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Gegen Fluglärm: Land Hessen investiert fast sechs Millionen Euro in Schallschutz an Schulen

WIESBADEN. Kinder lernen bei Fluglärm langsamer, hat eine Studie festgestellt. Jetzt finanziert das Land den Schallschutz an betroffenen Grundschulen. Die Linke meint, statt des Steuerzahlers sollte Fraport zur Kasse gebeten werden.

Ganz schön laut so ein Flugzeug. Die Auswirkungen auf die Lernleistung von Kindern waren bislang ungeklärt. Foto: Joerg Moellenkamp / Flickr (CC BY 2.0)

Ganz schön laut so ein Flugzeug. Die Auswirkungen auf die Lernleistung von Kindern wurden in einer Studie untersucht. Foto: Joerg Moellenkamp / Flickr (CC BY 2.0)

Für den Schallschutz an Grundschulen im Umkreis des Frankfurter Flughafens stellt das Land im kommenden Jahr im Haushalt 5,6 Millionen Euro bereit. Davon könnten alle 29 Schulen in der sogenannten Tagschutzzone 2 profitieren, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Mittwoch und bestätigte einen Bericht der «Frankfurter Rundschau». Die Gespräche mit den Schulträgern seien weitgehend abgeschlossen.

Anfang des Jahres hatten Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Kultusminister Alexander Lorz (CDU) ein entsprechendes Programm angekündigt. Sie reagierten damit auf die im vergangenen November veröffentlichte Studie Norah, die im Falle von Fluglärm Probleme bei Grundschulkindern beim Lesen aufgezeigt hatte.

Je stärker die Lärmbelastung, desto langsamer lernen Kinder Lesen, fanden die Wissenschaftler heraus. Wächst der Dauerschallpegel um 10 Dezibel, sind die Kinder in den lärmbelasteten Schulen im Vergleich zu anderen einen Monat im Rückstand beim Lesenlernen, bei 20 Dezibel mehr sind es zwei Monate.

Im Rhein-Main-Gebiet waren 85 Schulklassen im Frühjahr 2012 in vier unterschiedlich vom Fluglärm betroffenen Gebieten untersucht worden. Der Dauerschallpegel zur Unterrichtszeit reichte von 39 Dezibel bis 59 Dezibel.

Neben dem Lärmschutz will die Regierung auch Programme zur Leseförderung für die Grundschulen in Zone 2 unterstützen. Bei vier Grundschulen, die in der Tagschutzzone 1 liegen und damit dem Lärm am stärksten ausgesetzt sind, kommt der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport für den Schallschutz auf.

Die Linke im Landtag erklärte, dass Fraport auch für die übrigen Grundschulen zahlen sollte. Wenn das Land und damit der Steuerzahler einspringe, werde zugleich deutlich, dass der bisherige gesetzliche Schutz nicht ausreiche, kritisierte Fraktionschefin Janine Wissler. dpa

Zum Kommentar: Nicht nur gegen Flugzeuge – Lärmschutz brauchen alle Schulen

 

Ein Kommentar

  1. es wäre vielleicht auch mal eine Maßnahme, die Akustik innerhalb der Klassenräume zu verbessern. genauer eine sehr gute schallübertragung von tafel nach hinten und — noch wichtiger — kein hall.

    wurde in der studie eigentlich fluglärm oder generell lärm untersucht? lärmende kinder innerhalb der klasse können auch stören. sind wir hier wueder beim thema erziehungsarbeit der eltern und inklusion?

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