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FDP-Chef Linder will Gymnasien retten – Vorwurf: „SPD plant Vergesamtschulung“

DÜSSELDORF. Christian Lindner ist in der FDP nicht nur Dreifach-Chef. Er bietet sich sogar als «Seher» und Retter in der Schulpolitik an. Ein Sprungbrett hat ihm die SPD hingeschoben.

Bis zur Landtagswahl 2017 sind es noch fast zwei Jahre, aber in Nordrhein-Westfalen hat die Opposition schon ihr Kampffeld markiert. Nach der CDU kündigte auch FDP-Chef Christian Lindner zum Ende der Sommerpause an: Bildungspolitik soll ein Kernthema der politischen Auseinandersetzung sein.

Nett wird das nicht für Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihr rot-grünes Kabinett. «Wir werden jetzt stärker auf Angriff spielen», unterstrich ein sichtlich gut erholter Lindner am Freitag in Düsseldorf.

Seine Partei gehe nun stabilisiert in die zweite Jahreshälfte. Der 36-jährige Chef der Bundes- und Landespartei sowie der Landtagsfraktion strotzt vor Selbstbewusstsein und hat auch Grund für einen zuversichtlichen Ausblick auf die zweite Hälfte der Legislaturperiode. In diesem Jahr hat seine Partei in jeder Meinungsumfrage zu NRW-Wahlen über der Fünf-Prozent-Hürde gelegen.

Sorgt sich um die Kita-Qualität: FDP-Hoffnungsträger Christian Lindner. Foto: Dirk_Vorderstraße / flickr (CC BY 2.0)

FDP-Hoffnungsträger Christian Lindner ist einer der wenigen verbliebenen profilierten Politiker der FDP. Foto: Dirk_Vorderstraße / flickr (CC BY 2.0)

Eine guter Zeitpunkt für klare Ansagen: «Die Landesregierung muss gejagt werden mit ihren eigenen Zielen und nicht erfüllten Versprechungen in der Bildungspolitik.» Dort sieht Lindner zahlreiche Kerben, in die er hauen kann: Erst in dieser Woche stellte der Landesrechnungshof (LRH) fest, dass die Mehrzahl der Gymnasien und Realschulen die Pflichtstundenzahl in der Sekundarstufe I unterschritt – teilweise erheblich. Erstaunlich: Das Problem besteht schon seit 30 Jahren und niemand hält das systematisch nach.

Ein peinliches Eigentor schoss zudem die SPD: Erst sinnierte eine Vizevorsitzende der Landtagsfraktion über einen Plan B zum Turbo-Abitur, und nur einen Tag später kassierte der Fraktionschef die schlagzeilenträchtige, aber offensichtlich nicht abgestimmte Idee wieder ein.

«Ein Testballon», vermutet Lindner. Eine Mischung aus Taktik und Verwirrtheit sieht er hinter der SPD-Aktion. Eigentlich wolle Rot-Grün «die innere Vergesamtschulung der Gymnasien». Dabei störe nur noch der achtjährige gymnasiale Bildungsgang (G8). «Rot-Grün hat den Geist aus der Flasche gelassen.»

Als Retter bietet sich die wieder erstarkte FDP genervten Eltern und Lehrern an. Lindner fordert einen «Stärkungspakt für die diskriminierten Schulformen Gymnasium und Realschule». Auch auf die Klagen der Kommunen über die Lasten inklusiven Unterrichts hat der Freidemokrat eine einfache Antwort: Umsetzung nur da, wo die Voraussetzungen sind – am besten in Schwerpunktschulen – ansonsten aussetzen.

