschungsvorhaben „Energieeffiziente Schule“ gegründet, das versucht, die sparsamen Schulgebäude zu implementieren. So unterscheiden die Verantwortlichen hier zwischen Plusenergieschulen, 3-Liter-Haus-Schulen oder Best-Practice Beispiele. Diese Exemplare verfügen alle über vorbildliche und innovative Techniken in den Bereichen Gebäudehülle, Heizung, Lüftung, Sonnenschutz sowie einer automatischen Gebäuderegelung. Schulen, die diese Kriterien erfüllen, werden mit Preisen ausgezeichnet. Gewinner der letzten Jahre werden in diesem Dokument veröffentlicht.

Umweltbewusstsein im Unterricht

Auch in den eigentlichen Unterrichtsstoff kann das Energiesparen eingeführt werden. So berechnen Schüler in den Vereinigten Staaten sowie in Großbritannien ihre eigene CO2-Bilanz oder befassen sich in den Naturwissenschaften mit den Auswirkungen des Klimawandels und der Treibhausgase auf die Umwelt. In Kunst kommen beispielsweise nur ökologische Materialien zum Einsatz und in Geschichte werden Lebewesen behandelt, die aufgrund gravierender Umwelteinflüsse ausgestorben sind.

Unter isfoundation.com werden die wichtigsten Bereiche der Lehrpläne im Hinblick auf Klimawandel und Umweltbewusstsein näher dargelegt. Denn Lehrer können nicht nur durch ihr Verhalten die Erde schützen, sondern sie können den Schülern im Unterricht darüber hinaus die Auswirkungen und möglichen Szenarien erklären, sodass diese die Notwendigkeit erkennen und sich ebenfalls im Umweltschutz engagieren.

 Jugendliche haben den Ernst der Lage erkannt

Als Fazit ist festzuhalten, dass sich die meisten Schüler ihrer Verantwortung bewusst sind. Nicht ohne Grund gibt es auch in der Region immer wieder Schulen, die sich durch energiesparende Projekte auszeichnen. Ein Beispiel ist die Schule in Sulingen, die regelmäßig Präsentationstage abhält. Dieses Jahr unter anderem zu dem Thema „Energie und Umwelt“. Da 2015 das Jahr des Lichts gefeiert wird, hat sich die Schule unter anderem auf diesen Themenbereich spezialisiert. So wurden alternative Solarzellen vorgestellt, aber genauso etablierte Technologien, wie Brennstoffzellen oder Windenergie. Fakt ist: Die Schüler setzen sich mit den regenerativen Energien auseinander und ihnen ist durchaus klar, dass in Zukunft diese Formen von Bedeutung sind und die Energie aus Kohle oder Atomkraft nach und nach abgebaut wird.

Schulen müssen sich an solchen Projekten beteiligen und darüber hinaus das Bewusstsein und die Relevanz eines ressourcen- und umweltschonenden Alltags immer wieder im Unterricht hervorheben. Ist das der Fall und erfolgt eine ähnliche Sozialisierung im Elternhaus, so ist der Umweltschutz auch langfristig gesichert und Deutschland geht bei den Themen regenerative Energien und sparsamer Umgang mit gutem Beispiel voran.

 

Ein Kommentar

  1. Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen.Vielen Dank für die tollen Informationen.

    Gruß Sandra

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