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Philologenverband wahrt nicht mal mehr die Form – und bleibt dem Abschluss des Bildungsgipfels demonstrativ fern

WIESBADEN. Am Freitag trifft sich der hessische Bildungsgipfel zum letzten Mal. Nicht mit dabei sein wird der Philologenverband. Schon jetzt zeichnet sich ab: Ein umfassender Schulfrieden kommt nicht zustande.

Der Philologenverband Hessen sieht keinen Sinn mehr im Bildungsgipfel der schwarz-grünen Landesregierung und kehrt ihm deshalb den Rücken. Der Verband werde an der abschließenden Sitzung am kommenden Freitag (17. Juli) nicht mehr teilnehmen, sagte der Vorsitzende Knud Dittmann am Montag in Wiesbaden. Das Handeln der Regierung stelle keine Grundlage für die angestrebte langfristige Verständigung in der Schulpolitik sowie den ursprünglich angepeilten Schulfrieden dar.

Die beschlossene reduzierte Zuweisung von Lehrern für die gymnasiale Oberstufe etwa sei ein Angriff auf Gymnasien und Gesamtschulen mit Oberstufen, sagte Dittmann. Sie werde dazu führen, dass kleinere Leistungskurse in den Fächern Physik oder Chemie nicht mehr stattfinden könnten und andere Kurse größer würden. Der Philologenverband vertritt vor allem Gymnasiallehrer.

«Wir nehmen den Rückzug des Philologenverbandes mit Bedauern zur Kenntnis», sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums am Montag. Dieser Schritt habe sich aber bereits abgezeichnet. Die oppositionelle FDP-Fraktion im Wiesbadener Landtag zeigte Verständnis für die Kritik des Verbandes. Schwarz-Grün mache Hessens Gymnasien «zum bildungspolitischen Steinbruch», sagte der Abgeordnete Wolfgang Greilich.

Auch andere Teilnehmer kritisieren den Bildungsgipfel heftig, der mit Unterschriften unter ein Abschlussdokument auf Basis der Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsgruppen am 17. Juli enden soll. Landeselternbeirat, Landesschülervertretung und die Lehrerverbände GEW und VBE hatten betont, ein Scheitern sei inzwischen unabwendbar, SPD und Linkspartei erklärten, nicht unterzeichnen zu wollen. dpa

Zum Bericht: Schwarz-Grün scheitert mit Bildungsgipfel: Hat Bouffier einen möglichen Schulfrieden torpediert?

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