«NRW muss den Ehrgeiz haben, an der Spitze der Bundesländer zu stehen, stattdessen werden wir nach hinten weiter durchgereicht», stellt er fest. Rot-Grün arbeite langfristig an einem Einheitsschulsystem. «Bei einem G-9-Gymnasium ginge das rucki zucki, die Schulformen Gymnasium und Gesamtschule zu fusionieren», prognostiziert Lindner. «Denken Sie an meine seherischen Fähigkeiten.» Bettina Grönewald

27 Kommentare

  1. Die FDP im Sommerloch. In NRW gehen mehr als 42% der Grundschüler nach dem 4. Schuljahr auf die gymnasiale „Hauptschule“. – Und die FDP will das Gymnasium retten? Gleichzeitig regt sie sich dann über die Folgen von G8 auf, das sie sebst mit eingeführt hat, und die Niveauabsenkung.

    Was der FDP nicht schmecken dürfte ist, dass das von ihr selbst propagierte G8 zu einer über die Maßen erfolgreichen Werbemaßnahme für Gesamtschulen und Berufkollegs geworden ist. Dass das G8 in NRW eben kein „Turboabi“ sondern ein Express-Sekundarstufe I-Abschluss ist, hat sie selbst zusammen mit der CDU im Rüttgersclub festgelegt. G8 führt eben zu einer Verkürzung der Unter- und Mittelstufe auf fünf Jahre, während die Oberstufe (SekII) immer noch drei Jahre (EF+Q1+Q2) andauert. Die Verkürzung der Schulzeit trifft also in erster Linie die Schüler während der Pubertät, also der Entwicklungsphase in der man sie am besten überhaupt nicht unterrichten sollte bzw. kann.

    Die Stundenkürzungen an den GY sind nicht Folge fehlender Lehrerstellen – dank G8 sind die nämlich überbesetzt -, sie sind darauf angelegt, den Ganztag in der SekI nicht einführen und umsetzen zu müssen.

    • „Die FDP im Sommerloch“ hätten Sie wohl gerne. Dem, was Christian Lindner sagt, stimme ich zu 100 Prozent zu. Dass Ihnen die Kritik an der rot-grünen Regierung mit ihren Plänen zur weiteren Schwächung der ungeliebten Schulformen Gymnasium und Realschule nicht passt, versteht sich für jeden, der Ihre Kommentare halbwegs kennt.

      • Ich finde auch, dass Herr Lindner Recht hat und ein «Stärkungspakt für die diskriminierten Schulformen Gymnasium und Realschule» gut wäre.
        Darüber hinaus könnte ein Auflösungsstopp von Förderschulen auch nicht schaden, so lange behindere Kinder einfach nur in Regelschulen gesteckt werden, ohne dass diese die dafür nötige Ausstattung erhalten.

        • Die armen Gymnasien, es gehen nur 42% der Grundschüler auf ein GY über. Diese neue Form der Hauptschule ist ja so etwas von benachteiligt. Sie weiegert sich partout im Gantag anzutreten, hätte aber bei der Lehrkräfteversorgung gerne den Zuschlag wie die Gesamtschulen.

          Die GY müssten doch nur ein paar Stellen in der SekI umwidmen und sie anstelle von StR mit Lehrern besetzen. Durch die geringere Besoldung kann man bei gleichem Budget eben mehr Personen beschäftigen.

          Wieso reden Sie von Auflösung der Förderschulen? Tatsache ist, dass die Kinder nicht an FöS sondern Regelschulen von ihren Eltern angemeldet werden. Ohne SuS braucht es eben auch keine FöS.

          • Wenn für Sie das Gymnasium die neue Form der Hauptschule ist, ist für mich die IGS die neue Form der Förderschule.
            Was für ein geistiger Durchfall!!

          • Lieber geistigen Durchfall als den Hang zu verbalen Ausfällen wie bei Ihnen.

