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Baggern, hämmern, lernen – Das ist in den Schulen in den Ferien los

BERLIN. Noch ist Ferienzeit in vielen Bundesländern: Statt Unterricht sind Schwimmbad, Garten oder Strand angesagt. In Berliner Schulen ist trotzdem einiges los.

In vielen Berliner Schulen herrscht auch während der Ferien reger Betrieb. Kinder von Flüchtlingen und Zuwanderern lernen Deutsch. Neuntklässler bereiten sich auf ihre Abschlussprüfungen vor. Zahlreiche baufällige Schulen werden zudem umgebaut oder saniert, wie eine Umfrage ergab.

In drei Schulen in Pankow, Moabit und Spandau lernen Kinder von Flüchtlingen und Zuwanderern derzeit ihre ersten deutschen Worte. Sie leben erst seit kurzem in Berlin und beherrschen die Sprache noch nicht gut genug, um sofort den normalen Unterricht zu besuchen.

In diesem Sommer gebe es mehr dieser sogenannten Ferienschulen in Berlin als geplant, sagte ein Sprecher der Senatsbildungsverwaltung. Die Zahl der Flüchtlinge sei größer als erwartet. 650 Kinder lernten nun in Schulgebäuden und anderen Einrichtungen wie Kulturtreffs. Ursprünglich hatte die Verwaltung mit 570 Kindern gerechnet. Die Mittel seien auf 540 000 Euro erhöht worden. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) betonte, Sprachkenntnisse seien wichtig, damit sich die Kinder in ihrer neuen Heimat integrieren können.

In Gruppen von rund 15 Schülern werden die Kinder nicht nur auf den Unterricht nach den Ferien vorbereitet, sondern auch auf das Leben in Deutschland. Nach dem Unterricht machten sie etwa eine Rundfahrt über die Spree und besuchten die East Side Gallery, hieß es beim Organisator, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS).

Marode Schulgebäude in Berlin, von den Grünen 2011 dokumentiert. Foto: Grüne Berlin / flickr (CC BY-SA 2.0)

Marode Schulgebäude in Berlin, von den Grünen 2011 dokumentiert. Foto: Grüne Berlin / flickr (CC BY-SA 2.0)

Schüler der neunten Klassen drücken in ihrer Freizeit ebenfalls die Schulbank. Sie büffeln in sogenannten Lernferien für ihre Abschlussprüfungen im nächsten Schuljahr. Die Initiative «Teach First» bereitete sie in einem zweiwöchigen Unterricht in Mathe, Deutsch oder Englisch auf den Mittleren Schulabschluss und die erweiterte Berufsbildungsreife vor.

In den meisten Berliner Schulen wird jedoch während der freien Tage gewerkelt, um den Schulalltag nicht zu stören. «Der Dreck und Staub muss weg, also machen wir das in den Ferien», teilte ein Berliner Bauunternehmen mit. Die Firma ist gerade in sechs Kreuzberger Schulhäusern tätig.

Viel gebaut wird an Pankower Einrichtungen. Hier arbeiten in 44 der 68 öffentlichen Schulen Handwerker, wie Bezirksstadträtin Christine Keil (Linke) mitteilte. Sie erneuerten nicht nur eine Sporthalle, Toiletten, Fenster und Dächer. Die Gebäude würden auch für Schüler und Besucher mit Rollstuhl barrierefrei gemacht. An 30 Schulen seien die Baumaßnahmen so umfangreich, dass sie über die Ferienzeit hinaus dauerten.

Am Arndt-Gymnasium in Steglitz-Zehlendorf entstehen Räume für den Chemie-, Biologie-, Physik- und Informatik-Unterricht. Die Schule werde vierzügig und bekomme ein neues Gebäude, erläuterte Michael Karnetzki (SPD), Bezirksstadtrat für Immobilien. Es solle in Zukunft eine Bibliothek samt Mediathek und eine Cafeteria beherbergen. Auch hier werde nach Schulbeginn am 31. August weitergearbeitet. «Große Baumaßnahmen können nicht immer in die Ferien gelegt werden. Sie dauern Monate», sagte Karnetzki. Im Oktober sollen Rohbau und Dachstuhl stehen.

Für die Sanierung von Schulanlagen und Sanitärbereiche bekamen die Bezirke nach Angaben der Senatsbildungsverwaltung in diesem Jahr 76,3 Millionen Euro zusätzlich. Katharina Weygold, dpa

Ein Kommentar

  1. Ja super, wenn die Arbeiten denn in den Ferien durchgeführt würden. Im Regelfall beginnen die Arbeiten fristgemäß in der ersten Ferienwoche, doch dann stellen die beauftragten Firmen doch regelmäßig fest, dass die eigenen Mitarbeiter auch Urlaub in den Ferien haben. Dies betrifft vor allem die etwas älteren mit schulpflichtigen Kindern. Also schleppt sich die Baustelle mit Notbesetzung durch den Ferienzeitraum. Der Rest der Arbeiten wird dann bei laufendem Unterrichtsbetrieb abgearbeitet. Da kommt immer wieder Freude auf:)

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