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„Gemeinsam besser unterrichten – Teamteaching im inklusiven Klassenzimmer“ – eine Leserrezension

BERLIN. Jutta Schöler über „Gemeinsam besser unterrichten – Teamteaching im inklusiven Klassenzimmer.“ von Inge Krämer-Kilic, Tina Albers,  Afra Kiehl-Will und Silke Lühmann:

Gemeinsam – nicht einsam – besser unterrichten. Das gilt für alle Lehrerinnen und Lehrer. Teamteaching im inklusiven Klassenzimmer bietet die Chance, dass gleichberechtigte aber verschieden qualifizierte Pädagoginnen und Pädagogen gemeinsam die vielfältigen Aufgaben bewältigen, zu denen sie herausgefordert sind.

Die Kooperation der beteiligten Lehrer ist eine wesentliche Grundlage damit der Unterricht im Team seine besonderen Wirkungen entfalten kann. Foto: U.S. Department of Education / flickr (CC BY 2.0)

Die Kooperation der beteiligten Lehrer ist eine wesentliche Grundlage damit der Unterricht im Team seine besonderen Wirkungen entfalten kann. Foto: U.S. Department of Education / flickr (CC BY 2.0)

Alle Erfahrungen mit dem gemeinsamen Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen haben gezeigt, dass die Fähigkeit zur Kooperation der beteiligten Erwachsenen die entscheidende Gelingensbedingung ist.

Das vorliegende neue Buch von Krämer-Kilic u.a. stellt alle Aufgaben, denen sich ein Team stellen muss, in den Mittelpunkt. Nicht die Kinder und Jugendlichen bilden den Ausgangspunkt der Überlegungen sondern die Lehrerinnen und Lehrer selbst. Wie entwickelt sich ein Team? Welche Wege können professionell gestaltet werden, wie die Aufgaben verteilt? Wie können Konflikte gemeinsam gelöst werden, aber wann ist es auch sinnvoll, dass ein Team sich trennt?

An Beispielen aus dem Grundschulunterricht und der Sekundarstufe I wird deutlich gemacht, wie die Vermittlung von Grundkompetenzen für die Schülerinnen und Schüler verbunden wird mit dem Erwerb von Teamkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer.

Das Buch ist sehr gut gegliedert, flüssig geschrieben, angereichert mit einer Fülle von Materialverweisen. Das kostenlose Downloadmaterial erweitert den großen Vorrat an praktischen Hilfen.
Dieses Buch kann ich allen Lehrerinnen und Lehrern sowie allen, die in der Ausbildung für Pädagoginnen und Pädagogen beteiligt sind, sehr nachdrücklich empfehlen. Hilfreich für alle Erwachsenen, die in der Schule arbeiten, ein MUSS für diejenigen, die im inklusiven Unterricht mit dem Ziel arbeiten: Keinen zurücklassen, alle in ihrer Verschiedenheit akzeptieren.
Jutta Schöler

Informationen zum Buch: Krämer-Kilic, Inge; Albers, Tina; Kiehl-Will, Afra; Lühmann,Silke (Hrsg.): Gemeinsam besser unterrichten – Teamteaching im inklusiven Klassenzimmer. Mühlheim an der Ruhr : Verlag an der Ruhr, 2014 – ISBN 978-3-8346-2510-6 – 16,95 €

17 Kommentare

  1. Na dann mal viel Spaß und gutes Gelingen!
    „Gemeinsam – nicht einsam – besser unterrichten“ oder „Keinen zurücklassen, alle in ihrer Verschiedenheit akzeptieren.“ Wenn ich diese wohlbekannten Sprüche höre, kommt mir schon die Galle hoch. Was heißt überhaupt zurücklassen? Alle zum gleichen Schulabschluss führen und zwar zum Abitur? Alles andere wäre denn ja wohl „zurücklassen“.
    Wie kann man Menschen solche Phrasen zumuten?
    Und wie soll Teamteaching stattfinden, wenn noch nicht einmal Doppelbesetzungen genehmigt werden und Hamburgs Schulsenator sogar meint, sie seien unnötig, weil tüchtige Lehrer inklusiven Unterricht allein schaffen?
    Erkären die vier Autorinnen eigentlich auch, wie die tägliche Organisation der Unterrichtsplanung in einem Team von „verschieden qualifizierten Pädagoginnen und Pädagogen“ für den nächsten Tag aussieht? Das stelle ich mir heiter vor.
    Haben Sie im Team schon nach dem Buch gearbeitet, werte Frau Schöler, oder haben Sie sich nur in der schönen Theorie von seinen frommen Sprüchen und seinem Inhalt begeistern lassen?
    Dass die Inklusion entdeckt würde als Einnahmequelle auf dem Büchermarkt, war zu erwarten. Mit überforderten und ratlosen Lehrern, die dringend Hilfe benörigen und nach jedem Strohhalm greifen, lassen sich bestimmt gute Geschäfte machen.

    • Immerhin, fein gegendert geschrieben!!
      Bei den vielen „Schülerinnen und Schülern“, „Kollegen und Kolleginnen“ oder „Lehrern und Lehrerinnen“ verliere ich die Lust, mich näher mit so einem Buch zu beschäftigen!!!!!

      Heike, ansonsten bin ich ganz nahe bei Ihnen.

      • Apropos „gendern“:

        In einer Fernsehsendung war heute Prof. Dr. Axel Meyer zu Gast. Das ist nicht nur ein bekannter Evolutionsbiologe, sondern er zog sich vor gar nicht langer Zeit auch den Zorn von bestimmt zahlreiche Studenten (Frauen schließe ich mit ein, lach) zu, denen er – salopp gesprochen – mangelnde Studieneinstellung vorwarf.