            Na klar ist die IGS eine Förderschule – aber das war sie schon immer. Was meinen Sie wofür der Ganztagszuschlag gedacht ist. Es hat ja Gründe warum die Gesamtschüler in der SekI 188 WS unterricht haben. Und das sind die verbindlichen Zahlen ohne besonderen Förder- oder Forderunterricht. AG-Teilnahmen sind da ebenfalls nicht enthalten. Der maximale Wert ohne AGs kann bei 36 WS liegen, also 3 x 8 und 2 x 6 Stunden Unterricht in der Woche. Entweder ist das ein Schüler, der sowohl Spanisch oder Französisch und zusätzlich noch Lateinisch und ein bilinguales Profil in Gesellschaftslehre hat, oder es handelt sich um einen sehr schwachen Schüler, der zusätzlich intensive Förderung und sonderpädagogische Unterstützung in Deutsch und Mathematik über die Ergänzungsstunden hinaus erhält.
            Das ist nicht unbedingt die Regel, die Masse der SuS hat 34 WS, einige in den Jhg. 8 und 9 haben teilweise aber auch nur 32 WS.
            – Und das mit weniger als einer 100%igen Lehrerversorgung.

          • @dickebank
            Ja, ich gebe Ihnen Recht: Die etwas unfreundliche Formulierung „geistiger Durchfall“ ist grenzwertig, aber immerhin habe ich damit das „Sch“ – Wort vermieden, lach.
            Jedoch kann ich Ihre permanente Diffamierung des Gymnasiums langsam nur noch schwer ertragen. Deshalb wollte ich mal eine kleine verbale „Retourkutsche fahren“.
            Einen Hang zu „verbalen Ausfällen“ habe ich aber bei mir noch nicht beobachten können. Das „spitze Florett zu kreuzen“ gefällt mir immer noch besser, als stumpfsinning verbal aufeinander einzudreschen.
            Ich verspreche Ihnen aber, meine Sprache diesbezüglich noch mehr zu reflektieren.

  2. Milch der frommen Denkungsart

    @mehrnachdenken:

    Unser Mitdiskutant hat mit seiner Behauptung, wonach das Gymnasium in die Nachfolge der
    Hauptschule eingetreten sei, nun nicht gänzlich
    unrecht – in jedem Falle, was die Besuchsfrequenz
    anlangt. Dies ist freilich auf dem geistigen Dung-
    haufen eben jener Gleichheitsphantasten, Milieu-
    krieger und Sozialschwärmer gereift, die in dieser
    Schulform die zu schleifende Trutzburg des ihnen
    verhassten „Bildungsbürgertums“ erkennen wollen;
    Da aber das deutsche Gymnasium aufgrund seiner
    immer noch gut beleumundeten Tradition abzutöten
    nicht verfangen hat, musste man es unter dem Kampfbegriff „Elternwille“ derart vollpfropfen,
    dass es mitunter heute tatsächlich hauptschulähn-
    liche Züge trägt und sich dort Schüler – allerdings
    auch aus den „besseren Schichten“ – tummeln, die
    seinem originären und immer noch nicht offiziell umdefinierten Zweck, nämlich eines Studienpro-
    pädeutikums, intellektuell nicht gewachsen sind.
    Dass solch heimliche Unterwanderung gerade in
    dem Bundesland fröhlichste Urständ feiert, aus
    dem unser Kollege stammt, gehört jedoch auch
    zur Wahrheit.

    • Ja, bezüglich der Zahlen liegt „dickebank“ leider nicht so daneben.
      Dass die Sozis und die Grünen sowie alle, die sich noch weiter links davon „tummeln“ offensichtlich nach wie vor den Traum von der absoluten gesellschaftlichen Gleichheit träumen, wissen wir.

