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Gastkommentar zum Unterrichtsausfall: NRW-Schulministerin in Erklärungsnot

DÜSSELDORF. Der Unterrichtsausfall an NRW-Schulen ist ein Dauerthema. Aber was jetzt der Landesrechnungshof herausgefunden hat, ist von ganz neuer Qualität: Offenbar lässt der überwältigende Teil der Realschulen und Gymnasien im Land nicht nur eingeplanten Unterricht ausfallen, sondern plant von vornherein auch weniger Stunden ein als vorgeschrieben. Unterrichtsausfall kann man noch mit unvorhersehbaren Krankenständen und anderem Unbill erklären. Aber das planmäßige Unterschlagen von klar vorgeschriebenen Leistungen nicht.

Hat eine Stichproben-Erhebung zum Unterrichtsausfall in Auftrag gegeben: NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Foto: Alex Büttner

Was wusste NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) über den Unterrichtsausfall?. Foto: Alex Büttner

Sicher, viele Schulen sind in Not. Vielleicht haben einige tatsächlich zu wenig Lehrer, um die vorgeschriebenen Umfänge zu leisten. Aber es ist ein Skandal, dass erst der Landesrechnungshof diesen Missstand aufdecken muss. Haben die Schulleiter entsprechende Probleme gemeldet? Was wusste die Schulaufsicht? In welchem Umfang war ab wann das Ministerium informiert? Auf mindestens einer dieser Ebenen gab es entweder Vorsatz oder Fahrlässigkeit – sonst hätte der Landesrechnungshof den Missstand nicht für mehrere Jahre dokumentiert. Schulministerin Sylvia Löhrmann ist den Schülern, Eltern und Steuerzahlern des Landes Antworten schuldig. Ein Gastkommentar von Thomas Reisener/Rheinischen Post

Ein Kommentar

  1. Wer weiß, welche umfangreichen Statistiken Schulen hier in NRW an die bez.-Reg. abgeben müssen, der kann nur zu dem Schluss kommen, dass etwa zwei Drittel der Gymnasien und drei Viertel der Realschulen beim Nachweis der LehrerStunden bescheissen. D.h. es werden in der Statistik Stunden angegeben, die im Nachhinein wieder gestrichen werden.

    Bei den Wealschulen mag das ja noch daran liegen, dass es bei ihnen in manchen Fächern einen Lehrkräfte mangel gibt, aber bei den Gymnasien ist der dank G8 nicht vorhanden. Wenn wir von 163 WS in fünf Schuljahren am GY ausgehen, dann bedeutet das rd. 33 WS je Schuljahr Pflichtunterricht ohne AGs und Förderunterricht. 33 WS bedeutet im realen Schulleben an drei Tagen mindestens eine 7. Stunde oder bei Blockung max. 2 lange Tage..

    Die 188 WS an RS sind nur unterzubringen, wenn mindestens an einem Tag je Schuljahr 8 Unterrichtsstunden abgehalten werden.

    Ich vermute das beide Schultypen den Ergänzungsunterricht geopfert haben, um mit 30 WS ohne Nachmittagsunterricht auszukommen.
    GY: 150 WS statt 163 ergibt ein Minus von 8%.
    RS: 180 WS statt 188 ergibt ein Minus von 4,3%.

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