        Sein neuestes Buch erscheint morgen:

        „Adams Apfel und Evas Erbe: Wie die Gene unser Leben bestimmen und warum Frauen anders sind als Männer.

        Juchhu, endlich mal ein Wissenschaftler, der es wagt, der Gender – Lobby mit ernshaften Argumenten entgegen zu treten.
        Ich bin gespannt, wann die sich zum ersten Mal zu Wort melden.

        In o.g. Sendung erfuhr ich auch, dass Hemingway nach der Vorstellung seiner Mutter wie seine Zwillingsschester als Mädchen aufwachsen sollte. Er musste Kleider anziehen und mit Puppen spielen.
        An Weihnachten sagte er wohl mal: „Hoffentlich merkt der Weihnachtsmann, dass ich ein Junge bin.“

        Auch wenn die Gender – Ideologen die Gene weg diskutieren wollen, es gibt sie und sie bestimmen maßgeblich unser Leben!!

        Auf dieses spannende Buch freue ich mich schon!

  2. Wie viele Ermäßigungsstunden gibt es für das Team-Teaching? (Antwort: Keine)

    • das lässt sich darüber hinaus nur beim vollkommen überschneidungsfreien stundenplan realisieren. sogar bei halbtagskräften ist das utopisch.

  3. Die Frage, die sich mir stellt ist: WO gibt es denn Teamteaching?

    Auch in der niedersächsischen Inklusions-Fortbildung, die vom Ministerium angeboten und flächendeckend durchgeführt wurde … und nun den Grundschulen erneut angeboten wurde, gab es Informationen zum Teamteaching.
    Davon kann ich mir so einiges vorstellen, würde es auch gerne umsetzen, aber es gibt gar keine Stunden dafür.

    Oder sollten wieder die 2 Stunden (pro Woche!) Grundversorgung gemeint sein, von denen Fahrzeiten, Überprüfungen, Ausflüge, Besprechungen, Berichterstellung, Fortbildungen, Lernplanerstellung etc. abzuziehen sind?

    Vielleicht sind die Bemühungen um Inklusion in anderen Bundesländern ja besser mit Stunden versorgt.

    Palim

  4. Ein bisschen ärgert mich an der Rezension, dass sie den Eindruck vermittelt, alle Lehrer bräuchten Nachhilfe bei Teamwork und Teamteaching. Teamteaching ist nichts Neues – es wird in Ganztagesklassen und jahrgangsübergreifenden Klassen gemacht, (nicht durchgehend und viel zu wenig, aber immerhin – in Bayern – ein paar Stunden) sofern es genehmigt wird. Die Seiten des Buches, die man online sehen kann und vor allem Teamwork beschreiben, zeigen mir nichts, was ich nicht schon kenne.
    Ich habe einmal die Autorin gegoogelt. Sie berät eine Landesregierung und Schulen in der Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung.
    Ansonsten gehe ich mit Heike zum großen Teil konform.

    • die autorin ist also so neutral, dass sie ihren beraterjob verliert, wenn sie aus welchen Gründen auch immer aus ihrer positiven haltung zur inklusion eine negative wird.

    • Am Ende haben es die LehrerInnen verbockt, weil sie einer noch zu folgenden Studie zu wenig Teamteaching umsetzen, wobei vergessen wird zu fragen, wie viele Stunden überhaupt möglich wären.

  5. Wohl denen, die so viel Personal für Teamteaching haben.

    • Wie oben bereits erwähnt dürfte so gut wie jedes Teamteaching durch das unentgeltliche Engagement der Lehrer zustande kommen.

      • Das ist ja der Haken an der Sache 🙂

      • Wie meinen Sie das mit dem unentgeltlichen Engagement? Meinen Sie die Vorbereitung? Die Stunde selbst kann es ja nicht sein. Wenn Lehrer für eine Stunde doppelt eingeteilt sind, bekommen beide Lehrer die Stunde bezahlt.
        Ich denke nicht, dass jemand eine unentgeltliche Teamteachingstunde macht, das würde nicht in seinen Stundenplan passen und wenn es nicht in seinem Stundendebutat drin ist, wird es von keinem erwartet. Eine Doppelbesetzung muss ganz klar im Stundendebutat drin sein.
        Freiwillig sind höchstens einmal gegenseitige Hospitationen, wenn Interesse besteht und es in den Stundenplan hineinpasst, doch das ist etwas anderes und dient eher zur eigenen Fortbildung.

        • Woher kommt dann das ganze Personal?

          • Ansatzweise gibt es das ja in den Grundschulen in Bayern, wenngleich viel zu wenig, z.B. in ein paar Stunden im jahrgangsübergreifenden Unterricht, in den Ganztagesklassen, Schulen mit dem Label „Inklusion“,
            Kooperationsklassen … Allerdings weiß ich nicht, ob diese Stunden zum Teil auf Kosten von anderen Dingen gehen (z.B. stattdessen wenige AGs) oder ob sie explizit zur Verfügung stehen.

        • Ich meine genau die gegenseitigen Hospitationen, die sich höchstens im Ausbildungsunterricht mit einem Referendaren verwirklichen lassen. Ich weiß, dass Referendare keine ausgebildeten Lehrer sind und ebenfalls, dass der Ausbildungsunterricht aufgrund der Verkürzung auf 15 Monate bei gleichbleibendem BDU nahezu komplett wegfällt.

          Mit anderen Worten: Vernünftiges Teamteaching kann haushaltsbedingt nicht stattfinden.

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