      Allerdings möchte ich daran erinnern, dass es den „freien Elternwillen“ zumindest in Niedersachsen auch unter CDU/FDP – Landesregierungen gab, und darauf schienen die auch noch stolz gewesen zu sein.
      Etwa bis 2004 bewegten sich die Anmeldezahlen fürs Gymnasium noch im vertretbaren Rahmen. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass eben im Jahr 2004 die Schulform „Orientierungsstufe“ vom damaligen MP Wulff aufgelöst wurde. In die OS gingen alle Sch nach der 4. Klasse GS, und sie umfasste zwei Schuljahre.
      In meinen vielen Jahren an der OS bewegten sich die Empfehlungen fürs Gymnasium so um die 4 – 6 Sch pro Klasse (ca. 26 Sch). Spannend ist jetzt, dass sich die meisten Elten an die Empfehlungen hielten. Rückmeldungen der weiterführenden Schulen zeigten uns, dass unsere Empfehlungen zu über 99 Prozent richtig waren.
      Die Situation änderte sich aber schlagartig, als die Empfehlungen bereits nach der 4. Kl. erfolgten. Über die Jahre wurden sie von immer mehr Eltern ignoriert, und der Strum auf das Gymnasium begann bei gleichzeitiger öffentlicher und parteipolitischer Demontage der Hauptschule.
      Nun geht der überwiegende Teil aus einer 4. GS – Klasse eben auf ein Gymnasium. Dort müssen offensichtlich alle Sch zuerst einmal aufgenommen werden. Da gibt es inzwischen auch Förderkurse in diversen Fächern oder es wird zusätzlich individuell unterstützt.
      Nach der Auflösung der OS erlebte ich noch einige Jahre an einer weiterführenden Schule, wie massiv das Lernnineau auch dort nach unten abgesenkt wurde.

      • Milch der frommen Denkungsart

        Ihre Klage über den zunehmend bröckelnden Bildungs-konservatismus einer CDU, die sich sogar in jenen Ländern, wo sie Mehrheitspartei ist, kaum noch für das Kultusministerium zu interessieren scheint und keinen Mumm zu unbequemem Widerstand gegen den Main-stream mehr aufbringt, teile ich ausdrücklich.

        • Die CDU schwimmt ja nicht nur auf der Welle des mainstreams, sie versucht die Welle ja auch zu erzeugen.

          In der Rüttgers-Club-Zeit fällt die Gründung von Gemeinschaftsschulen im ländlichen Raum in die Ägide von Frau B. Sommer. Der Wunsch aus dem ländlichen Raum des CDU-regierten Münsterlandes nach dieser Schulform, die eine HS und RS unter einem Dach darstellt, wurde von der CDU-Landtagsfraktion zwar abgelehnt, da sie zu sehr an die heftigst bekämpfte KOOP-Schule erinnert. Die Fraktion musste allerdings der Änderung des Schulgesetzes zustimmen, da sonst der Bruch im Landesverband zwischen Kommunal- und Landespolitikern zu schweren Verwerfungen in der gesamten CDU geführt hätte.

          Die unter B. Sommer gegründeten Gemeinschaftsschulen laufen unter Frau Löhrmann als Schulversuch weiter und bestehen neben den Sekundarschulen, die eine „IGS light“ sind – quasi integrierte gesamtschulen ohne Oberstufe. Bei den eltern im ländlichen Raum erfreuen sie sich außerordentlicher Beliebtheit, garantieren sie doch eine wohnortnahe Schulversorgung neben den Gymnasien, die an jeder Ecke stehen. So fällt es den Sekundarschulen auch leicht ein GY oder eine GeS oder ein BK zu finden, mit dem sie bezüglich der Fortsetzung der Schullaufbahn an einer GOSt kooperieren können.

          Wenn jetzt noch die Fachhochschulreife als eigenständiger Schulabschluss nach 12 Jahren eine höhere Bedeutung erlangen könnte, wäre viel erreicht. Da es nur noch Hochschulen gibt, ist die Allgemeine Hochschulreife für ein Studium nicht unbedingt erforderlich.

    • Auch wenn „unser Kollege“ aus dem Bundesland stammt, in dem heimliche Unterwanderung „fröhlichste Urständ feiert“, muss er nicht auf den Elternwillen zeigen, um die Aushöhlung der Schulform Gymnasium oder der Abschaffung der Förderschulen vornehmlich den Müttern und Vätern in die Schuhe zu schieben.
      Der Elternwille ist in erster Linie Folge politischen Handelns – insbesondere seiner Werbung mit unhaltbaren Versprechen – und nicht Ursache. Oder anders ausgedrückt: Wem der Mund wässrig gemacht wird, ist nicht schuld am Begehren. Er wird lediglich instrumentalisiert für eine Politik, deren Vertreter die Hände in Unschuld waschen möchten durch die Begründung, sie seien bürgernah und hätten nur dem Elternwunsch entsprochen.
      In Abwandlung eines geflügelten Wortes von Winston Churchill könnten die konkurrierenden Bildungsvorstellungen auf diese Kurzform gebracht werden: „Dem kapitalistischen Schulsystem wohnt ein Laster inne: Die ungleiche Verteilung der Bildungsgüter. Dem sozialistischen Schulsystem hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Bildungselends.“

  3. Komisch ist schon, dass das ach so pisa-hörige Deutschland gerade die Schulform abschaffen will, die dort am besten abschneidet. Das ist ja gerade so, als wolle man im Fußball die Bundesliga abschaffen, um endlich mal wieder Weltmeister zu werden. Warum werden keine Anstrengungen unternommen, die anderen Schularten zu fördern?

  4. PseudoPolitiker

    „Ein angesehener Wirtschaftsprofessor der US-amerikanischen Universität Texas Tech bringt vor, dass er niemals einen Studenten durch ein Examen hat fallen lassen, wohl aber einmal eine komplette Klasse.
    Er erzählt, dass diese Klasse darauf bestand, dass der Sozialismus sehr wohl funktioniere, dass es in diesem System weder Arme noch Reiche gäbe, sondern eine vollständige Gleichstellung.
    Der Professor schlug seinen Studenten vor, in der Klasse ein Experiment in Bezug auf Sozialismus durchzuführen: Alle Noten würden von nun an als Durchschnittswert vergeben und jeder Student erhalte dieselbe Note, so dass niemand durchfalle und niemand die Note A (sehr gut) erhalte.
    Nach dem ersten Examen waren die Noten durchschnittlich und alle Studenten erhielten die Note B. Diejenigen, die sich sehr gut vorbereitet hatten, waren verärgert, und diejenigen, dich sich nicht vorbereitet hatten, waren zufrieden.
    Doch im zweiten Examen zeigte sich, dass die Studenten, die vorher wenig gelernt hatten, nun noch weniger lernten. Diejenigen, die viel gelernt hatten, entschieden, sich nun nicht mehr so ausführlich auf das Examen vorzubereiten, da sie ohnehin kein A mehr erhalten würden. Die Durchschnittsnote des zweiten Examens war D.
    Niemand war zufrieden.
    Doch als das dritte Examen durchgeführt wurde, erhielt die gesamte Klasse die Note F: Alle waren durchgefallen!
    Die Noten verbesserten sich nie wieder. Die Studenten begannen, sich untereinander zu streiten, sich gegenseitig die Schuld an den schlechten Noten zu geben und sich schließlich zu beleidigen und Groll gegen die anderen zu hegen. Denn niemand war mehr bereit, sich auf ein Examen vorzubereiten, nur damit ein anderer, der sich nicht vorbereitete, von seinen Anstrengungen profitierte.“
    Quelle: „Warum der Sozialismus scheitern muss“
    http://www.oliverjanich.de/warum-der-sozialismus-scheitern-muss/

    • diese parabrl badiert azf einem gleichbleibenden fachlichen Niveau der Prüfung. da dies in der deutschen Bildungspolitik nicht der fall ist, schaffen die guten auch ohne lernen eine gute note, die schwachen zumindest keine karastrophal schlechte. im schnitt bleiben die noten stabil. das böse erwachen kommt an der uni, wo das niveau trotz Bachelor nur vergleichsweise wenig gesenkt wurde.

      • Was nicht ist, kann noch werden. Auch an den Hochschulen muss zwangsläufig das Niveau gesenkt werden. Von Förderkursen für schwächelnde Neuankömmlinge, die nicht studierfähig sind, habe ich bereits mehrfach gehört. An Gymnasien gibt es diese Nachhilfe schon länger. Auf lange Sicht hilft beim Massenabitur und Massenstudium aber nur eine deutliche Senkung der Leistungsanforderungen.
        Die Gekniffenen sind bei solchen Erleichterungen immer die Leistungsstarken, die mehr könnten, wenn sie vor größere Herausforderungen gestellt würden. Ihre Fähigkeiten bleiben unterentwickelt.
        Gleichheit ist immer eine Anpassung auf niedrigem Niveau und höchst ungerecht für die Einzelnen. Trotzdem wird von mehr sozialer Gerechtigkeit geredet und die meisten glauben es.

        • ich habe angst vor der absenkung der ausbildungsstandards bei Ärzten.
          die naturwissenschaftler haben matheförderkurse eingerichtet. geisteswissenschaften, wirtschaftswissenschaften und jura waren intellektuell schon immer weniger anspruchsvoll. schwer machen diese Studiengänge die masse an zu lesenden texten.

          • Milch der frommen Denkungsart

            Wer keine komplexen Texte zu erfassen und auf den Punkt zu
            bringen vermag, hat auf einer
            Universität nichts verloren; im
            Übrigen lese ich die angebliche
            Antiintellektualität der Geistes-
            wissenschaften als ironische
            Überspitzung.

        • Ich stimme Ihnen zu.

          In diesem Zusammenhang verweise ich gerne auf die „Alarmmeldung“ von Prof. (2012), in dem sie beklagen, dass junge Studenten massive RS – Probleme haben.

          http://www.news4teachers.de/2012/07/professoren-junge-studenten-haben-probleme-mit-der-rechtschreibung/

          Neben den RS – Problemen werden noch diese Defizite genannt:
          Grammatikschwächen, fehlende Lesekompetenz, Schwierigkeiten, Texte zusammen zu fassen, Texte selbstständig zu formulieren sowie ein schwacher Wortschatz.
          Abhilfe sollen u.a. auch hier so genannte Vorschaltkurse schaffen.

          Mir drängt sich geradezu die Frage auf: „Wie ist es möglich, mit diesen Defiziten überhaupt das Abi zu schaffen und dann noch auf die Idee zu kommen, damit studieren zu wollen?“

  5. @xxx
    Meine Furcht gilt mehr der zunehmenden Unfreiheit, in der wir leben – besonders der geistigen. Der zunehmende Jakobinismus, der sich nicht mehr mit notwendigen Gesetzen zum Handeln der Menschen und ihrem Umgang miteinander zufrieden gibt, sondern auch Vorschriften zum Denken und Fühlen erlässt, die bei Unfolgsamkeit auf verschiedenste Weise bestraft werden – zumindest mit sozialer Ächtung.
    Unter der Flagge diffuser – Hauptsache edler Begriffe – wird die Meinungs- und Redefreiheit eingeschränkt und damit auch das Denken; denn wer anderen nicht mehr sagen kann, was er denkt, weil Angriffe drohen, verliert allmählich auch die Fähigkeit, kritisch zu fragen und eigene Ansichten zu entwickeln. Er passt sich an.
    Die erfolgreichen Anstrengungen, sogar Gleichheit im Denken und Urteilen herbeizuführen, erzeugen bei mir Angst. Sie machen Gehirnwäsche mit perfiden Ideologien wie dem Gender Mainstreaming oder Gleichheitswahn nicht nur möglich, sondern leicht.
    „Freie Menschen sind nicht gleich und gleiche Menschen sind nicht frei“. Darum sehe ich auch Bildungsvorstellungen, die das Gesetz der Freiheit – auch das der kindlichen Entwicklung – mit Füßen treten und darauf den Stempel „soziale Gerechtigkeit“ setzen, als menschenverachtend und -feindlich an.

    • „Gesetzgeber oder Revolutionäre, die Gleichsein und Freiheit zugleich versprechen, sind Phantasten oder Charlatans.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
      Ich gebe Ihnen Recht, Frau Prasuhn. Gleichheit im Sinne von Gleichsein verträgt sich nicht mit der Freiheit.
      Es gibt nur eine Gleichheit, die der Freiheit nicht schadet, und das ist die vor dem Gesetz.
      Sie war ursprünglich auch gemeint, als sich die Bürger Frankreichs vor gut 300 Jahren für „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ einsetzten.
      Aber auch vor der Justiz gibt es keine vollkommene Gleichheit, weil Straftaten auf ein unterschiedliches Verständnis stoßen. Das liegt an der Einschätzung der Tätermotive. Ob in einer Körperverletzung blanker Hass gegenüber einer Menschengruppe gesehen wird oder nur blinde Wutreaktion, wirkt sich strafverschärfend oder strafmildernd aus.
      Bewiesene oder auch nur angenommene Handlungsmotive relativieren also auch die Gleichheit vor dem Gesetz. Wenn die Motive zu große Bedeutung annehmen, ist von einer „Gesinnungsjustiz“ die Rede.

  6. Wenn „gender mainstreaming“ so gesehen wird wie in dem folgenden Link, dann habe ich nichts dagegen.
    http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=192702.html

    • Vom Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend können Sie keine andere Darstellung des Gender Maistreamings erwarten, denn immerhin ist es bereits in europäische und deutsche Richtlinien gegossen worden. Wer will da noch öffentlichen Protest durch eine Aufklärung, die Erwünschtes und Beschlossenes in Frage stellt?
      Ich bin sogar überzeugt, dass die meisten unserer Volksvertreter nicht wussten, worum es sich genauer handelt, als sie ihren Arm zur Zustimmung erhoben.
      Sie dürfen auch nicht bei den Verlautbarungen der Bildungsministerien nachschauen, wenn sie sich über die Inklusion oder die Bildungspläne bezüglich der fächerübergreifenden Sexualpädagogik der Vielfalt informieren wollen. Das ist so, als erkundigten sie sich beim Hersteller einer Ware nach ihrem Nutzen und ihrer Qualität.

  7. Vorgestern habe ich von meiner Furcht vor einem zunehmenden Jakobinismus geschrieben, der eine Gefahr für die Meinungsfreiheit darstellt und Gehirnwäsche ermöglicht. Dazu passt diese aktuelle Meldung:

    http://journalistenwatch.com/cms/online-petition-gegen-ein-auftrittsverbot-fuer-die-gender-kritikerin-birgit-kelle/

    Ich habe beide Bücher und zahlreiche Artikel von Birgit Kelle gelesen, konnte aber in keinem eine Aussage finden, die auch nur annähernd die erhobenen Vorwürfe rechtfertigt.

    • Danke für den Hinweis!

      Die Initiatoren dieser Kampagne machen sich nun vollkommen unglaubwürdig und deshalb umso mehr angreifbar. Für sich selbst ständig immer mehr Toleranz, Rechte und Feiheiten einfordern, Kritiker aber verleumden, verunglimpfen und mundtot machen wollen.

      Die Leute könnten doch an der Veranstaltung und anschließenden Diskusioin teilnehmen und ihr Anlegen artikulieren.
      Was für ein Demokratieverständnis!!

  8. Die Diskussion mit Birgit Kelle findet statt. Super, dass sich die Gender – Lobby nicht durchsetzen konnte!!

    http://nrwjetzt.de/diskussion-mit-birgit-kelle-findet-statt-13-000-unterstuetzer-in-24-stunden/

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